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Biogasanlage bei Geilshausen geplant

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Die Abfallverwertung und das Thema Restmüll beschäftigte den Kreis Umweltausschuss.. DerDienstleistungsvertrag mit Remondis läuft aus. Eine Neuausschreibung wird nötig.

Kreis Gießen (twi). Um Biomüll und Restmüll ging es in der Sitzung des Kreistagsausschusses für Umwelt- und Klimaschutz im Bürgerhaus Wieseck.

Während der dreistündigen Zusammenkunft ging es zunächst um den Bau einer Bioabfallvergärungsanlage in Geilshausen. Hier soll zum bestehenden Kompostwerk eine der Kompostierung vorgeschaltete Bioabfallvergärungsanlage errichtet werden. Um sich zu informieren, sind die Ausschussmitglieder im Juni zu einer Besichtigung der Humus-Erdenwerk-Vergärungsan-lage in Ilbenstadt eingeladen. Über den geplanten Bau informierte Marcel Grünbein von der pbo Ingenieurgesellschaft in Aachen.

»Mit Augenmerk wurde an die Sache herangegangen«, versicherte Grünbein, um sogleich auf den Vorteil des Standorts Geilshausen einzugehen. Hier gebe es weit und breit keine Anwohner, die sich dadurch gestört fühlen könnten, darüber hinaus entstehe hier auch ein neues Gewerbegebiet, das als Abnehmer für Biogas dienen könne. Wie Kreis-Umweltdezernent Christian Zuckermann (Grüne) ausführte, betreibt der Landkreis seit 1996 seine Kompostierungsanlage im ehemaligen NATO-Lager »Am Noll« außerhalb von Geilshausen.

Die künftige Biogasanlage soll für 42 000 Tonnen Bioabfälle ausgerichtet werden. Aktuell werden etwa 40 000 Tonnen angeliefert. Die Kostenschätzung für die Investitions- und Betriebskosten belaufen sich auf 12,2 Millionen Euro. Hinzu kommen weitere 13,5 Millionen Euro für Bau- und Maschinentechnik, sodass von einem Gesamtvolumen von 25,7 Millionen Euro ausgegangen wird, und hier aufgrund dieser Größenordnung eine europaweites Ausschreibungsverfahren festgeschrieben ist.

Wie Grünbein erläuterte wurde bei dieser Summe bereits berücksichtigt, dass die bisherige Bausubstanz bei der Umbaumaßnahme genutzt werden soll. Das Betriebsgebäude sei in die Jahre gekommen, der Tunnelzustand sei gut, wobei einige Komponenten ausgetauscht werden müssten. Unberücksichtigt geblieben sind Fördermöglichkeiten. Ebenso in diesem Kostenvolumen noch nicht enthalten ist der Bau einer Leitungstrasse für potenzielle Abnehmer.

Eine Leitungstrasse über eine Entfernung zwischen zehn und 14 Kilometer zum nächstgelegenen Einspeisepunkt bei Grünberg wird rund 1,8 Millionen Euro kosten.

Restabfall

Es folgte der Übergang vom Bio- zum Restabfall, denn zum 31. Dezember läuft der aktuelle Dienstleistungsvertrag mit Remondis aus. Über die Ausschreibungsstandards informierte Martin Adams vom Planungsbüro Teamwerk.

Zwingend erforderlich ist eine Neuausschreibung, wobei laut Adams eine energetische Verwertung ohne Vorbehandlung alternativlos ist. Empfohlen vom Planer wurde eine sogenannte Verfahrensoffene Ausschreibung. Ende Mai soll mit der Vergabe an den Markt gegangen werden, sodass ab Juli die Angebotsbewertung erfolgen und der Vergabevorschlag Ende Juli vorgelegt werden kann.

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