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Auch Exoten müssen angemeldet werden

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Da Gelbbrustaras unter Artenschutz stehen, müssen diese angemeldet werden. In Mittelhessen ist dafür das Regierungspräsidium Gießen zuständig. Symbolfoto: dpa © DPA Deutsche Presseagentur

Wer sich ein Chamäleon oder einen Gelbbrustara zuhause hält, muss diesen aus Gründen des Artenschutzes beim Regierungspräidium Gießen anmelden.

Kreis Gießen (red). Hunde und Katzen zählen sicherlich zu den beliebtesten Haustieren. Doch es geht auch deutlich exotischer. Griechische Landschildkröten, Gelbbrustaras oder Chamäleons werden ebenfalls gerne privat gehalten. Sie und viele weitere Wirbeltiere haben gemeinsam, dass sie unter Artenschutz stehen. »Für die Eigentümer bedeutet das wiederum, dass sie ihre Tiere melden müssen. In Mittelhessen sind wir die dafür zuständige Behörde«, erklärt der Gießener Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich (CDU) in einer Pressemitteilung. Aktuell sind in den fünf mittelhessischen Landkreisen 16 500 artgeschützte Tiere gemeldet.

Warum möchte die Behörde wissen, wo und wie viele solche Tiere hier leben? »Das geht unter anderem aus dem Bundesnaturschutzgesetz und der Bundesartenschutzverordnung hervor«, erklärt RP-Mitarbeiterin Corinna Vahrenkamp. Sie regeln, welche Verpflichtungen private Halter haben. Und dazu zählt unter anderem die Meldepflicht. »Sie dient dazu, den Handel mit artgeschützten Tieren zu überwachen und die legale Herkunft der Tiere aus Zucht oder rechtmäßiger Einfuhr zu prüfen.« Die Meldepflicht gilt selbstverständlich auch für den gewerblichen Handel, unter anderem also für Zoo- oder Aquariengeschäfte, die zusätzlich auch für nicht meldepflichtige Tiere und Erzeugnisse einer Buchführungspflicht unterliegen. Die artgerechte Haltung wird von den Veterinärbehörden geprüft, mit denen das Artenschutzdezernat des Regierungspräsidiums eng zusammenarbeitet.

»Bitte melden Sie Ihr artgeschütztes Tier bei uns an, wenn Sie dies noch nicht getan haben. Sie helfen damit den Artenschutzbehörden, den Handel mit gefährdeten und vom Aussterben bedrohten Arten zu überwachen, denn leider sind noch immer illegale Wildfänge im Handel«, bittet Corinna Vahrenkamp.

Die meisten der ordnungsgemäß gemeldeten Tiere - circa 11 600 an der Zahl - sind übrigens Reptilien und Amphibien. Wiederum mehr als 9000 von ihnen sind sogar streng geschützt. Rund 4300 private und gewerbliche Halter sind beim Regierungspräsidium Gießen gelistet, davon rund 1100 im Landkreis Gießen. »Auffällig ist, dass viele Biologie-Studenten artgeschützte Tiere halten.«

Sie anzumelden kostet übrigens nichts. »Uns reicht eine E-Mail mit dem Herkunftsnachweis und einer Bescheinigung, wann und von wem das Tier erworben wurde«, sagt die Artenschützerin. Nicht minder wichtig ist es, Papageien, Geckos und Co. beim RP auch wieder abzumelden, wenn sie verkauft wurden oder aber gestorben sind.

Nicht selten kommt es vor, dass die Tiere ihre Besitzer überleben. Doch was tun, wenn ein Tier geerbt wird? »In dem Fall am besten bei uns melden und mitteilen, wer es übernommen hat. Wir helfen gegebenenfalls sogar dabei, einen geeigneten neuen Platz zu finden«, betont Corinna Vahrenkamp. Zu erreichen ist sie per E-Mail an Corinna.Vahrenkamp@rpgi.hessen.de oder unter 0641/303-5555.

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