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Ein Bild der Verwüstung bietet seit gestern die Sparkassenfiliale in Hungen.

Geldautomat gesprengt

Bild der Verwüstung in Hungen

Unbekannte Täter haben den Geldautomat der Sparkasse Hungen in der Obertorstraße in die Luft gejagt. Die Polizei fahndet nach drei Männern, die in einem silberfarbenen BMW flüchteten.

Hungen (klk). Es ist viertel nach zwei am frühen Donnerstagmorgen. Eine gewaltige Detonation reißt die Anwohner in der Hungener Obertorstraße aus dem Schlaf. Das Gebäude der Sparkasse Laubach-Hungen und die benachbarten Häuser bieten ein Bild der Verwüstung.

Zwei unbekannte Täter haben gerade den Geldautomaten im Foyer in die Luft gejagt. Ein Dritter wartet in einem silbernen 5er BMW und braust schließlich mit seinen Komplizen und der Beute in unbekannter Höhe davon.

Doch nicht nur das Sparkassen-Gebäude wird durch den neuerlichen Anschlag - der erste war im März 2021 - stark beschädigt. Auch die umliegenden Häuser sind erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden. Überall auf der Straße liegen Scherben herum.

Friseur Klaus-Peter Karpf ist fassungslos: »Wenn jemand zufällig auf der Straße gewesen wäre, den hätte es zerfetzt.« Die Eingangstür seines Salons ist durch die Druckwelle zerstört worden.

Noch schlimmer erging es dem Geschäft direkt gegenüber. »Bei uns sind drei große Schaufenster zerborsten«, berichtet Janek Neundorf vom Bettenhaus Biermann.

Außerdem seien Ziegel abgedeckt, das Kellerfenster eingedrückt und die Decke beschädigt worden.

In der Sparkasse selbst wurde nicht nur der Eingangsbereich komplett zerstört. »Wie es aussieht, muss die gesamte Schalterhalle kernsaniert werden«, erläutert Alexandra Kion von der Sparkasse Laubach-Hungen auf Anfrage. Wann hier der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, steht noch nicht fest. Zunächst müsse die Statik geprüft werden. Die Angestellten seien nun in den Geschäftsstellen in Villingen und Laubach zu erreichen. Hier können Kunden auch persönliche Termine wahrnehmen.

Bereits im März 2021 war der Geldautomat in Hungen Ziel eines Raubüberfalls. Damals ist der Schaden nach Angaben von Kion aber noch verhältnismäßig gering gewesen. »Schon am Nachmittag des gleichen Tages war die Schalterhalle wieder geöffnet.«

Diesmal allerdings muss es sich um einen Sprengsatz mit erheblich mehr Sprengkraft gehandelt haben. Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr waren vor Ort. Später stießen Experten des Kampfmittelräumdienstes dazu, denn die Täter haben offensichtlich Sprengstoff am Tatort zurückgelassen.

Die Polizei bittet um Hinweise zu den flüchtigen Tätern, die mit einem silberfarbenen 5-er BMW entkamen.

Wer - auch im Vorfeld - etwas gesehen hat, sollte sich unter 0641/7006-6555 melden.

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