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2250 Kinder eingeschult

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Von: Petra A. Zielinski

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Zwei von elf Klassencontainern stehen an der Grundschule in Reiskirchen. Foto: Zielinski © Zielinski

2250 Erstklässler gab es im Kreis. Da Raum fehlt, stellt der Kreis elf Klassencontainer an sechs Standorten auf.

Kreis Gießen . Für 787 000 Schülerinnen und Schüler in Hessen, darunter 2250 Erstklässler im Kreis, hat wieder die Schule begonnen. Wegen der aktuellen Zuwanderung aus der Ukraine und der nun eingeschulten Kinder der 2015 und 2016 zugewanderten Flüchtlingsfamilien ist die Gesamtzahl um 25 500 im Lande gestiegen.

Allein die Anzahl der Erstklässler und Erstklässlerinnen ist um 1700 auf 59 000 angewachsen. Mit 55 680 hat auch die Anzahl der Lehrerstellen ein »Allzeithoch« erreicht.

Das neue Schuljahr ist im Präsenzunterricht und ohne Maskenpflicht gestartet. Der Hessische Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz erklärte: »Wir können uns jetzt wieder mehr unserem Kernanliegen zuwenden - gutem Unterricht für unsere Schülerinnen und Schüler, den wir mit pädagogischer Innovation nochmals gezielt stärken wollen.«

Größte Innovationsschwerpunkte seien der Ausbau der Ganztagsangebote, die Deutschförderung sowie die Integration ausländischer Schülerinnen und Schüler.

Im Zuständigkeitsbereich des Gießener Schulamtes drücken 2250 Mädchen und Jungen (Kreis Gießen) und 850 (Vogelsbergkreis) erstmals die Schulbank. Zum Vergleich, im Vorjahr waren es 2150 (Kreis Gießen) beziehungsweise 800 (Vogelsbergkreis).

Nach Auskunft von Schulamtsleiter Dr. Norbert Kissel ist die Versorgung aller Schulen im Bereich des Staatlichen Schulamtes für den Landkreis Gießen und den Vogelsbergkreis rechnerisch und fachlich gesichert und erreicht mit wenigen Ausnahmen eine volle Abdeckung.

»Es gilt allerdings zu berücksichtigen, dass es nach wie vor leichter ist für den Raum Gießen Lehrkräfte zu finden als für die Schulen im ländlich geprägten Vogelsberg«, erklärt Kissel.

Nach Abschluss ihrer Ausbildung wollten die meisten Lehrerinnen und Lehrer im Raum Gießen bleiben. »Die Nähe zur Universität begünstigt es, Vertretungskräfte zu finden.«

Sowohl im Bereich Grundschule als auch im Bereich Gymnasium seien jeweils 30 neue Lehrkräfte eingestellt worden.

Die Haupt- und Realschulen können sich über elf weitere Lehrerinnen und Lehrer freuen, die Förderschulen über neun und die beruflichen Schulen über sieben. Für die Beschulung von ukrainischen Schutzsuchenden seien 17 Personen vermittelt worden, sieben davon in den Bereich der Leitung von Intensivklassen, zehn übernahmen UKEA-Kurse zur Sprach- und Kulturförderung.

Deutlich mehr Intensivklassen

»Bedingt durch die Situation der Geflüchteten aus der Ukraine hat sich die Anzahl der Intensivklassen (IKL) und Standorte sowie der Intensivkurse im vergangenen zweiten Schulhalbjahr insgesamt deutlich erhöht«, betont der Schulamtsleiter.

Aktuell würden knapp 1000 Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine in seinem Zuständigkeitsbereich beschult.

Mit dem Ziel, flexible Übergänge in schulische Bildungsgänge sowie Zugänge zur Ausbildungs- und Berufswelt zu ermöglichen, gibt es in den beruflichen Schulen InteA-Klassen für junge Menschen zwischen 16 und 18 Jahre, die über keine oder nur geringe Deutschkenntnisse verfügen. Die Sprachförderung wird von einem sozialpädagogischen Angebot flankiert.

»Die Situation in der Ukraine hat die Zahl der InteA-Klassen im zweiten Schulhalbjahr deutlich ansteigen lassen«, macht Kissel deutlich. In der Stadt Gießen werde es voraussichtlich 15 InteA-Kurse für rund 240 Schülerinnen und Schüler geben. Die InteA-Kurse werden in Gießen an zwei Standorten angeboten: der Wirtschaftsschule am Oswaldsgarten und der Theodor-Litt-Schule.

»Die digitale Ausstattung der Schulen hat sich weiter und entscheidend verbessert«, freut sich Kissel. Im Bereich mobiler Endgeräte setzten bereits 85 Prozent der Schulen auf iPads. »Es gibt sogar erste Grundschulen, die PC-Räume durch mobile iPad-Koffer ersetzt haben«, weiß er. Hierdurch würden die Möglichkeiten einer individuellen Förderung deutlich steigen. Auch im Bereich der schulpsychologischen Unterstützung beziehungsweise Präventionskonzepten werde es eine weitere Ausweitung der Angebote zusätzlich zur Fortführung der Unterstützung durch die Schulen geben. »Wie alle, so sind auch wir im Gießener Schulamt gespannt, wie die Herbst- und Winterzeit für die Schulen in Bezug auf Corona-Maßnahmen wird. Aber natürlich auch, was die Herausforderungen, die sich aus der Flüchtlingsbeschulung ergeben, betrifft. Hinzu kommen die Entscheidungen und Erfordernisse in Zusammenhang mit der Energiekrise. Wie im Vorjahr dürfen wir uns auch hierbei auf die gute Zusammenarbeit mit den Schulträgern wie dem Kreis Gießen verlassen.«

»Zuspitzung der Situation«

Der hat sich bereits vor dem Hintergrund steigender Schülerzahlen und einer »Zuspitzung der räumlichen Situation« zum kurzfristigen Handeln entschieden, teilte dessen Pressestelle auf Nachfrage mit. Es wurden er zusätzliche Klassenraum-Module angeschafft. Dies auch vor dem Hintergrund, dass die Schulen im Landkreis in den vergangenen Monaten mit großer Aufnahmebereitschaft rund 470 Schüler aus der Ukraine aufgenommen haben.

Im Kernort Lich drei Module

Insgesamt werden derzeit elf Klassenraummodule an sechs Schulen aufgebaut: Erich-Kästner-Schule in Lich (drei), Gallusschule Grünberg (eins), Theodor-Heuss-Schule Laubach (eins), Kirschbergschule Reiskirchen (zwei), Gesamtschule Gleiberger Land (zwei), Goetheschule in Buseck (zwei).

Die Klassenraum-Module würden nach hohen energetischen Anforderungen errichtet. Sie verfügen zum Beispiel über LED-Beleuchtung, werden mittels Luft-Wärmepumpe beheizt und sind mit einer hoch wärmegedämmten Gebäudehülle ausgestattet. Die Klassenraum-Module seiend zunächst für drei Jahre angemietet. Eine Verlängerungsoption auf bis zu fünf Jahre besteht.

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