Allendorf/Lda.: Schilder geklaut, Polizei ermittelt

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ALLENDORF/LDA - (dge). Kaum waren sie da, waren sie auch wieder weg. Die Rede ist von Schildern mit der Aufschrift "Allendorf (Lumda), Ort der Vielfalt, Demokratie und Toleranz".

Wie Helmut Wißner (Grüne) berichtete, haben Schüler der Clemens-Brentano-Europa-Schule die Tafeln gestaltet, der Bauhof habe sie am 19. November installiert. Sie standen an den Ortseingängen von Allendorf, Nordeck, Winnen und Climbach. Nur wenige Tage später, am 26. November, erreichte Bürgermeister Thomas Benz (FW) ein Anruf, dass das Schild im Ortsteil Winnen weg sei. Er habe die Bauhofmitarbeiter gebeten, nachzuschauen - mit dem Ergebnis, dass auch die übrigen Schilder weg sind. "Wir haben Anzeige wegen Diebstahl erstattet", so Benz. "Da braucht man nur eins und eins zusammenzählen, um zu ahnen, aus welcher Richtung so etwas kommt." Diese Vermutung äußert der Bürgermeister nicht von ungefähr, hatten doch vor einigen Jahren rechte Gruppen im Lumdatal für Unruhe gesorgt, Aufkleber und sogenannte "Spuckis" verteilt. 2012 wurde seinerzeit eine Publikation namens "Lumdatalbote" verteilt, es gab Hakenkreuz-Schmierereien auf mehreren Friedhöfen von Lumdatalgemeinden und Allendorfer Kommunalpolitiker erhielten unter anderem Drohanrufe. Seither gab es wohl keine Vorkommnisse dieser Art mehr. In diesem Zusammenhang hatte sich allerdings das Netzwerk für Demokratie im Lumdatal gegründet, ein Zusammenschluss von Menschen, Institutionen und Vereinen, die sich klar gegen rechtsextreme Umtriebe aussprechen. Die Schilder sollten das nun nachdrücklich veranschaulichen.

Doch zurück in die Gegenwart: Fünf solcher Schilder wurden an den Ortseingängen in Allendorf und seinen Stadtteilen aufgestellt. Damit kam man einem Antrag der Grünen in der Stadtverordnetenversammlung nach, der sich für das Aufstellen eines solchen Bekenntnisses zur Demokratie ausgesprochen hatte. Unter dem Oberbegriff "Toleranz im Lumdatal" hatten schon die Städte Lollar und Staufenberg die farbenfrohen Schilder installiert.

Polizeipressesprecher Jörg Reinemer bestätigte auf Nachfrage dieser Zeitung, dass ein Verfahren eingeleitet wurde, die Ermittlungen dauerten noch an. Hinweise bitte an die Polizeistation in Grünberg unter der Telefonnummer 06401/91430.

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