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Bereits zwei Kandidaten in Linden gesichtet

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Von: Thomas Wißner

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Fabian Wedemann (CDU). © Thomas Wißner

Mit Bankbetriebswirt Fabian Wedemann und Volljuristin Lale Sahin haben sich schon zwei potentielle Bewerber für den Posten des Rathauschefs gemeldet.

Linden . 58 Stunden nachdem Bürgermeister Jörg König seinen Amtsverzicht gegenüber Stadtverordnetenvorsteher Fabian Wedemann (beide CDU) erklärt hatte, wurde dieser am Mittwochabend bereits im CDU-Stadtverband als König-Nachfolge gehandelt. Am Freitag (23. Dezember) soll der 32-Jährige, der Spitzenkandidat der letztjährigen Kommunalwahl war, offiziell nominiert werden.

Schon am 12. März nächsten Jahres soll gewählt werden. Und Wedemann wird wohl nicht der einzige Kandidat bleiben, sammelt doch mit der Volljuristin Lale Sahin bereits eine unabhängige und bisher in der Lindener Stadtpolitik noch nicht in Erscheinung getretene Bewerberin Unterschriften. »Ich möchte mich zur Wahl der Bürgermeisterin der Stadt Linden aufstellen lassen. Parteilos. Dafür brauche ich eure Unterstützung, eure Unterschrift! Die Unterschrift dient dazu, mich überhaupt zur Wahl aufstellen lassen zu können,« wirbt die Volljuristin aktuell bei Wahlberechtigten aus Linden um eine Unterschrift.

74 Unterschriften notwendig

74 müssen es sein, wie der am gestrigen Freitag erfolgten Veröffentlichung im Amtlichen Bekanntmachungsorgan der Stadt, den Lindener Nachrichten von Gemeindewahlleiter Tim Schneider bekannt gemacht wurde. Bis Montag, 2. Januar, 18 Uhr können schriftlich Bewerbungen ums Amt Wahlvorschläge beim Gemeindewahlleiter eingereicht werden. Einzelbewerber müssen mindestens 74 Unterschriften von Wahlberechtigten vorlegen, die von diesen persönlich und handschriftlich unterzeichnet wurden. Jeder Wahlberechtigte kann nur einen Wahlvorschlag unterzeichnen.

Die Einwohnerzahl der Stadt wurde mit 13 457 zum 30. Juni dieses Jahres angegeben. Für unabhängige Interessenten sind somit alle Informationen zugänglich, wobei die Stadtverwaltung zwischen den Jahren, also in der letzten Dezemberwoche geschlossen ist.

Während Wedemann bereits seit 2006 in städtischen Gremien vertreten ist, hat Sahin keinerlei Erfahrung und dennoch bereits Stadtgeschichte geschrieben. Nie zuvor gab es in der bisherigen Stadtgeschichte eine Frau als Bewerberin für das Bürgermeisteramt.

Der 32-jährige Bankbetriebswirt Wedemann steht in Diensten der Sparkasse Gießen, ist stellvertretender Vertriebsdirektor im Bereich der Firmenkunden und Mitglied des Verwaltungsrats. Bereits Mit 16 Jahren begann er in der Jugendvertretung der Stadt als einer der beiden stellvertretenden Vorsitzenden, zog 2011 als Nachrücker bei der CDU in die Stadtverordnetenversammlung ein und wurde im Juni 2020 zum Stadtverordnetenvorsteher gewählt und nach der Kommunalwahl in diesem Amt bestätigt.

Wedemann war Spitzenkandidat der Lindener CDU bei der Kommunalwahl und hatte dabei bereits damit geworben: »Ich lebe schon immer in Linden. Wie viele Bürger bin ich der Ansicht, dass es sich hier gut leben lässt. Gleichwohl gibt es Handlungsfelder für die Zukunft, an denen wir noch ordentlich etwas tun müssen«. Diesen Worten fühlt er sich auch heute noch verpflichtet, ist er doch der Überzeugung, dass »wir hier viele Potenziale haben, die wir auch endlich nutzen müssen«.

Auf die Frage »Warum er Bürgermeister werden will?« gibt sich der Eintracht-Fan sportlich: »Ich liebe die Herausforderung, und ich habe ein Ziel, was ich schon als Stadtverordnetenvorsteher begonnen habe zu verfolgen: Rathaus und Parlament wieder näher zusammen zusammenzubringen, um die Stadt nachhaltig und positiv aufstellen zu können«.

Dass vieles besser gemacht werden kann, denkt auch die 44-jährige Lale Sahin. Sie engagiert sich bereits als Elternbeiratsmitglied in der Kindertagesstätte Regenbogenland.

Beim Lindener Wahlleiter Tim Schneider hatte sie sich auch schon vor einiger Zeit erkundigt, was für eine Bewerberin erforderlich ist.

So war sie bestens gerüstet, als sie die Nachricht vom Amtsverzichts Königs erhielt.

In Siegen geboren und zum Jurastudium nach Gießen gekommen ist die Volljuristin seit mittlerweile 14 Jahren für die Bundesagentur für Arbeit im Jobcenter in Frankfurt am Main tätig. Die zweifache Mutter von Sohn und Tochter im Kindergartenalter lebt seit 2019 in Linden, wo die Familie im Neubaugebiet »Nördlich Breiter Weg« in Leihgestern ein Haus gebaut hat.

Durch die Arbeit im Elternbeirat gab es viele Anknüpfungspunkte mit der Stadt und dem Bürgermeister und die Erfahrung, »dass man zwar Themen anbringen kann, aber die Probleme nicht gelöst werden«. So sei sie immer aktiver geworden und habe auch öffentliche Sitzungen der Fraktionen besucht, um sich einen Einblick zu verschaffen. Auch daraus habe sie dann für sich beschlossen, dass sie sich mehr einbringen möchte.

»Ich habe einen Migrationshintergrund und bin stolz darauf. Ich bin das klassische Gastarbeiterkind, in Siegen wie auch meine Schwester geboren, nachdem meine Eltern aus der Türkei nach Deutschland kamen«.

Dritte Kandidatur in Sicht

Und es sieht auch nach einer weiteren dritten Kandidatur aus. Am 29. Dezember wollen die Lindener Grünen ihre Kandidatin bei einer Mitgliederversammlung des Ortsverbandes um 19 Uhr im Sportheim der TSG Leihgestern nominieren. Hier dürfte mit Katrin von der Decken die Spitzenkandidatin der letztjährigen

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Lale Sahin (unabhängig). Fotos: Wißner © Wißner

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