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Arbeitsteilung zum Wohle der Tiere

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Die Verantwortlichen des Kleintierzüchtervereins Heuchelheim und des IJB freuen sich über die künftige enge Zusammenarbeit auf dem Kinder- und Jugendbauernhof »Hardtgärten«. © Wißner

Heuchelheim (twi). Seit 80 Jahren besteht der Kleintierzüchterverein Heuchelheim und wie bei so vielen anderen Vereinen auch, konnte dieser runde Geburtstag nicht groß gefeiert werden. Die traditionelle Hinkelskirmes war aufgrund der Coronaauflagen nicht in angemessener Form möglich, dafür konnte jedoch im vergangenen Monat in der »Schneiderhalle« der gemeinnützigen Gesellschaft für Integration, Jugend und Berufsbildung (IJB) »Hardtgärten« in Gießen die vorgezogene Lokalschau stattfinden.

Und diese Veranstaltung trägt Früchte, wurde nun seitens des Kleintierzüchtervereins und der IJB eine Kooperation auf dem Kinder- und Jugendbauernhof »Hardtgärten« gestartet.

Mechelner Hühner (Rote Liste) und Fränkische Landgänse werden gemeinsam von den Kooperationspartnern auf dem Gelände der Hardtgärten betreut. Der Kleintierzüchterverein setzt damit seinen Slogan »Wir erhalten Rassegeflügel für künftige Generationen« in die Tat um. Wie Vorsitzender Jörg Christ dazu ausführte, ist es der IJB in den letzten beiden Jahren gelungen, aus einer Industriebrache oberhalb eines Neubaugebietes im Steinbruch am Stadtrand von Gießen einen Naturerlebnisraum zu schaffen, der bereits Ende letzten Jahres als offizielles Projekt der UN-Dekade biologische Vielfalt ausgezeichnet wurde.

Bei dem 17 000 Quadratmeter großen Areal handelt es sich um den ehemaligen Bauhof eines heimischen Bauunternehmens. Für die Heuchelheimer Kleintierzüchter, die eine einzigartige Kleintierzuchtanlage samt Vereinsheim im Hinkelsweg ihr Eigen nennen, stellt das Mitwirken an der Kinder-und Jugendfarm »Hardtgärten« mit stolzen Fränkischen Landgänsen und eindrucksvollen großen Mechelner Hühnern mit ihrem gesperberten, schwarz-weißen Gefieder eine Bereicherung für den Erlebnisraum für die zahlreichen Kinder- und Jugendgruppen, die regelmäßig oder gelegentlich in den »Hardtgärten« zu Besuch sind, dar. Die Hühner stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Nutztierrassen in der Kategorie I (extrem gefährdet) und sind somit zum Erhalt der biodiversen Vielfalt besonders wichtig. Bei einem Gewicht von drei bis fünf Kilogramm und einer guten Legeleistung gehören sie zu den Zweinutzungshühnern.

Die Betreuung der geflügelten Schützlinge übernehmen die Mitarbeiter der IJB und die Kleintierzüchter gemeinsam. »Die Versorgung der Tiere und Pflege der Ställe durch die Mitarbeiter der IJB funktioniert vorbildlich. Am Wochenende übernehmen unsere verantwortungsbewussten Züchter die Dienste. Diese Aufgabenteilung ist zum Wohle der Tiere eine sinnvolle Ergänzung und unser Beitrag zum verfolgten Gesamtprojekt, das Zusammenleben des Menschen mit der Natur erfahrbar zu machen«, so Christ. Für 2022 sind bereits gemeinsame Projekte geplant. Die Brut und Aufzucht von Hühnerküken wird im Mittelpunkt stehen.

Kinder- und Jugendgruppen soll die Chance geboten werden, die Brut und den Schlupf der Küken im Schaubrüter mitzuerleben. Für die Nachzucht wollen die Mitarbeiter um das IJB-Betreuerteam Siegfried Derr, Thomas Höke und Michael Speckmann, einen weiteren, für Hühner artgerechten Stall bauen. Informations- und Schulungsmaterial stellen die Kleintierzüchter zur Verfügung. Auch das durch Lottomittel des Hessischen Umweltministeriums geförderte Drehrad »Vom Ei zum Küken« wurde speziell für die »Hardtgärten« angefertigt. Es ist somit ein zweiter Standort des Kleintierzüchtervereins vor den Toren der Bieberbachgemeinde.

»Unser Verein kommt seinem Engagement im Bildungsnetzwerk für Nachhaltigkeit (BNE) Mittelhessen somit an zwei Standorten nach, in Heuchelheim mit der Anlage am »Hinkelsweg« und nun in den »Hardtgärten« in Gießen mit dem Natur- und Lernerlebnis«, unterstreicht der Vorsitzende. Mit der Kooperationsvereinbarung festgelegt wurde auch bereits, dass 2022 die nächste Geflügelausstellung am 19. und 20. November in der Halle auf den »Hardtgärten« stattfinden soll.

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