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72 Prozent im Landkreis Gießen doppelt geimpft

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Bis Ende 2021 haben 196 543 Bürger des Landkreises Gießen ihre zwei Impfstoffdosen gegen das Coronavirus erhalten. Archivfoto:dpa © DPA Deutsche Presseagentur

Die Corona-Analyse des Robert Koch-Instituts zeigt: Bei der Impfquote ist der Landkreis Gießen in Mittelhessen nur Vorletzter.

Kreis Gießen. 196 543 Frauen und Männer aus dem Landkreis Gießen sind gegen das Coronavirus grundimmunisiert, sie haben also die erste und die zweite Impfung bekommen. Bei 272 874 Einwohnern zum Stichtag 31. Dezember 2021 entspricht das einer Quote von 72 Prozent. Der Gießener Anzeiger hat einen Sonderbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) ausgewertet, der die Daten der Impfkampagne für den Zeitraum bis Ende 2021 auf die Städte und Landkreise herunterbricht. Im mittelhessischen Vergleich liegt der Landkreis Gießen damit nur auf dem vorletzten Platz.

Die höchste Quote erreicht der Landkreis Limburg-Weilburg mit 75 Prozent, gefolgt vom Vogelsbergkreis und Marburg-Biedenkopf (beide 74 Prozent). Schlusslicht in Mittelhessen ist der Lahn-Dill-Kreis mit 71 Prozent.

Bisher gab es derartige Daten nicht. Das RKI liefert Corona-Impfquoten für ganz Deutschland und die einzelnen Bundesländer. Die Kreisverwaltung teilt jede Woche mit, wie viele Impfungen bei den eigenen Angeboten stattgefunden haben. Früher stellte die Kassenärztliche Vereinigung auch Daten zu den Impfungen in Arztpraxen zur Verfügung. Aus diesen Zahlen geht aber nicht hervor, woher die Impflinge stammen. Schließlich kann sich hier auch jemand aus dem Lahn-Dill-Kreis oder aus Hamburg oder München immunisieren lassen.

Bisher nur ungenaue Zahlen

Hinzu kommt, dass das große Impfzentrum in Heuchelheim wegen des knappen Impfstoffs in den ersten Wochen im Winter 2021 auch für Bürger aus den Landkreisen Lahn-Dill, Marburg-Biedenkopf und Wetterau offenstand, ehe dort eigene Angebote eröffnet wurden. All das sorgte für ungenaue Zahlen.

Die Sonderauswertung des RKI basiert auf Daten der Webanwendung »Digitales Impfquotenmonitoring«, über die Impfzentren, mobile Teams, Betriebsärzte, Gesundheitsämter, Krankenhäuser, Apotheken und Zahnärzte anonymisierte Einzelfalldaten übermitteln. Weitere Quellen sind Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen mit den Krankenkassen sowie Meldeportale von Kassenärzten oder Privatärzten. Diese wurden nach den Postleitzahlen der Impflinge aufgeschlüsselt. Entscheidend war also der Wohnort, nicht der Ort der Impfung.

Mit seinen 72 Prozent liegt der Landkreis Gießen über dem bundesweiten Durchschnitt. Bis Ende 2021 fanden demnach 119 552 900 Erst- und Zweitimpfungen statt, das entspricht 71,1 Prozent der Bevölkerung. Auffrischungsimpfungen wurden nicht berücksichtigt, da sie erst ab Dezember 2021 in nennenswerter Zahl verabreicht worden seien, schreibt das RKI.

Warum wertet der Sonderbericht nur die Daten bis Ende 2021 aus? Eine derartige Analyse könne nur rückwirkend erstellt werden, da das Abrechnungsgeschehen und der Datenfluss für einen Zeitverzug von mindestens vier Monaten sorgen, heißt es zur Erklärung. Hinzu komme weitere Zeit für Datensortierung, Übermittlung und Auswertung. »Damit kann eine solche Auswertung niemals das aktuelle Impfgeschehen abbilden und die Analysen sind für das zeitnahe Impfquotenmonitoring im Pandemiefall ungeeignet.« Für zukünftige Pandemien ist es nach Auffassung des Robert Koch-Instituts »unabdingbar«, dass von allen geimpften Personen kontinuierlich und zeitnah detaillierte Basisdaten erhoben werden, um für Analysen zur Verfügung gestellt zu werden.

Wie geht es weiter?

Das aktuelle Impfangebot im Landkreis Gießen in Kooperation mit dem DRK-Kreisverband Marburg-Gießen und dem Regionalverband Mittelhessen der Johanniter ist bis zum 30. September befristet. Jessica Ruis von der Pressestelle der Kreisverwaltung teilte auf Anfrage mit, dass der Kreisausschuss Ende August darüber entscheiden werde, wie es ab Oktober weitergeht.

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