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Elisa Scheld vom Sonnenhof in Buseck lieferte an Steffen Blohmann vom Caterer »Iss mal anders« aus Braunfels Hokkaido-Kürbisse für eine bio-regionale Suppe.

Ernährung

Aus der Region in Gießen. Biebertal und Heuchelheim auf den Tisch

Schulen aus Biebertal, Heuchelheim uind Gießen sind bei einem Projekt dabei, bei dem es darum geht, regionale Lebensmittel für das Essen in den Schulkantinen zu verarbeiten.

Kreis Gießen (red). Die Ökomodell-Region Lahn-Dill-Gießen hat das Projekt »Nah.Land.Küche« im Lahn-Dill-Kreis und dem Landkreis Gießen gestartet. Unter dem Motto »Die Region im Kochtopf« sollen dabei in den kommenden zwei Jahren Wertschöpfungsketten aufgebaut werden, die die Nahrungsmittel der landwirtschaftlichen Betriebe in der Region auf die Teller von Schülern bringen. Sechs Großküchen und acht Schulen aus dem Lahn-Dill-Kreis, dem Landkreis Gießen und der Stadt Gießen sind am Projekt beteiligt. Als Teil der hessischen Ernährungsstrategie wird das Projekt bis Ende 2023 vom Land gefördert. Die heimischen Teilnehmer sind die Großküchen »Tischlein deck dich« von Zaug und jene des Studentenwerks sowie die Wilhelm-Leuschner-Schule Heuchelheim, die Grundschule Biebertal sowie in Gießen die Herderschule und die Aliceschule.

Ziel des Pilotprojektes »Nah.Land.Küche« ist es laut Pressemitteilung, nachhaltig Lieferstrukturen zu schaffen, die zukünftig auch von anderen Schulen und Großküchen genutzt werden können. »Wir möchten den Schülern mit dem Projekt eine gesunde und nachhaltige Ernährung im Alltag nahebringen und greifbar machen«, erklärt der hauptamtliche Kreisbeigeordnete Christian Zuckermann (Grüne). »Dass wir dabei auch noch die heimischen Landwirte unterstützen und diese neue kurze Lieferketten und Absatzmöglichkeiten vor Ort schöpfen können, freut uns besonders«, ergänzt Roland Esch (FWG), Erster Kreisbeigeordneter und Schuldezernent des Lahn-Dill-Kreises.

Mittelfristig sollen mehr Schulen mit bio-regionalen Lebensmitteln versorgt werden und auch andere Großküchen, wie zum Beispiel Betriebskantinen, sollen das regionale Angebot nutzen können. »Es ist schön, dass mit der Einbindung der Schulen gerade Kindern und Jugendlichen regionale und saisonale Lebensmittel schmackhaft gemacht werden«, sagt Erster Kreisbeigeordneter Christopher Lipp (CDU). Dies biete auch die Möglichkeit, pädagogisch an das Thema anzuknüpfen, um jungen Menschen Wertschätzung für regionale Lebensmittel und deren Erzeugung zu vermitteln, heißt es in der Mitteilung weiter.

Einige Hürden

Das Projekt möchte beispielhaft für einzelne Großküchen und spezifische Produkte aufzeigen, wie eine bio-regionale Versorgung umgesetzt werden kann. Denn in der Praxis ist das gar nicht so einfach: Für manche Produkte fehlt es in der Region an Verarbeitungsstrukturen und die Vertriebssysteme sind oft nicht auf den Bezug regionaler Waren ausgelegt. Außerdem bedeutet bio-regionale Verpflegung auch, dass vermehrt saisonale Produkte in den Küchen verarbeitet und in den Schulen angeboten werden sollten. Das kann veränderte Speisepläne erfordern.

Neben der regionalen Herkunft spielt auch die ökologische Produktionsweise der Lebensmittel eine große Rolle im Projekt. Darum werden die beteiligten Großküchen auf dem Weg zu einer Biozertifizierung für einzelne Produktlinien oder Menüs begleitet.

Um diese und andere Hürden aus dem Weg räumen zu können, wird die Abteilung für den ländlichen Raum für den Lahn-Dill-Kreis und den Landkreis Gießen von Experten der FiBL Projekte GmbH und der Ecozept GbR unterstützt. Die Unternehmen wurden nach einem Ausschreibungsverfahren im Juli als Projektpartner beauftragt. Sie werden die Verpflegungssituation an den Schulen und die Abläufe und Bedarfe bei den Großküchen analysieren und diese bei individuellen Konzepten beraten. Auch die Schulabteilungen der drei beteiligten Schulträger (Lahn-Dill-Kreis, Landkreis Gießen, Stadt Gießen) sind in die Projektarbeit miteingebunden. In den Bereichen Erzeugung, Verarbeitung und Vertrieb werden aktuell Gespräche mit weiteren möglichen Projektpartnern geführt.

Betreut wird das Projekt durch Marie-Charlotte Zeibig, Projektmanagerin bei der Ökomodell-Region Lahn-Dill-Gießen. So wurden Verbindungen zu anderen Projekten der Ökomodell-Region geknüpft, wie beispielsweise jenes, bei dem es darum geht, regionales Mulchgemüse zu vermarkten (der Anzeiger berichtete). »Tischlein deck dich« hat bereits für ein Schulessen Kürbis aus dem Mulchgemüse-Projekt genutzt, heißt es zum Schluss der Pressemitteilung. .

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