Blindgänger in Ettingshausen gesprengt

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ETTINGSHAUSEN - (ebp). Überraschung am Ende der jüngsten Gemeindevertretersitzung in Reiskirchen: Was es mit dem Blindgänger auf sich hatte, der Anfang März in der Gemarkung von Ettingshausen gesprengt wurde, wollte Renz Hornischer (Grüne) von Bürgermeister Dietmar Kromm (parteilos) wissen - bekam an diesem Abend aber keine zufriedenstellende Antwort.

Er habe überhaupt erst durch Hornischers schriftliche Anfrage, die am Tag zuvor eingegangen sei, von dem Blindgänger erfahren, sagte der Rathauschef.

Wie die Pressestelle des Regierungspräsidiums (RP) Darmstadt auf Anfrage dieser Zeitung nun mitgeteilt hat, wurden am 2. März auf einem Acker 20 Sprenggranaten gefunden. Die Granaten, die von einem Sondengänger zusammengelegt worden waren, waren je zwei Zentimeter groß. Es kamen noch 22 weitere zwei-Zentimeter-Sprenggranaten, Infanteriepatronen und 24 Kilogramm Munitionsteile aus dem näheren Umfeld hinzu.

Die 42 Sprenggranaten mussten demnach aufgrund des schlechten Zustands und der daraus resultierenden fehlenden Transportfähigkeit durch das Fundkommando vom Kampfmittelräumdienst des RP Darmstadt vor Ort gesprengt werden. Sie seien weder handhabungs-, noch transportsicher gewesen. Zur Absicherung der Sprengung wurde die Grünberger Polizei hinzugezogen.

Ob der Fund an die Gemeinde gemeldet wurde, konnte das Regierungspräsidium nicht sagen. "Im Normalfall ist es so, dass der Kampfmittelräumdienst von der Polizei informiert wird und zur Tat schreitet", so die Pressestelle. Es komme aber auch vor, dass der Finder die Munition an den Kampfmittelräumdienst meldet und das Fundkommando, für den Fall einer notwendigen Sprengung, oder im Falle des unberechtigten Besitzes von Munition aus dem Zweiten Weltkrieg, die Polizei hinzuzieht.

Wie Hornischer im Gespräch mit dem Anzeiger berichtete, sei er zum Zeitpunkt der Sprengung selbst auf einem anderen Feld am Arbeiten gewesen. Durch die Lautstärke des Schleppers habe er selbst die Sprengung nicht gehört - seine Familie, die zu dem Zeitpunkt zuhause in der Flugplatzsiedlung war, allerdings schon.

In Ettingshausen bestand ein Flugplatz der Luftwaffe. Dieser wurde an Weihnachten 1944 von amerikanischen Bombern stark beschädigt.

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