Buseck: FW und CDU wollen zentrale Kita-Leitung

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BUSECK - (ebp). Die zentrale Leitungsstelle für die Kindertagesstätten der Gemeinde Buseck soll wieder besetzt werden - das fordern Freie Wähler (FW) und CDU und haben einen gemeinsamen Antrag vorgelegt. Dieser hatte im Sozialausschuss für reichlich Diskussionen gesorgt, konnte in der Gemeindevertretersitzung aus Zeitmangel aber nicht behandelt werden.

Die künftige Leitung solle etwa gewährleisten, dass im Krankheitsfall der Austausch von Erziehern zwischen den gemeindlichen Kitas zeitnah nach der Krankmeldung geschieht und die Informationspolitik in den Einrichtungen verbessern, sagte André Blaufelder (FW). Denn vieles werde "in Zeiten von Whatsapp" noch immer ans Schwarze Brett gehängt. Erzieher und Kinder sollten "nicht verwaltet, sondern geführt werden".

Bürgermeister Dirk Haas (SPD) gab zu bedenken, dass es bereits ein Führungsteam aus den einzelnen Kitas gebe, dass sich regelmäßig austauscht und einen Sprecher hat. Neuigkeiten über Whatsapp zu verkünden sei nicht Aufgabe einer Stelle, die mit der Entgeltgruppe S 16 vergütet werde. Denkbar sei, den Kitas eine Verwaltungskraft zur Verfügung zu stellen, die die Erzieher entlastet. "Wir brauchen mehr Personal bei den Kindern und keines, das in den Büros sitzt", betonte Haas. Zudem müssten noch vorgeschriebene Leitungsstellen in den einzelnen Kitas besetzt werden. "Wir überlegen bereits, einen Bonus zu zahlen, damit die Leute zu uns kommen."

Auf das Thema Geld machte auch Willy Jost (SPD) aufmerksam: "Wir zahlen schlechter als andere Kommunen. Vielleicht sollten wir das Geld lieber da rein stecken." Wenn in der Kita die "rote Ampel" leuchte, sei das ein Zeichen dafür, dass Erzieher fehlen. FW-Fraktionsvorsitzender Immo Zillinger sagte, dass die Gemeinde angesichts des Personalmangels einen Headhunter engagieren soll, der sich um eine geeignete Besetzung der zentralen Leitungsstelle kümmern soll. Fünf Ausschussmitglieder (FW und CDU) stimmten für den Antrag, die vier Vertreter von SPD und Grünen dagegen. Bürgermeister Haas kündigte an, die Zuständigkeit des Sozialausschusses prüfen zu lassen. Eigentlich sei dies ein Thema für den Haupt- und Finanzausschuss, wo es in der vergangenen Woche jedoch nicht auf der Tagesordnung stand.

Ebenfalls nicht mehr im Parlament diskutiert werden konnte die Richtlinie für Geldanlagen der Gemeinde. Im Haupt- und Finanzausschuss hatte Bürgermeister Haas auf die Stadt Gießen verwiesen, der der Verlust von Anlagen in Höhe von zehn Millionen Euro droht: "Das soll uns nicht passieren. Man kann zwar 0,5 Prozent gewinnen, aber auch 100 Prozent verlieren." Für die Gemeinde Buseck sollen Anlagen daher künftig nur zulässig sein, wenn das Rating des Schuldners - je nach Ratingagentur - mindestens A- beziehungsweise A3 aufweist. Sollte das Bonitätsranking während der Zeit der Geldanlage absinken, kann diese gekündigt oder verkauft werden.

Wie Haas mitteilte, hat die Gemeinde derzeit rund 14 Millionen Euro auf dem Konto, jedoch sind auch Investitionen in Höhe von rund 13 Millionen Euro geplant. Einen Teil des Guthabens wolle man "auf überschaubare Zeit anlegen", um Negativzinsen zu vermeiden. Einstimmig hatte man sich im Haupt- und Finanzausschuss zudem für eine Ergänzung ausgesprochen, die die Grünen vorgelegt hatten: Ziele der Geldanlagen der Gemeinde sollen künftig demnach auch die ethischen, ökologischen und sozialen Grundsätze der Nachhaltigkeit sein.

Jost regte zudem an, ein Konto bei der Bundesbank einzurichten. Denn wenn diese "nicht mehr zahlt, dann sind wir alle pleite". Generell solle die Gemeinde ihr Geld nur Kreditinstituten anvertrauen, die sie auch kenne.

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