49 neue Wohnungen für Annerod

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FERNWALD - (ebp). Im Februar hatte die Regionalversammlung Mittelhessen der Gemeinde Fernwald die Abweichung vom Regionalplan genehmigt - und damit auch grünes Licht gegeben für einen vierten Bauabschnitt im Anneröder Baugebiet "Auf der Jägersplatt". Die Abweichung wurde jedoch mit mehreren Auflagen versehen. Eine davon: verdichtete Bebauung mit mindestens 30 Wohneinheiten je Hektar.

In der Bauausschusssitzung am Dienstagabend stellte das Allendorfer Bauunternehmen Franz & Lotz seine Pläne für den neuen Bauabschnitt vor.

Sieben Mehrfamilienhäuser, mit jeweils sieben Wohnungen könnten demnach auf 8600 Quadratmetern entstehen - je dreigeschossig plus Staffelgeschoss. Die Mehrfamilienhäuser sollen in L-Form angeordnet werden, angrenzend an die Großen-Busecker Straße und die Firma Prolit. Die Gebäude, deren Höhe an den benachbarten Gewerbebetrieb angelehnt ist, soll ebenso wie die geplante Bepflanzung als "natürlicher Lärmschutz" dienen, erklärte Architekt Mehmet Bodur (MMTS Architektur, Gießen). Die rund 50 Wohnungen sollen unterschiedlich groß und familien- sowie seniorenfreundlich sein. Außerdem ist ein Spielplatz geplant.

Die Ausschussmitglieder zeigten sich zufrieden mit dem Entwurf. Stefan Becker (Freie Wähler) lobte die breiten Verkehrswege und das viele Grün. SPD-Fraktionsvorsitzender Gerd Espanion sagte, die geforderte Verdichtung werde durch die kompakten Baukörper gut gelöst. "Ich habe es mir gruseliger vorgestellt", meinte Gisela Papstein (Grüne).

Dem städtebaulichen Vertrag mit der Imaxx-Projektentwicklungsgesellschaft für den vierten Bauabschnitt hatte die Gemeindevertretung Ende Oktober zugestimmt. "Verdichtung im ländlichen Raum wird oft wahrgenommen als ,zu verdichtet'", sagte Geschäftsführer Jochen Ahl nun im Bauausschuss. Bei der Planung sei daher wichtig gewesen, keine maximale Auslastung zu erreichen. Das Wohnen auf der "Jägersplatt" solle "grüner sein als im Oberzentrum". Mit Blick auf das benachbarte Gewerbe stünden noch Untersuchungen zum Lärmschutz an. Klar sei aber bereits, dass auf den entsprechenden Häuserseiten Lärmschutzfenster verbaut werden müssten.

Peter Steil (FDP) erkundigte sich nach den Wohnungspreisen und regte an, "auch mal günstigere Wohnungen auf den Markt zu bringen. Bei den Vermietungen werden diese hier wohl recht teuer." Angesichts der derzeitigen Baukosten könne der Quadratmeter nicht für unter 3000 Euro verkauft werden, sagte Ahl. Sollten die Eigentumswohnungen vermietet werden, rechnet er mit Preisen zwischen neun und zehn Euro pro Quadratmeter. "Für Normalverdiener ist das leistbar." Appartements seien nicht vorgesehen, auf eine Tiefgarage wolle man aus Kostengründen verzichten. An den Stellplätzen soll es Elektroladesäulen geben.

"Das ist ein tolles Projekt für Fernwald", lobte Bürgermeister Stefan Bechthold den Entwurf. Die geforderte Verdichtung werde städtebaulich gut integriert. Sozialen Wohnraum könne man in Annerod auch an anderer Stelle schaffen, sagte Bechthold mit Blick auf das seit 2016 auf Eis liegende Wohnprojekt "Lebensräume". Die 4,6 Hektar große Fläche hierfür erstreckt sich östlich entlang der Großen-Busecker Straße vom Ortsausgang bis zur Höhe des geplanten Standorts für den Discounter und den neuen Kindergarten. Auch ein Kreisel soll hier entstehen.

Ein Beschluss für die Bebauung auf der "Jägersplatt" wurde noch nicht gefasst, ein möglicher Zeitplan aber bereits angerissen: Läuft alles nach Plan, könne Ende 2020 mit dem Bau begonnen werden, erklärte Franz & Lotz-Geschäftsführer Christian Maruschka. Die Bauzeit soll circa zweieinhalb Jahre betragen.

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