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Annerod: 30 Bauplätze, 600 Anfragen

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Von: Rose-Rita Schäfer

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Tahsin Erdem, Jochen Ahl (beide Imaxx), Bürgermeister Manuel Rosenke, Marco Morsch (Imaxx), Rainer Krombach (Baustra) und Helge Hessler (Zick-Hessler) freuten sich zusammen mit einem der Bauarbeiter über den symbolischen ersten Spatenstich für den vierten Bauabschnitt der »Jägersplatt«. Foto: Böhm © Böhm

Vier Hektar groß ist der nächste Abschnitt des Baugebiets »Jägersplatt« in Annerod. Für 30 Grundstücke gab es 600 Anfragen von Interessenten.

Fernwald (rrs). Nahe des Kreisverkehrs im Neubaugebiet »Auf der Jägersplatt« in Annerod oberhalb der neuen Kita und des geplanten Norma-Marktes tut sich was. Seit September laufen die Erschließungsarbeiten für den rund vier Hektar großen vierten Abschnitt des Baugebiets. Die Vorbereitungen sind schon im August angelaufen und jetzt mutet das zwischenzeitlich eingeebnete Gebiet wie eine riesige Landebahn für Außerirdische an. Etliche Bagger bewegen Erdmassen hin und her. Bei dichtem Nebel, durch den sich langsam die Sonne kämpfte, fand am Mittwochmorgen der symbolische Spatenstich statt.

Zum Spaten griffen Bürgermeister Manuel Rosenke (parteilos), Jochen Ahl, Geschäftsführer der Imaxx-Projektentwicklung, mit seinen Mitarbeitern Tahsin Erdem und Marco Morsch, Helge Hessler, Geschäftsleitung des Planungsbüros Zick-Hessler, und Rainer Krombach, Geschäftsführer der Firma Baustra.

Rosenke rechnet mit dem Abschluss der Erschließungsarbeiten im Frühsommer 2023. »Hier werden 30 Bauplätze von 500 bis 650 Quadratmetern Größe entstehen und eine Fläche für sieben Mehrfamilienhäuser ist ebenfalls eingeplant. Es gab rund 600 Anfragen. Da wir die Plätze aber nur an Bürger oder auch ehemalige Bürger von Fernwald vergeben wollen, blieben zum Schluss nur 60 Bewerber im Rennen. Diese haben jetzt ihre Unterlagen eingereicht und wir werden im November nach eingehender Prüfung die Reihenfolge der Bauplatzvergabe festlegen.«

Ahl berichtete stolz: »Bei der ›Jägersplatt IV› haben wir einen sehr hohen Verdichtungsgrad erreicht. Mit den Eigentumswohnungen in den Mehrfamilienhäusern kommen wir auf umgerechnet drei Wohnungen pro Bauplatz. Das ist äußerst flächensparend.«

Die Erschließungskosten sind mit rund sechs bis sieben Millionen Euro veranschlagt. Das ganze Gebiet werde in der Bilanz CO2-neutral sein. Geheizt wird mit Erdwärmekörben. Außerdem ist vorgesehen, dass die Gemeindevertretung in ihrer nächsten Sitzung eine Solarverpflichtung festlegt. »Mit einer grünen Lärmschutzwand, LED-Beleuchtung, Straßenpflaster aus Klima-Steinen, sind wir ökologisch auf der sicheren Seite und halten unseren CO2-Fußabdruck so gering wie möglich. Die Straßen sind als Verkehrsmischfläche eingeplant, will heißen, die Fußgänger dürfen genau da laufen, wo auch die Autos fahren - es wird also keine Bordsteine geben. »Man spricht hier von der ›Emanzipation‹ der Fußgänger«, erklärte Ahl. »Für den gesamten Bereich ›Jägersplatt‹ eins bis vier wird es nur ein Regenrückhaltebecken geben. Dies basiert auf einem Trennsystem, das Schmutz- und Regenwasser getrennt ableitet. Eingeplant ist ein grünes Becken, nicht betoniert, sondern mit Pflanzenbewuchs. Wir rechnen damit, dass das nur ein- bis zweimal pro Jahr volllaufen, ansonsten aber eine normale grüne Fläche ohne irgendwelche Beeinträchtigungen für die benachbarten Bewohner sein wird. Es muss sich also niemand vor frühmorgendlichem Frösche- quaken oder einer Mückenplage zu fürchten«, erklärte Ingenieur Hessler.

Abschließend zeigte sich Ahl mit dem Baufortschritt zufrieden. Da die Firma Baustra mit zwei Kolonnen und verstärktem Maschinenpark arbeite, laufe alles reibungslos und bleibe im abgesteckten Zeitrahmen.

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