1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Hungen

Waldwissen und Wissensdurst

Erstellt: Aktualisiert:

Hungener Nabu-Gruppen stellten einen Wald-Wildnis-Fonds vor.

Hungen (red). Einen Infostand zum Thema Waldökologie und der geplanten Teilnahme der Stadt Hungen am Wald-Wildnis-Fonds der Bundesregierung, haben die Hungener Nabu-Gruppen anlässlich des Frühlingsmarktes auf die Beine gestellt. In drei Schichten leisteten insgesamt 15 Aktive Dienst oder verrichteten begleitende Arbeiten. Neben schriftlichen Informationen und einem großen Schaubild zum geplanten Wildnisgebiet haben auch Präparate typischer Waldtiere für Aufmerksamkeit gesorgt. Besonders die Wildkatze und ihre versteckte Lebensweise weckte gerade bei Kindern Interesse, da man dieses scheue Tier in der freien Wildbahn so gut wie nie zu Gesicht bekommt. Obwohl es sich um ein ausgestopftes Exemplar handelte, waren doch auch einige Besucher-Hunde, von der am Boden stehenden Katze sichtlich irritiert... Viele Standbesucher hatten von dem Wildnisprojekt zwar bereits gehört, sich aber am Stand durch fachlich versierte Nabu-Aktive nochmals ausgiebig informieren lassen. Auch der Austausch mit kritischen Stimmen fand statt und man konnte nicht immer Meinungsgleichheit herstellen, was einen demokratischen Prozess ja auch auszeichnet.

Viele Fragen zum Projekt befassten sich mit ökologischen Aspekten wie Artenvielfalt, Grundwasserschutz und Klimawirkungen von Naturwäldern. Andere wollten etwas über die ökonomische Seite der Nutzungsüberlassung des Holzwertes wissen und fanden auch wichtig, dass die Stadt Hungen Waldeigentümerin bleibt. Allgemein verbreitet war jedoch die Ansicht, dass die Stadt im Teilnahmefall, den im Raum stehenden Erlös von 4,5 Millionen Euro für Zukunftsprojekte wie den klimaresilienten Umbau des restlichen Hungener Stadtwaldes und den Grundwasserschutz oder ähnliches verwenden sollte.

Ein »Versickern« dieses Zukunftskapitals im allgemeinen Haushalt lehnten alle Gesprächsteilnehmer unisono ab. Besonders interessierte auch die touristische Vermarktungsmöglichkeit und daraus zukünftig zu generierende Einnahmen für die Region.

Gerade durch die Nähe zum Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main kann man sich bei sinnvoller und naturschonender Lenkung der Besucherströme positive Wirkungen für Besucher und Einwohner vorstellen, so eine Dame aus Langd, die auch das Waldexkursions-Angebot am Sonntag annehmen wollte.

Auch interessant