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Ayleen im Kreis Gießen getötet

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Kreis Gießen (red/dpa). Die 14-jährige Ayleen aus Baden-Württemberg ist im Bereich eines Feldweges im Landkreis Gießen ums Leben gekommen. Der Beschuldigte hat gestanden, das Mädchen »durch körperliche Gewalteinwirkung« getötet und den Leichnam anschließend im Teufelsee bei Echzell im Wetteraukreis versenkt zu haben. Dies haben Staatsanwaltschaft Gießen und das Polizeipräsidium Mittelhessen mitgeteilt.

Oberstaatsanwalt Thomas Hauburger, der Pressesprecher der Anklagebehörde, wollte aus ermittlungstaktischen Gründen keine weiteren Angaben zu der Vorgeschichte der Tat, den genauen Todesumständen und dem Motiv machen. Der 29-Jährige aus dem Lahn-Dill-Kreis sei am vergangenen Freitag für mehrere Stunden von Beamten der Kriminalpolizei und dem zuständigen Oberstaatsanwalt vernommen worden. Dabei gestand er die Tat, die sich in der Nacht vom 21. auf den 22. Juli ereignete. Der Mann führte die Polizeibeamten zum Tatort und zeigte den Ermittlern den Ablageort weiterer Kleidungsstücke der Verstorbenen. Die Kleidung wird aktuell auf serologisches Spurenmaterial im Hessischen Landeskriminalamt untersucht.

Dem Geständnis waren umfangreiche Ermittlungen der 30-köpfigen Sonderkommission »Lacus« und der Staatsanwaltschaft Gießen vorausgegangen. Seit der Übernahme durch die hessischen Behörden wurden mehrere Zeugen vernommen, eine Vielzahl von Spuren ausgewertet und es gab aufwendige rechtsmedizinische und digitalforensische Untersuchungen - insbesondere Handy-, Funkzellen, GPS- sowie Geodatenanalysen. Hierdurch sei es den Strafverfolgungsbehörden gelungen, ein beweiskräftiges Bewegungsprofil des Beschuldigten zu erstellen und sich ein konkretes Bild von dem etwaigen Tatablauf zu verschaffen, heißt in der Mitteilung weiter.

Der 29-Jährige hatte die Tat zunächst bestritten, räumte die Tat aber im Beisein seines Anwalts ein, als er mit den Ermittlungsergebnissen konfrontiert wurde. Laut Hauburger werden bis zur Anklageerhebung noch einige Monate vergehen, weil die umfangreichen Ermittlungen fortgesetzt würden. Die Leiche der Schülerin aus Südbaden war im Juli in dem See entdeckt worden.

In Chats kennengelernt

Der Tatverdächtige und das Mädchen kannten sich aus wochenlangen Chats in sozialen Netzwerken und einem bekannten Online-Spiel. Der 29-Jährige war kurz nach einer Durchsuchung seiner Wohnung festgenommen worden. Schon bald wurde bekannt, dass der Mann bereits früh als Sexualstraftäter aufgefallen war: Als Jugendlicher war er für zehn Jahre wegen eines versuchten Sexualdelikts in ein psychiatrisches Krankenhaus gekommen. Bis Anfang dieses Jahres war er in einem Programm für rückfallgefährdete Sexualstraftäter und stand unter Führungsaufsicht, die im Januar dieses Jahres auslief.

Im ersten Halbjahr 2022 wurden drei Anzeigen von Mädchen gegen den Mann erstattet, dabei ging es um Vorwürfe der sexuellen Belästigung und Nötigung. Zudem war er wegen Verkehrs- und Diebstahlsdelikten als Mehrfachintensivtäter eingestuft. Deshalb war für August eigentlich eine Verhandlung vor einem Amtsgericht vorgesehen.

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