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Tragfähiges Vermarktungskonzept gefordert

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Einmal mehr war das Gewerbegebiet Hungen-Süd das beherrschende Thema in der Stadtverordnetenversammlung.

Hungen (kag). In der Hungener Stadtverordnetenversammlung war wieder einmal das Gewerbegebiet Hungen-Süd Thema. Mehr als 40 Besucher folgten interessiert den Beratungen. Zur Beratung und Abstimmung stand der gemeinsame Antrag der Fraktionen von SPD, Pro Hungen und Bündnis 90/Die Grünen an. Die drei Fraktionen wollen mit ihrem Änderungsantrag erreichen, dass sich im Industriegebiet Süd neben den klassischen Unternehmen aus Handwerk und Industrie auch Firmen, die Technologie und Wissen vertreten, ganz gezielt angesprochen fühlen. Ein tragfähiges Vermarktungskonzept (Ansiedlung heimischer Betriebe und innovativer Zukunftstechnologien), der Ausschluss von Großlogistik und Großhandel, nachhaltige Energieerzeu-gung und Ressourceneinsatz sowie die Zusammenarbeit mit einem professionellen Erschließer sind ihre wesentlichen Forderungen. Weiter wollen sie eine zeitnahe Einberufung eines »Runden Tisches« mit betroffenen Bürgern, eine verbindliche Berichterstattung der Verwaltung gegenüber der Stadtverordnetenversammlung und den Gremien in jeder Sitzungsrunde. Das sind keine neuen Argumente, mit Ausnahme des Runden Tisches verfolgen sie das Projekt seit Jahren, aber offenbar sind diese aus der Sicht der Antragsteller nicht ausreichend berücksichtigt worden.

Gebiet verkleinern

Fabian Kraft, Fraktionsvorsitzender von Pro Hungen, erläuterte den Antrag. Das Gebiet soll auf zwölf Hektar verkleinert werden, und die Entscheidung im Stadtparlament soll erst getroffen werden, wenn das »Runde Tisch«-Gespräch stattgefunden habe. Auch wünsche er sich Aufklärung über die von CDU und FW getroffenen Aussagen, falls Hungen-Süd scheitere, werden drei Millionen Steuergelder verbrannt werden. Er habe einen Kaufvertrag vorliegen, der mit einem Eigentümer abgeschlossen worden sei, der zunächst eine Anzahlung erhalten habe, mit dem Hinweis, dass die Restzahlung erst bei Vorliegen eines rechtskräftigen Bebauungsplanes fällig werde. Das stehe doch im Widerspruch zu den Aussagen von CDU und FW. Er möchte eine Klarstellung bis zum Runden-Tisch-Gespräch.

Kraft möchte die Entscheidung über den Änderungsantrag bis nach dem Runde-Tisch-Gespräch verschieben und stellte einen entsprechenden Änderungsantrag, dem die Stadtverordnetenversammlung einstimmig zustimmte, sodass erst in der Stadtverordnetenversammlung am 13. Dezember über den Antrag vom 16./19. Oktober 2022 entschieden wird.

Zuvor hatte Bürgermeister Rainer Wengorsch erklärt, dass der Runde Tisch am 8. Dezember tagen werde. Als Moderator habe Josef Rother von der Gesellschaft für angewandte Kommunalforschung (GEFAK) zugesagt.

Der Antrag der Freien Wähler (FW), zusätzliche Planungsvarianten für den Bahnübergang Obertor-, Friedberger- und Kaiserstraße zu prüfen, wurde zur weiteren Beratung in die Ausschüsse verwiesen. Holger Frutig von den Freien Wählern hatte zuvor den Antrag vorgestellt und begründet. Die vorgelegte Planungsversion sei ausschließlich für die Deutsche Bahn in allen Belangen die günstigste Version. Diese Version habe die DB schon vor zehn Jahren präsentiert. Mit der von der Bahn geplanten Vorfahrtstraßenregelung lenke man den Verkehr in die Lindenallee, in der sich Kindergarten, Grundschule, Kulturzentrum, die Feuerwehr und Sportplätze befinden. Es gebe viele Fragen aus Hungener Sicht und das Parlament werde die Interessen der Hungener vertreten, so Frutig.

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