Busecker Parteienvertreter von Animation beeindruckt

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BUSECK - (ww). Bilder sprechen mehr als tausend Worte und eine Animation, die Freibadplaner Johannes Ollmann auf die Leinwand im Busecker Kulturzentrum projizierte, hinterließ beeindruckte Kommunalpolitiker. Letztlich wurde im Bauausschuss um Gunnar Wagner (FW) einstimmig empfohlen, die Haushaltsperren für Mittel in Höhe von 2,4 Millionen Euro für die Wieseckinsel und das Bad aufzuheben sowie weitere 220 000 Euro für die Renaturierung der Wieseck in diesem Bereich auszugeben.

Das Projekt Wieseckinsel mit Freibad soll für eine Gesamtsumme von 4,03 Millionen Euro, mehr als die Hälfte davon Zuschüsse des Landes, realisiert werden.

Jetzt muss am Donnerstag das Parlament die Beschlusslage noch absegnen. Einziger Wermutstropfen: Zunächst kommt die Renaturierung und dann erst die Sanierung, so der Ablauf der Maßnahmen. Das hat laut Planer Ule Ruhland vom Büro SHK in Gießen ganz einfache Gründe. Auf der Wieseckinsel muss mit schwerem Gerät gearbeitet werden, was parallele Arbeiten am Freibad behindern würde. Ab dem Oktober dauere es witterungsabhängig sechs bis zwölf Monate, bevor die Freibadsanierung beginnen könne.

Der Gießener Landschaftsarchitekt stellte zunächst das Projekt Wieseckinsel vor. Hier soll ein Wasserspielplatz eingerichtet werden, der mit Frischwasser versorgt wird. Dr. Dietmar Schmidt (FW) merkte an, dass es einen hohen Verbrauch geben könnte, da an sich Wasser aus dem Mühlgraben entnommen werden sollte. Ruhland entgegnete, dass verkeimtes Wasser nicht für solch einen Matschspielplatz in Frage kommen könne, allenfalls solches aus Fließgewässern. Neben dem Spielplatz wird es auf der nördlichen Wieseck-Zunge eine Fluss-Terrasse, ein Kneippbecken und einen Schulgarten samt Gerätehaus geben. Eine Sitzstufenanlage diene dazu als grünes Klassenzimmer. Freibadplaner Ollmann riet dazu, dass seit der Badschließung 2012 nicht mehr genutzte Funktionsgebäude so umzugestalten, dass für die Besucher der Wieseck-Zunge auch öffentliche Toiletten vorhanden sind.

Außerdem möchte er den bisherigen Kiosk in den nordwestlichen Teil des Funktionsgebäudes verlegen und dort eine überdachte Sitzfläche für die Freibadbesucher schaffen, aber auch den Besuchern der Kneippanlage und des Wasserspielplatzes die Möglichkeit bieten, dort Getränke und anderes zu erstehen. Im Wieseckbett im Bereich der Insel soll es Verbreiterungen im Zuge der Renaturierung geben. Anstatt einer Fischtreppe ist ein Sohlegleiter vorgesehen, der den gleichen Effekt habe, aber günstiger in der Unterhaltung ist, so Renaturierungsplanerin Dr. Julia Wollny vom Büro Koch in Aßlar.

Ruhland und Wollny erteilten denjenigen eine Absage, die gehofft hatten, dass das Mühlrad wieder in Gang gesetzt werden könne. Der Mühlgraben werde nach der verpflichtenden Renaturierung weitgehend trockenfallen und diene nur noch als Bypass bei Hochwasser. Der Beachvolleyballplatz soll erhalten werden. Die angedachte Lauf- und Sprungbahn ist nicht mehr Bestandteil der Planungen.

Der südliche Teil der Wieseckinsel wird im Anschluss begrünt. Renaturierungsplanerin Wollny versprach, dass keine großen Rodungen notwendig sind. Landschaftsarchitekt Ruhland fügte hinzu, dass die Esche an der nördlichen Inselzunge erhalten bleiben soll, was Bürgermeister Dirk Haas aufgrund ihres Zustandes bedenklich fand.

Freibadplaner Ollmann ging zunächst auf den fehlenden Sprungturm ein. Hierfür hätte der Wasserspiegel um 50 Zentimeter samt Außenanlage angehoben werden müssen, um die ausreichende Tiefe nach heutigen Maßstäben zu erreichen. Daher gebe es jetzt die Wellenrutsche als Attraktion.

Luana Sommer und Dietmar Schmidt (beide FW) meinten, dass die Planungen etwas kurzfristig vorgestellt würden. Bürgermeister Dirk Haas (SPD) entgegnete, dass er die Planungen erst vor zwei Wochen erhalten habe und zunächst im Gemeindevorstand beraten worden sei.

Marco Blaschke (CDU) wünschte sich, dass die Planungen für den Schulgarten und Spielplatz noch mit der Grundschule und dem Kindergarten intensiv beraten werden. Bauamtsleiter Michael Thelen erklärte auf Nachfrage von Dietmar Schmidt (FW), dass 64 Prozent an Zuschüssen im Rahmen des Stadtumbaus für die Wieseckinsel samt Freibad fließen würden. Und Haas (SPD) fügte hinzu, dass der in Frage kommende Betreiber Hallenbadverein jetzt auf den Beschluss der Gemeindevertretung warte, um eine Entscheidung der Mitglieder herbeizuführen. Als zum Abschluss seiner Ausführungen Ollmann die Freibadanimation zeigte, meinte Moritz Mattern (CDU): "Da fühlt man sich gleich so, als ob man schon unter dem Kioskdach sitzen würde." Nach dem einstimmigen Beschluss von CDU, FW, Grünen und SPD wurde gegenseitig geklatscht. Gunnar Wagner (FW) betonte daraufhin: "So einfach kann es gehen."

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