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Tafel gegen Trapez getauscht

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Beim Finale zeigten die kleinen, großen Trapezkünstler ihr Können. © Schäfer

Manege und Zirkuszelt statt Klassenzimmer: Mit einem furiosen Zehn-Punkte-Programm und artistischen Höhepunkten begeisterten die Villinger Willi-Ziegler-Schüler ihr Publikum.

Hungen (rrs). »Manege frei - Vorhang auf, Artisten raus, tosender Applaus«, hieß es am Freitagnachmittag für die Schüler der Willi-Ziegler-Schule in Villingen. Im brechend vollen, bunten Zirkuszelt begeisterten die 78 Grundschüler nacheinander und miteinander als Artisten mit einem furiosen Zehn-Punkte-Programm und artistischen Höhepunkten am laufenden Band. In der jährlichen Projektwoche hatten sie das Klassenzimmer gegen Manege und Zirkuszelt getauscht. Der Circus Baldini, ein kleiner Familien-Zirkus reiste an, schlug sein Zelt auf dem von der Stadt Hungen kostenlos überlassenen Festplatz auf und ließ die Schüler Zirkusluft schnuppern - nein, nicht nur schnuppern, die Schüler schlüpften in die Rollen unterschiedlicher Artisten und übten so manches Kunststückchen ein.

Von Montag bis Donnerstag wurden die Kinder, angeleitet von »echten« Zirkusleuten, zu Akrobaten, Clowns, Trapezkünstlern, Jongleuren, Drahtseil-Artisten oder Trampolin-Springern. Jedes Kind konnte frei zwischen den Artisten-Arten wählen.

Jeden Tag drei Stunden Training

Mit viel Eifer und Begeisterung wurde jeden Tag drei Stunden lang intensiv geübt. Da lernten die Kinder so ganz nebenbei Selbstdisziplin, Teamgeist, aber auch Frustrationstoleranz, wenn mal etwas nicht gleich klappen wollte. Mut war beim Turnen am Trapez in luftiger Höhe oder beim Überqueren eines dünnen Drahtseils gefragt. Es galt Ängste zu überwinden und Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Partner aufzubauen. Die Projektwoche gipfelte in einer großen öffentlichen zweistündigen Zirkusshow präsentiert von den frisch gebackenen Artisten.

Eine Schülerin führte als Zirkusdirektor mit rotem Zylinder durchs Programm. Nach dem spektakulären großen Einmarsch von allen Akteuren mit neon-leuchtenden Ringen, Tüchern und einer Laserlichtshow samt farbigen Rauchfontänen begeisterten die Disco-Kids mit ihren lumineszierenden Hula-Hoop-Reifen, die in dunkler Atmosphäre für tolle Lichteffekte sorgten. Beim Versuch, ein gutes Foto zu schießen, hatten die Clowns die Lacher auf ihrer Seite, bevor die Jongleure die Manege eroberten. Gar nicht so einfach, Bälle, Ringe oder Tücher durch die Luft zu wirbeln oder gar einen Teller auf einem Stab zu balancieren. Sieht zwar ganz leicht aus, aber ab und zu segelte da schon mal was zu Boden. Dann hieß es, trotzdem »lächeln und weitermachen«. Mut und Gleichgewichtssinn waren beim Lauf über das Drahtseil gefragt, den einige Kinder sogar mit kleinen Showeinlagen aufpeppten. Die unterstützende Hand eines Zirkusmitarbeiters gab dabei Sicherheit.

Nach alter Artistenmanier

Anschließend zeigten die sportlicheren Kids am Trampolin verschiedene Sprungfiguren. Klappte etwas nicht beim ersten Mal, wurde es nach alter Artistenmanier sofort noch einmal versucht, da gab es auch bei den Kleinsten kein Pardon.

Mit Rad, Spagat und spektakulären Hebeformationen zogen die Bodenakrobaten das Publikum in ihren Bann, ehe dramatische Musik, farbige Nebelschwaden und aufsehenerregende Lichteffekte das Finale mit etlichen Trapez-Künstlern einläuteten. In luftiger Höhe hingen die Kinder kopfüber am Trapez, hielten sich nur mit den Füßen verschlungen in den Seilen frei schwingend fest oder standen aufrecht, aber nicht auf dem Trapez, sondern mit den Füßen auf den Seilen - ohne Mut ging hier gar nichts. Krönender Abschluss aber war die Feuershow der Lehrer, angeführt von Schulleiterin Ortrud Lohrey mit zwei großen Feuerrädern.

Das Zirkus-Projekt mit dem Circus Baldini fand nun schon zum dritten Mal statt, immer im vierjährigen Abstand. Eltern, Vereine und Firmen machten es durch ihre Spenden möglich.

»Unsere Schule wird dieses Projekt weiterführen. Alle Villinger Grundschulkinder sollen mindestens einmal in ihrer Schulzeit die faszinierende Zirkuswelt hautnah erleben«, erklärte Lohrey.

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