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Auf der Blackenstraße soll man wieder spielen können

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Lollar (sle). Der Waldwirtschaftsplan ließ in der Sitzung der Lollarer Stadtverordnetenversammlung wenig Freude aufkommen. Revierleiter Udo Steiger hatte den Plan zuvor im Finanzausschuss erläutert. Unter dem Strich steht ein Defizit von 88.930 Euro.

Wolfgang Haussmann (Grüne) erklärte, dass seine Partei nicht zustimmen könne, da es ein Gutachten gebe, das der Wirtschaftsprüfer nicht umgesetzt habe. Heidelore Alt (Grüne) forderte den Magistrat auf, das Büro zeitnah anzuschreiben, damit die Umsetzung des Gutachtens schnellstens erfolgen kann.

Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek sagte, dass die Gemeinde Wettenberg mit eben diesem Gutachten nicht zufrieden gewesen sei, es müsse nachgearbeitet werden. In der Abstimmung wurde der Waldwirtschaftsplan 2022 mehrheitlich, bei zwei Neinstimmen und acht Enthaltungen, angenommen.

Als es darum ging, zu entscheiden, in welcher Variante die Blackenstraße in Lollar ausgebaut werden soll, verließen Betroffene den Saal. Zwei Varianten standen zur Beratung: Der Ausbau als verkehrsberuhigter Bereich oder der Ausbau wie im Bestand. In einer Anwohnerversammlung hatten zuvor 17 Personen für einen verkehrsberuhigten Ausbau gestimmt, drei waren dagegen und bevorzugten den Ausbau wie im Bestand.

Bei einem verkehrsberuhigten Ausbau wäre für Kinder das Spielen auf der Straße möglich. Außerdem würde der Durchgangsverkehr verringert, Parkmöglichkeiten würden vorgegeben. Das bedeutete aber auch, dass von den bisher 20 Parkplätzen dann nur noch vier möglich sind.

Während Norman Speier (SPD) die verkehrsberuhigte Variante befürwortete, fand er gleichwohl die daraus resultierende Parksituation unbefriedigend. Cornelia Maykemper (FDP) gab zu bedenken, dass nicht jeder eine Garage oder ein Grundstück zum Parken zur Verfügung habe. Wolfgang Haussmann sprach sich für den verkehrsberuhigten Ausbau aus. Mit 16 Ja-Stimmen wurde mehrheitlich der verkehrsberuhigte Ausbau der Blackenstraße beschlossen.

Der Beitritt zum Vertrag über die Nutzung des Feuerwehrtechnischen Zentrums Gießen (FTZ) wurde einstimmig beschlossen. Mit dem Angebot beziehungsweise der Einrichtung sollen die Freiwilligen Feuerwehren entlastet werden. Die Rad- und Fußgängerbrücke über die Lahn zwischen Wißmar und Lollar benötigt eine Sanierung beziehungsweise einen Umbau. In einem Vertrag von 1987 ist die anteilige Unterhaltungslast der beiden Kommunen geregelt.

Auf die Stadt Lollar entfallen 75 Prozent, die Gemeinde Wettenberg trägt 25 Prozent der Kosten. Man geht von einer Fördersumme der Maßnahme von 70 Prozent der Gesamtsumme aus. Im Ergebnishaushalt 2022 sind Mittel in Höhe von 475 000 Euro für die Maßnahme eingeplant, ebenso die voraussichtlichen Fördermittel. Einstimmig votierten die Stadtverordneten für die Brückensanierung. Mit dem gleichen Ergebnis wurde auch dem Beratungsvertrag mit der Landschaftspflegevereinigung Gießen (LPV) zugestimmt, die beauftragt wurde, mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Gießen einen Vorschlag zur »Heilung aller naturschutzfachlichen Mängel der Bebauungspläne« zu erarbeiten. Das Angebot kostet Lollar zunächst 3200 Euro.

Seit 1993 ist die Stadt verpflichtet, für jeden Bebauungsplan einen Ausgleich zu schaffen; vorher war dies Aufgabe eines jeden Bauherrn.

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