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Die Diakoniestation Linden besteht nun seit vier Jahrzehnten. Mit einer Stelle wurde damals begonnen, mittlerweile sind rund 20 Kräfte im Einsatz. Seit 2009 ist die ursprünglich ehrenamtliche Einrichtung eine gemeinnützige GmbH. Archivfoto: Wißner

Helfen mit Herz

Barmherziger Samariter als Wegweiser

Die Diakoniestation Linden feiert ihr 40-jähriges Bestehen. In diesem Jahr vollzieht sich ein Wechsel an der Spitze.

Linden (twi). Bereits 2021 konnte der Förderverein Soziale Dienste Linden sein 40-jähriges Bestehen nicht feiern. In 2022 wird die Diakoniestation 40 Jahre alt, ob dann sogar gemeinsam 80 Jahre gefeiert werden oder aber auch erneut die Corona-Pandemie eine Feier verhindert, wird sich zeigen. Dabei vollzieht sich in diesem Jahr auch ein Wechsel an der Spitze der Diakoniestation Linden.

Am 1. Januar 1982 fiel der Startschuss

Doch zunächst einmal zurück zu den Anfängen. 1981 wurde der Förderverein Soziale Dienste Linden mit dem Ziel gegründet, den Aufbau und den Betrieb einer Sozialstation für häusliche Pflege in Linden zu fördern. Mit dem Förderverein und der Stadt Linden im Rücken gründeten die beiden evangelischen Kirchengemeinden Großen-Linden und Leihgestern noch 1981 einen Trägerverband. Am 1. Januar 1982 nahm die Evangelische Sozialstation Linden ihre Arbeit auf. Was mit einer Stelle begann, hat sich stets weiterentwickelt und wuchs über die Pflegedienstleiterinnen Alice Müller, Eva Steinmetz, Christina Pötter, Gabriele Keiner und Debora Schaab-Schieferstein auf fast 20 Kräfte für Pflege, Beratung und hauswirtschaftliche Dienste an.

Ein Ziel der Gründung war die Bestrebung des damaligen Bürgermeisters Dr. Ulrich Lenz, dass die Diakoniestation auch ein erstes »Bindeglied für Leihgestern und Großen-Linden« ist. 1994 erfolgte die Umbenennung in Diakoniestation Linden (DSL) und 2004 die Verleihung des »Diakoniesiegel Pflege«. Als Vorsitzender des Fördervereins Soziale Dienste Linden wirkt Lenz weiterhin an verantwortlicher Stelle mit.

»Helfen mit Herz ist in Linden kein leeres Wort« lautet jener Slogan, den der ehemalige Leihgesterner Gemeindepfarrer Dr. Walter Bujard prägte, der bis Ende 2008 ehrenamtlich die Geschicke der Diakoniestation führte. Am 1. Januar 2009 mit der Einbindung in eine gemeinnützige GmbH (gGmbH) endete die ehrenamtliche Leitungszeit, war doch mit der Gründung der gGmbH die Bestellung eines Geschäftsführers verbunden, wobei durch die Berufung von Matthias Barho auch die enge Zusammenarbeit mit dem Seniorenzentrum zum Ausdruck gebracht wurde, fungiert Barho doch auch als Geschäftsführer des Seniorenzentrumbetreibers, der Gesellschaft für diakonische Altenhilfe Gießen und Linden.

Designierter Nachfolger des zum 1. Januar in die passive Phase der Altersteilzeit gewechselten Barho wird Tim Schröder, der Barho auch als designierter kaufmännischer Geschäftsführer des Johannesstifts in Gießen und Seniorenzentrum Linden folgt. Die Organe der gGmbH sind die Gesellschafterversammlung, der Aufsichtsrat und die Geschäftsführung. Alleiniger Gesellschafter der gGmbH ist der Zweckverband »Lindener Diakonie«. Der Zweckverband wird getragen von den beiden Lindener evangelischen Kirchengemeinden Großen-Linden und Leihgestern. Die Diakoniestation Linden (DSL) ist Mitglied des Diakonischen Werkes Hessen und Nassau.

Das Leitbild der Diakoniestation Linden wurde gemeinsam mit den Mitarbeitern erarbeitet. Zur kirchlich-diakonischen Verantwortung tritt der Auftrag der Stadt Linden und des Fördervereins »Soziale Dienste« Linden, die beide die DSL nach Kräften unterstützen. Das DSL-Team umfasst Pflegefachkräfte, Pflegehilfskräfte, Hauswirtschafterinnen und Verwaltungsfachkräfte, welche durch qualifizierte Aushilfen sowie ehrenamtliche Mitarbeiter unterstützt werden.

Es erfolgte zu Beginn ein stufenweiser Ausbau der Diakoniestation seit 1994 mit Hospizgruppe, Betreuung Demenzkranker, Generationenbrücke und weit verzweigtem Betreuungsnetz. Zwischenzeitliche Turbulenzen und der erfolgte Leitungswechsel im vergangenen Jahr, verbunden mit der Einschränkung des Betreuungsangebots wie etwa dem beliebten Café »HilDe« wurden in Coronazeiten erfolgreich gemeistert.

Diakoniegottesdienste und damit verbunden offizielle Einführungen wie auch Verabschiedungen waren zwei Jahre lang nicht möglich. Im März vergangenen Jahres vollzog sich so ein Wechsel in der Pflegedienstleitung. Seitdem leiten Schaab-Schieferstein und als Stellvertreterin Simone Wick die DSL, die aktuell fast 100 Patienten betreut. Und dies »sehr gut«, wie die im März vergangenen Jahres erfolgte Prüfung des Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) ausweist.

Mit ein Grund für diese ausgezeichneten Prüfergebnisse dürfte auch der Hinweis der DSL sein, dass es den Mitarbeitern neben der Pflege wichtig ist, auch Zeit zu haben, um zuzuhören, zu trösten, Mut zuzusprechen und Sterbende und Trauernde zu begleiten. Seit jeher werden Dienste unabhängig von der ethnischen, kulturellen, religiösen, gesellschaftlichen/sozialen Zugehörigkeit erbracht.

»Die Beispielgeschichte vom barmherzigen Samariter ist uns Wegweiser für diakonisches Handeln. Sie macht uns deutlich, was unser spezieller Auftrag ist: Zu helfen, zu heilen, Leiden zu lindern, zu begleiten und sich Zeit zu nehmen. Niemand soll von dieser Versorgung ausgeschlossen werden. Als Diakoniestation erfüllen wir diesen Auftrag. Der einzelne Mensch und seine Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt unseres Handelns. Für die Entwicklung von Zukunftsperspektiven haben die Grundsätze christlicher Ethik für uns eine grundlegende Bedeutung«, heißt es dazu im Leitbild der Diakoniestation Linden.

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