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»Bewusstsein für den Radverkehr deutlich gesteigert«

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Auch die Jüngsten beteiligten sich, wie hier bei der Kiddical Mass-Aktion beim diesjährigen Stadtradeln. Foto: R.Schäfer © R.Schäfer

Das Stadtradeln ging am gestrigen Freitag zu Ende. Für Verkehrsdezernent Christian Zuckermann war die Aktion ein voller Erfolg.

Kreis Gießen (lth). Über 4600 aktive Radelnde, 406 Team und insgesamt rund 800 000 geradelte Kilometer. Mit diesen Zahlen endete am gestrigen Freitag die Aktion Stadtradeln, an der sich der Landkreis Gießen erstmalig beteiligte. Das erfolgreichste Team sowie die besten zwei Radel-Könige oder Königinnen mit den meisten gesammelten Kilometern werden im Nachgang noch mit Preisen belohnt.

Der Landkreis unterstützte bei der Stadtradeln-Aktion viele Kommunen bei der Teilnahme. So fand die Aktion in fast allen Landkreis-Kommunen vom 14. Mai bis 3. Juni statt. Dabei ging es vorrangig darum, 21 Tage lang möglichst viele (Alltags)-Wege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen.

Der internationale Wettbewerb des Stadtradelns ist eine Kampagne des Klima-Bündnis, des größten Netzwerks europäischer Kommunen zum Klimaschutz. Er soll Spaß am Radfahren wecken und dazu motivieren, das Fahrrad häufiger im Alltag zu nutzen. Ziel sind Impulse für die Förderung des Radverkehrs und den Klimaschutz. Im Landkreis zeigte die klimafreundliche Aktion Wirkung. Insgesamt konnten im genannten Zeitraum über 100 Tonnen CO2 vermieden werden. Auch der Verkehrsdezernent des Landkreises, Christian Zuckermann, zog auf Nachfrage des Gießener Anzeigers ein positives Fazit. »Das diesjährige Stadtradeln war ein voller Erfolg. Insgesamt konnten wir unser Ziel erreichen, das Bewusstsein für den Radverkehr deutlich zu steigern. Auch mit Blick auf die Verbesserung der Verkehrssicherheit für Radelnde im Kreisgebiet und das Bewusstmachen der klimarelevanten Auswirkungen durch den Alltagsverkehr konnten wir Akzente setzen.«

Mit zahlreichen Fahrradaktionen wie etwa Kidical Mass und Critical Mass im Landkreis, Schulwegdemos, der gemeinsamen Fahrradaktionstag von Stadt und Landkreis Gießen oder der Einrichtung einer Fahrradstraße zwischen Daubringen und Lollar als sechsmonatigem Verkehrsversuch konnten gute Akzente gesetzt werden, um zum Fahrradfahren zu motivieren.

Über die Funktion RADar! in der Stadtradeln-App hatten die Nutzer zudem die Möglichkeit, auf bestehende Defizite für Radfahrende hinzuweisen, welche im besten Fall von den zuständigen Kommunen nun sukzessive abgearbeitet werden. »Nicht zuletzt sind wir stolz darauf, dass der Landkreis Gießen im Ranking der am meisten gesammelten Kilometer hessenweit auf Platz eins steht. Auch hieran erkennen wir den Stellenwert des Fahrrades für die Bürger im Kreisgebiet«, freut sich Zuckermann.

Parallel zum Stadtradeln lief das Pilotprojekt mit Leihfahrrädern, welches in Pohlheim, Hungen und Lich auf die Beine gestellt wurden. In Pohlheim wurden sechs, in Lich fünf und in Hungen vier Stationen des Leihrad-Anbieters Nextbike eingerichtet. Auch hier zeigt sich der Verkehrsdezernent zufrieden mit dem Ergebnis. »Nach der ersten Evaluation können wir sagen, dass die Räder in allen drei Kommunen gegen Ende der drei Testwochen stärker genutzt wurden als zu Beginn.» Die Leihräder wurden zwar hauptsächlich für kurze Strecken innerhalb einer Kommune genutzt, dennoch könne man festhalten, dass Leihräder in ländlichen Regionen funktionieren, wenn die Menschen bereit sind, das Angebot in ihren Alltag zu integrieren, resümiert Zuckermann.

Die Rückmeldungen von Mitarbeitern des Landkreises, die sich selbst am Stadtradeln beteiligten, seien vielfältig gewesen. »Festzuhalten ist, dass mit dem Umsteigen auf das Rad zunächst ein Gewöhnungsprozess startet«, erklärt Zuckermann.

Sehr oft wurde angemerkt, dass man auf dem Rad einen anderen Blick auf das Verkehrsgeschehen bekommt. Man schärft die Sinne für bestimmte Situationen und fährt, später mit Pkw, deutlich rücksichtsvoller, weil man aus der Erfahrung weiß, wie gefährlich vermeintlich unkritische Situationen für Radfahrer sein können.

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