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Abluftventilatoren für 23 Schulstandorte

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Der Kreis investiert 820 000 Euro in Klassenzimmern und sorgt damit für bessere Durchlüftung.

Kreis Gießen (red). Lange Zeit herrschte schlechte Luft in einigen Klassenräumen des Landkreises Gießen. Überall dort, wo keine ausreichenden Lüftungsmöglichkeiten bestanden, verschlechterte sich die Luftqualität durch Anstieg der CO2-Konzentration im Laufe einer Unterrichtsstunde rasant. Dem steuert der Landkreis nun mit dem Einbau von Abluftventilatorensystemen entgegen, heißt es in einer Pressemitteilung. Sie sorgen dafür, dass sowohl potenziell virusbelastete Aerosole als auch die mit Kohlendioxid angereicherte Raumluft aus den Klassenräumen entfernt und durch frische Außenluft ersetzt wird. Ein heimisches Unternehmen aus Lich habe den Zuschlag im Rahmen des Ausschreibungsverfahrens für den Einbau von Abluftventilatoren in 94 Klassen-, Fach- und Betreuungsräumen an 23 Schulstandorten erhalten und wird bereits vor den Sommerferien mit dem Einbau der ersten Systeme beginnen. Die Arbeiten sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Rund 820 000 Euro wird der Landkreis Gießen für die Installation investieren. Insgesamt gibt es 53 Schulstandorte im Kreis.

Bau- und Schuldezernent Christopher Lipp ist von dem Abluftventilatorensystem überzeugt und freut sich, dass der Einbau in Kürze startet: »Unsere umfangreichen Praxistests, die von der Technischen Hochschule Mittelhessen wissenschaftlich begleitet wurden, haben deutlich gezeigt, wie sinnvoll der Einsatz dieser Technik ist, um in kürzester Zeit für eine gute Belüftung in den Klassenräumen zu sorgen. Das Abluftventilatorensystem soll dauerhaft eine gute Raumluftqualität in den Klassenräumen sicherstellen und leistet damit nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Infektionsschutzes, sondern auch zur Senkung der CO2-Konzentration. Das wirkt Müdigkeit und Konzentrationsschwäche entgegen.«

Die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) hatte sich im Zuge der Corona-Pandemie mit einer Alternative zu bestehenden Lüftungssystemen auseinandergesetzt und eine Technik weiterentwickelt, die nicht nur vielversprechend, sondern auch verhältnismäßig kostengünstig ist.

Das Prinzip: Überschreitet der CO2-Gehalt in einem Klassenraum einen bestimmten Grenzwert, startet automatisch ein Abluftventilator, der die verbrauchte Raumluft nach außen fördert. Ebenfalls automatisch kippt ein Fenster am entgegengesetzten Ende der Fensterfront, durch das frische Luft nach innen strömt.

»Wir können binnen weniger Minuten Raumluft gegen frische Außenluft austauschen, ohne dass sich die Schüler durch Zugluft unbehaglich fühlen oder im Winter frieren müssen. Das Konzept liefert somit einen wichtigen Beitrag für ein konzentriertes Lernen in einer gesünderen Arbeitsatmosphäre«, erläutert Prof. Dr. Hans-Martin Seipp, der das Abluftventilatorensystem gemeinsam mit seinem Kollegen Prof. Dr. Thomas Steffens und dem Team vom Fachbereich Life Science Engineering der THM weiterentwickelt und das Pilotprojekt in Kooperation mit dem Landkreis Gießen begleitet hat.

In sieben Klassenräumen an unterschiedlichen Schulen im Landkreis wurden bereits im Herbst 2021 mehrwöchige Praxistests durchgeführt. Die positive Rückmeldungen der Schulen waren die Grundlage für die Entscheidung zur Ausstattung weiterer Klassen.

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