Busecker Grüne diskutieren online über Freibad

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BUSECK - (ebp). Seit rund neun Jahren ist das Freibad in Großen-Buseck geschlossen und fast genauso lange wird auch über eine Reaktivierung diskutiert. Auch beschlossen wurde sie bereits, und zwar mehrfach. In der vergangenen Woche schließlich fasste die Gemeindevertretung erneut einen einstimmigen Beschluss, wonach die "Stadtumbau"-Planung für das umliegende Areal, die Wieseckinsel, überarbeitet werden soll.

Die Busecker Grünen hatten nun zu einer Onlinediskussion rund um das Freibad und die Wieseckinsel geladen und dabei nicht nur die vorangegangenen Planungen Revue passieren lassen, sondern auch einen vorsichtigen Blick in die Zukunft gewagt.

Bei den Planungen sei wichtig, dass nicht nur das Freibad berücksichtigt werde, sondern auch die vom Förderprogramm geforderte "grüne" und "blaue" Infrastruktur, sagte Fraktionsvorsitzende Katharina Habenicht. Der östliche Bereich der Wieseckinsel sei derzeit "Busecks größte Hundewiese". Mit der Neugestaltung der Wieseckinsel könne man diese Fläche aufwerten.

Der nun beschlossene Antrag von Freien Wählern (FW) und CDU sieht unter anderem auch die Einbeziehung der Kleinmühle und der Flächen zwischen der Wilhelmstraße und der Kaiserstraße entlang und angrenzend zur Wieseck vor. Auf Letzteren soll zusätzlicher Raum für Goetheschule und Georg-Diehl-Kita entstehen. Sowohl die Pläne zur Kleinmühle als auch zu Schule und Kindergarten seien jedoch noch nicht beschlussreif, sagte Habenicht. Man sehe die Gefahr, dass sich das Projekt hier weiter verzögere.

"Grüne Lunge"

Der Bereich zwischen Kaiser- und Wilhelmstraße sei ideal, um hier Flächen für Schulsport und ein "grünes Klassenzimmer" anzulegen, sagte Rainer Volk, Vorsitzender des TV Großen-Buseck. Jedoch müssten hierfür Gärten angekauft werden. Zwar würden einige der Gärten überhaupt nicht mehr genutzt, es sei aber fraglich, ob vonseiten der Eigentümer ein Verkaufsinteresse bestehe.

Der gefasste Beschluss sehe einige "spannende Dinge" vor, die aus der Wieseckinsel eine "grüne Lunge" mitten im Ort machen könnten, sagte Ernst Weißenborn, Sprecher der Initiative "ProFreibad". Die Initiative sei sehr erfreut, dass man in der Gemeindevertretung eine Einigung gefunden habe. Jedoch gebe es auch Bedenken, "ob man nachträglich nicht doch noch mal diskutiert". Das Freibad, so der Großen-Busecker, sei "das Must-have, alles andere ist nice to have".

Mitstreiterin Susanne Richter erinnerte daran, dass "ProFreibad" in den vergangenen Jahren zahlreiche Unterschriften für den Erhalt des Schwimmbades gesammelt hatte. Jedoch sei es schwierig, "die Leute bei der Stange zu halten", da die wenigsten Bürger mit dem Prozedere in den gemeindlichen Gremien etwas anfangen könnten.

"Wenn wieder und wieder zu dem Thema eingeladen wird", könne man den Glauben an eine Einigung verlieren, sagte Habenicht mit Blick auf die verschiedenen bereits gefassten Beschlüsse. Die jüngste Einigung sei aber "ein vorsichtiger Schritt in die richtige Richtung". Bürgermeister Dirk Haas (SPD) könne sich nun an Wiesbaden wenden, um Gelder aus dem "Stadtumbau"-Programm für die Wieseckinsel zu sichern. Scheitern könnte das Vorhaben jedoch, wenn das Land die Förderkriterien nicht erfüllt sieht. Auch gestiegene Kosten nach der Feinplanung oder ein "Querschuss einzelner Fraktionen" könnten das Projekt noch gefährden, gab Habenicht zu bedenken.

Den ersten Teilbereich, die Wieseckinsel, könne man "hoffentlich noch im Sommer beschließen", warf SPD-Fraktionsvorsitzender Willy Jost ein. Wenn man die Freibadsanierung jetzt nicht hinbekomme, könne man das Becken nur noch zuschütten. Jost warnte davor, das Areal der Kleinmühle in den Förderantrag zur Wieseckinsel zu integrieren. Da hier auch der Neubau eines Mehrgenerationenhauses sowie ein "Haus der kleinen Forscher" angedacht sind, habe man "sonst mehr Beton als grün und blau. Das wird gefährlich für die gesamte Geschichte". Auch Luise Böttcher (Grüne) sprach sich dafür aus, die nächsten Beschlüsse "schlank" zu halten. "Das Förderprogramm läuft über zehn Jahre. Wir sollten die Gebiete genau abgrenzen und dann um Förderung bitten."

Die Frage, die den Freibad-Fans unter den Nägeln brennt, stellte Weißenborn für die Initiative "ProFreibad": "Wie schnell wird es realisiert?" Sie glaube nicht, dass die Busecker bereits im Sommer 2022 wieder planschen können, sagte Böttcher. Einen Spatenstich im Spätsommer 2021 halte sie aber für denkbar.

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