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Biebertalerin reist mit 45 PS durch sechs Länder

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Eva Hußmann zusammen mit ihren österreichischen Begleitern, die sie vor dem Rennen kennenlernte. Foto: Hußmann © Hußmann

Die Biebertalerin Eva Hußmann hat am »Pothole Rodeo« in Österreich teilgenommen und freut sich schon auf die Fahrt 2023, die nach Nord- und Westafrika führt.

Biebertal . Der Fokus liegt auf dem Zusammenhalt der Teilnehmer. Es herrscht kein sportlicher Wettkampf, sondern der Weg ist dabei ganz klar das Ziel. Die Besonderheit liegt im Regelwerk für die Fahrzeuge. Die Rede ist von einem sogenannten »Pothole Rodeo«, oder zu Deutsch »Schlagloch-Rodeo«. Die Biebertalerin Eva Hußmann hat im Juli an ihrem ersten »Pothole Rodeo« in Österreich teilgenommen und sagt rückblickend: »Mich hat es direkt gepackt.« Auch deshalb hat sie beschlossen, sich im Mai 2023 erneut auf ihr Motorrad zu schwingen und an der Abenteuer-Rallye in Nordafrika teilzunehmen.

1500 Teilnehmer

»Quer durch die Alpenrepublik« lautete in diesem Jahr das Motto. Die Teilnehmer fuhren quer durch Österreich, Deutschland, Liechtenstein, Schweiz, Italien und Slowenien. Hußmann, die 2018 ihre Passion fürs Motorradfahren entdeckt hat und seitdem viele Reisen auf ihren zwei Rädern unternommen hat, ist beim Durchforsten des Internets auf das »Pothole Rodeo« in Österreich gestoßen. Bei der Anmeldung hatte sie Glück und bekam einen der 1500 Startplätze. Was jedoch fehlte, war das passende Gefährt. Denn um bei einem »Pothole Rodeo« teilnehmen zu dürfen, muss das Bike schon einige Jahre auf dem Buckel haben. So gilt: 20 Jahre, 50 PS; 25 Jahre, 60 PS oder 30 Jahre, 70 PS. Die Biebertalerin kaufte sich deshalb eine Yamaha XT 600 E, Baujahr 1993 mit 45 PS.

Eine ebenfalls schöne Tradition, die es beim »Pothole Rodeo« gibt, ist, dass die Rallye-Piloten ihr Abenteuer mit dem Sammeln von Spenden für einen guten Zweck verbinden. »Ich entschied mich, mit meiner Startnummer 203 für das Projekt ›Kind sein dürfen‹ auf Spendensuche zu gehen«, erklärt Hußmann. Mit dem Geld wurden zwei Kindertagesstätten in Albanien und Moldawien unterstützt. Die Biebertalerin freute sich über jeden Cent und merkte an, dass sie für ihr nächstes Rennen im April und Mai wieder für das gleiche Projekt Spenden sammeln möchte. »Jeder, der dieses Ziel unterstützen möchte, kann dies jederzeit tun.« Unter www.backroadclub.com und dem Reiter »Charity« kann nach Eingabe ihrer Startnummer (203) ein beliebiger Betrag gespendet werden.

Nachdem sie die Anreise noch alleine hinter sich gebracht hatte, schloss sie sich vor dem Startschuss der Tour mit zwei Österreichern zu einem Team zusammen. »Das ist das schöne am Rodeo. Man ist nicht lange alleine, schließt Freundschaften und die Teilnehmer unterstützen sich gegenseitig.«

20 000 Höhenmeter

Mit dem alten Bike, das vor dem Rennen in etwa 65 000 Kilometer auf dem Tacho hatte, bewältigte die Biebertalerin in fünf Tagen rund 20 000 Höhenmeter. Geschlafen wurde vorwiegend auf Campingplätzen, die sich in der Nähe der Checkpoints befanden. Was Hußmann besonders beeindruckte, war die freundliche und aufgeschlossene Art, nicht nur innerhalb des Teilnehmerfeldes, sondern auch der Menschen in den verschiedenen Ländern. »Es sind die kleinen Begegnungen mit der Bevölkerung, die einen im Kopf bleiben«, blickt die Bikerin zurück.

Auch deshalb soll ihr erstes »Pothole Rodeo« auf keinen Fall ihr letztes gewesen sein. Sie hat sich direkt für die Rallye in Afrika angemeldet und freut sich schon extrem auf die neue Herausforderung. Ihrer alten Yamaha, die die Premiere ebenfalls schadlos überstanden hat, will sie im nächsten Jahr einen schönen 30. Geburtstag bescheren. Und der lässt sich wohl kaum besser feiern als auf dem zweitgrößten Kontinent unserer Erde.

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Mit ihrer Yamaha XT 600 E, Baujahr 1993, nahm Eva Hußmann am »Pothole Rodeo« teil. Foto: Hußmann © Hußmann

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