1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Hungen

»Umlegung nie thematisiert«

Erstellt:

gikrei_klk_190122_Fotomo_4c
So könnte das neue Gewerbegebiet zwischen Trais-Horloff und Inheiden aussehen. Montage: Regiokonzept-GmbH © Red

Die Bürgerliste Pro Hungen kritisiert die Änderung der Gemarkungsgrenze im geplanten Gewerbepark Hungen-Süd.

Hungen (red). »Es war nicht mehr als eine Überschrift in der Tagesordnung zur letzten Ortsbeiratssitzung am 11. Januar in Inheiden, welche die Mandatsträger der Bürgerliste Pro Hungen hellhörig werden ließ: Beratung und Stellungnahme zur geplanten Umlegung der Gemarkungsgrenze im geplanten Gewerbepark Hungen-Süd«. So beginnt eine Mitteilung der Bürgerliste Pro Hungen.

In den bisherigen - teils hitzig geführten - Beratungen zum umstrittenen Gewerbepark Hungen Süd im Rahmen der Stadtverordnetenversammlung sowie den zuständigen Ausschüssen seien diese Pläne der Verwaltung nie thematisiert worden. Auch die befragten Stadträte hätten sich nicht daran erinnern können, jemals über eine geplante Änderung der Gemarkungsgrenzen in Kenntnis gesetzt worden zu sein.

So habe Ortsbeirat Uwe Geyer bereits zu Beginn der Sitzung klargemacht, dass er keinesfalls bereit sei, im Namen der Inheidener Bürgerinnen und Bürger eine Stellungnahme zu solch einer komplexen Fragestellung abzugeben, ohne vorab schriftliche Erläuterungen und konkrete Planungsunterlagen zur Prüfung vorgelegt bekommen zu haben. Die Pläne seien erst im Laufe der Ortsbeiratssitzung mündlich vom zuständigen Fachbereichsleiter vorgestellt worden.

Das gesamte Einzugsgebiet des umstrittenen Gewerbeparks Hungen-Süd - dessen bisher veröffentlichter Bebauungsplan mit Geschosshöhen von bis zu 15 Metern Ängste vor einem Logistikpark a la »Langsdorfer Höhe« in Lich ausgelöst hätten - solle dann ausschließlich in der Gemarkungsgrenze von Trais-Horloff liegen und der Ortsteil Inheiden somit die entsprechenden Flurstücke abtreten, beschreibt Pro Hungen. Als Grund für die geplante Verschiebung der Grenzverläufe habe die Verwaltung angeführt, dass dadurch der Aufwand für potenzielle Investoren im Rahmen der Grundbucheintragungen sinke, wenn sich die Flurstücke alle in der selben Gemarkung befänden. Für die Bürgerliste Pro Hungen sei dies ein schwaches Argument, um solch eine gravierende Änderung anzustoßen.

»Pro Hungen bereitet die Frage der Beteiligung die größten Sorgen: Würde die in der Hessischen Gemeindeordnung verankerte Pflicht zur Anhörung des Ortsbeirates Inheiden und dessen Vorschlagsrecht überhaupt noch gelten, wenn das Gewerbegebiet nur noch dem Ortsteil Trais-Horloff zuzurechnen wäre? Wohl kaum. Denn in §82 (3) HGO ist klar geregelt, dass sich dieses Recht auf Angelegenheiten beschränkt, welche den Ortsbezirk betreffen«, heißt es weiter.

»Wir haben im Ortsbeirat das Gefühl, dass die geplante Änderung der Gemarkungsgrenze insbesondere unsere Einflussmöglichkeiten begrenzen soll. Da die Planungen des Gewerbeparks Hungen-Süd aber mit eklatanten Einschränkungen für die Anwohner in Inheiden einhergehen, werden wir das nicht einfach so hinnehmen«, macht Ortsbeiratsmitglied Uwe Geyer deutlich.

Pro Hungen fordere daher die Verwaltung dazu auf, die bereits vor den Sommerferien 2021 zugesagte Bürgerinformationsveranstaltung nicht länger hinauszuzögern.

Es sei unbedingt notwendig, die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig mit ins Boot zu holen, solange das Projekt noch geändert und die Weichen neu gestellt werden können.

Eine Situation und Eskalation wie in Lich gelte es zu verhindern.

Auch interessant