1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Kreis Gießen

12 000 Euro für Ukrainehilfe

Erstellt:

Von: Imme Rieger

gikrei_ww1013513_221222_4c
Bei der offiziellen Spendenübergabe vor dem »Spatzennest« (v. l.): Hans Noormann, Marco Lehner, Harry Windirsch, Marius Reusch und Eberhard Klein. Foto: Rieger © Rieger

Eines Langgönser Unternehmer im Ruhestand spendet gleich 12 000 Euro für die Ukrainehilfe

Langgöns (imr). Was haben leckere Chicken Wings mit einer 12 000-Euro Spende des Lang-Gönsers Harry Windirsch an die Ukrainehilfe in der evangelischen Kirchengemeinde Lang-Göns zu tun?

Der großzügige Spender erzählt: »Ich war mit ein paar Mitarbeitern der Gemeinde, die ich privat kenne, in Holzheim Chicken Wings essen, das ist eine meiner Lieblingsspeisen.« Dabei sprach die Runde auch über aktuelle Themen und die Ukrainehilfe. Windirsch sagte spontan eine Geldspende zu. Rathausmitarbeiter Marco Lehner, der die Menschen aus der Ukraine, die in Langgöns leben, betreut, erinnert sich: »Das ging dann ganz schnell.« Windirschs Anliegen ist es, mit seiner Spende vorrangig das Wohnen und die Kinderbetreuung zu unterstützen.

Der Langgönser Bürgermeister Marius Reusch war bei der offiziellen Übergabe des symbolischen Schecks immer noch schwer begeistert: »Hut ab, das ist eine Hausnummer und wirklich eine außergewöhnliche hohe Spende eines Privatmanns.« Der reagierte gewohnt bescheiden: »Meine Frau Cornelia hat ja mit gespendet.«

»Als ich von dieser Summe erfahren habe, bin ich fast vom Stuhl gefallen«, sagte der Rathauschef anerkennend: »Diese außergewöhnliche Spende vor Weihnachten wollen wir würdigen.« Harry Windirsch spendet nicht zum ersten Mal für wohltätige Zwecke in der Kommune.

Der ehemalige Geschäftsführer der Langgönser Firma A.B.T., der inzwischen den Ruhestand genießt, ist im Ort seit vielen Jahren für seine großzügige Spendenfreudigkeit und außergewöhnliche Hilfsbereitschaft wohlbekannt und sehr beliebt.

Auch für Kitas der Gemeinde und die Naturkita in Dornholzhausen hat er in der Vergangenheit bereits sehr großzügig gespendet. Dabei drängt er sich nicht in den Vordergrund, ist sehr bescheiden und unauffällig, aber jederzeit bereit, nicht nur mit Geldspenden zu unterstützen, sondern auch tatkräftig mit anzupacken. So auch aktuell bei der Ukrainehilfe.

»Ich bin sehr froh über dein Engagement, Harry, und sage danke«, betonte Eberhard Klein, der die Ukrainehilfe federführend organisiert. Windirsch hilft auch auf Abruf bei Möbeltransporten der Hilfsorganisation. Reusch betonte: »Harry ist nur die Spitze eines großen breiten Eisbergs. Wir haben eine sehr große Spendenbereitschaft für die Ukraine in Langgöns in diesem Jahr gehabt, ihm danke ich stellvertretend für alle, die sich eingebracht haben.«

Zuletzt hatte die Ukrainehilfe zur »Winterhilfe für ukrainische Familien« aufgerufen. Ein Lkw wird nach Weihnachten die gesammelten Spendenpakete für Familien, Bedürftige und Binnenflüchtlinge in Borispol und Umgebung sowie in Korosten im Gebiet Schytomyr direkt von Langgöns in die Ukraine transportieren und dort in den Orten verteilen. »Der Spendenaufruf wird riesig angenommen und passt ins Bild. Wir haben hier in Langgöns ein dauerhaftes Engagement der Zivilgesellschaft in Kooperation mit der Gemeinde erlebt, es war kein Schnellschuss, wir konnten ein bisschen bewegen«, bilanzierte Eberhard Klein das zu Ende gehende Jahr. Jetzt gehe es um die Integration der hier lebenden Menschen, um Kinderbetreuung sowie um Wohnungs- und Jobsuche. Der Erste Beigeordnete Hans Noormann bestätigte das: »Auch in die Schule müssen die Kinder hineinwachsen, dabei ist es besonders wichtig, die deutsche Sprache zu lernen, darauf fokussieren wir uns.«

Klein unterstrich: »Unser gemeinsames Projekt unterschiedlicher Träger ist ziemlich einmalig in Hessen. Sehr hilfreich ist beispielsweise auch die Verwaltungstätigkeit von Marco Lehner.« Auch die Hilfe zur Selbsthilfe habe sich gut entwickelt: die Ukrainehilfe hat eine Kleiderkammer, eine Gruppe, die sich »Tschernobyl-Hiwis« nennt, transportiert bei Bedarf Möbel, und die ehemaligen Mitglieder des Arbeitskreises »Leben nach Tschernobyl«, der sich im vergangenen Jahr aufgelöst hatte, betreuen seit Kriegsbeginn in der Ukraine die nach Langgöns geflüchteten Menschen. »Es ist viel Arbeit, aber auch schön und entlastend zu sehen, dass es funktioniert.«

Weihnachtsmotive_paeckchen_2
Weihnachtsmotive_paeckchen_2 © Red

Auch interessant