Missverstanden

Abbitte geleistet

Einer war zu weit gegangen, der andere wurde missverstanden. Der Freie Wähler Andreas Schuch und Pohlheims Bürgermeister Andreas Ruck (unabhänfig) sprachen sich öffentlich aus.

Pohlheim (ww). Die Fronten in der Pohlheimer Kommunalpolitik sind wieder einmal verhärtet, und eine Pressemitteilung der Freien Wähler war einen Deut zu scharf formuliert. Aus diesem Grund verlas der Freie Wähler Andreas Schuch eine Erklärung während der Stadtverordnetenversammlung in der vorigen Woche in Pohlheim, in der er sich für seine Wortwahl entschuldigte. In der Presseerklärung im November wurde die neue Mehrheit und Bürgermeister Andreas Ruck (unabhängig) mit todbringenden apokalyptischen Reitern verglichen. Hier ging es erneut um die gestrichene Groß-Kita in der Kirchstraße in Watzenborn-Steinberg, die von der neuen Mehrheit SPD, Grünen und FDP nicht gewünscht ist. Seine Wortwahl sei hart und spitz gewesen, gab Schuch zu. Er entschuldige sich bei den Menschen, die sich davon verletzt gefühlt hätten, betonte er. Prof. Dr. Ernst Ulrich Huster von der SPD hatte in einer Sitzung darauf hingewiesen, dass die Bezeichnung »Apokalyptische Reiter« schon ein starkes Stück sei, vor allem wenn man Christ sei.

Andreas Ruck hatte wiederum Schuch mit einer Formulierung in der Stadtverordnetenversammlung Anfang November tief getroffen, in dem er erklärte, dass Schuch die monatlichen Gesprächsstunden der Fraktionen nicht besucht habe, in denen über den Kindergartenthema gesprochen wurde.

»Das zeigt, dass ihnen ein Austausch nicht wichtig erscheint«, war als Aussage einer Tonbandaufzeichnung der Sitzung zu entnehmen. Dies empfand Schuch doppelt unter der Gürtellinie, weil ihn eine Krebserkrankung mit Operation nach der Kommunalwahl ein halbes Jahr aus der Bahn geworfen hatte. »Ich fühle mich unanständig behandelt«, formulierte jetzt Andreas Schuch.

Auch Ruck trat am gleichen Abend an das Mikrofon und entschuldige sich dafür, dass Schuch sich als Einzelperson von seiner damaligen Aussage habe angesprochen gefühlt. »Es ist schön, dass sie hier sind, als Fraktionsvorsitzender und mein Ansprechpartner.« Seine Aussage sei allerdings auf die Fraktion der Freien Wähler im Ganzen gemünzt gewesen.

Das könnte Sie auch interessieren