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Corona-konformes Einsammeln

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Mit vereinten Kräften wurde die Weihnachtsbäume verladen. © Wißner

Kreis Gießen (twi). Alles ist vergänglich, während das bei den Weihnachtsbäumen nicht lange dauert, hat die Coronapandemie auch im zweiten Jahr alle fest im Griff. Während die ausgedienten Schmuckstücke der Weihnachtszeit ihre Nadeln verlieren und somit aus den Wohnzimmern entfernt werden, war auch im zweiten Jahr nach dem Fest nichts mehr wie es einmal war.

Sammelaktionen wurden erneut vielfach abgesagt (wir berichteten).

Mut bewiesen und dafür auch vieles in Kauf genommen hatten am Samstag die beiden Jugendfeuerwehren in Linden, die nach der Corona-Absage im vergangenen Jahr diesmal wieder eine Abholaktion auf die Beine stellten. Doch so einfach war dies nicht und machten sich auch die Wehren nicht, waren die Einsatzkräfte und die Nachwuchsbrandschützer der schweren Aufgabe bewusst. Mit insgesamt 40 Personen, fünf Feuerwehrfahrzeugen, einem Lastwagen des städtischen Bauhofs sowie einem Traktor mit Kipper war die Feuerwehr in beiden Stadtteilen acht Stunden lang im Einsatz um die ausgedienten Weihnachtsbäume einzusammeln und einem Entsorgungsbetrieb in der Stadt zuzuführen.

Begonnen hatte der Arbeitseinsatz wie noch nie, denn alle Teilnehmer unterzogen sich zunächst einem Coronatest. Dabei spielte es auch keine Rolle, dass die beteiligten Einsatzkräfte alle ausnahmslos sich bereits einer Boosterimpfung unterzogen hatten. Im Vorfeld hatten Großen-Lindens Jugendfeuerwehrwart Oliver Eberhard und sein Stellvertreter Florian Appelt für die Weihnachtsbaumsammelaktion ein Hygienekonzept erstellt. »Wir haben das bestmögliche gemacht, um das Risiko so minimal wie möglich zu halten um der Bevölkerung diesen Service bieten zu können, aber vor allem auch um unseren Jugendlichen diese besondere Veranstaltung zu ermöglichen«, erläuterte stellvertretender Stadtbrandinspektor Marc Ino Bausch. Gerade die Nachwuchsbrandschützer habe es während der Pandemie hart getroffen, konnten diese seit März vergangenen Jahres gerade mal drei Monate gemeinsam etwas unternehmen, zusammenkommen und in brandschutztechnischen Aufgaben geschult werden. Auch für die beiden Jugendfeuerwehrwarte Oliver Eberhard (Großen-Linden) und Simon Mutz (Leihgestern) keine leichte Aufgabe in dieser Zeit die Jungen und Mädchen sprichwörtlich an der Spritze zu halten. Das dann jede Möglichkeit, die sich bietet, genutzt wird um den Nachwuchsbrandschützern eine Möglichkeit zu bieten, versteht sich von selbst. Und wie wichtig eine solche Sammelaktion auch für die Brandschützer ist, zeigte sich laut Bausch bei einer Begegnung mit einer Großmutter, die nachfragte, ob denn ihr Enkelkind auch bei der Jugendfeuerwehr mitmachen kann.

Weniger Bäume als in den Vorjahren

Das bei der Einsammlung ein Mund-Nasen-Bedeckung getragen wurde, war selbstverständlich. In beiden Stadtteilen waren es weniger Bäume als noch vor zwei Jahren die von den Bürgern an den Straßenrand zur Abholung gestellt wurden. Die Gründe hierfür lassen sich nicht erklären, ob es daran lag, das im vergangenen Jahr keine abgeholt wurden oder aber, das die Ankündigung erst am Vortag im örtlichen Mitteilungsorgan und unter der Woche in den Tageszeitungen erfolgte oder ob es allgemein vielleicht auch weniger Weihnachtsbäume waren die nun Einzug ins Wohnzimmer gehalten hatten. Den Jugendlichen machte es Spaß und der in der Nacht niedergegangene Schnee bedeckte zwar die Bäume, die aber dennoch leicht ausgemacht wurden. Dadurch war ein »Schneeschütteln« als zusätzlicher Arbeitsvorgang erforderlich.

Ein Problem vergangenen Jahre wurde in diesem Jahr »Coronakonform« angegangen. Die Abholung erfolgt traditionell gegen eine Spende, wobei dieses Geld ausschließlich für die Jugendarbeit der Feuerwehren bestimmt ist. War es in der Vergangenheit gerne gesehen, wenn ein Briefumschlag samt Inhalt am Baum hing, so wurde davon Abstand genommen, weil es hier unliebsame »Trittbrettfahrer« gegeben hatte, die zwar den Umschlag an sich nahmen, aber den Baum nicht entsorgten, sondern diese Arbeit der Feuerwehr unterließen. So wurde gerade bei Mehrfamilienhäusern darum gebeten einen Zettel mit dem Namen am Baum zu hinterlassen, dass nicht an falscher Stelle geklingelt wurde. Überhaupt wurde auch bei der Entgegennahme der Spenden auf die Einhaltung der Coronavorgaben geachtet, erfolgte die Entgegennahme der Spende mittels Kescher und mit dem notwendigen Abstand. »Wen wir nicht angetroffen haben und uns seine Spende noch zukommen lassen will, der kann diese gerne mit einem Umschlag in den Briefkasten der beiden Feuerwehrhäuser einwerfen oder aber auch überweisen«, so Bausch.

Unterstützt bei ihrer Aktion wurden die Jugendfeuerwehren nicht nur durch die Spenden der Bürger, sondern auch einmal mehr durch die im Gewerbegebiet Lückebachtal angesiedelte Betriebsstätte der Remondis-Gruppe, wo die Weihnachtsbäume kostenlos entgegengenommen wurden. Zu der mit einer Testung begonnen und der Fahrzeugreinigung abgeschlossenen Sammelaktion gehörte auch eine Mittagspause mit stärkendem Essen.

Weil auch hier Corona eine gemeinsame Speisung aller Beteiligter verhinderte, gab es diesmal auch unterschiedliche Gerichte an unterschiedlichen Orten. Im Feuerwehrhaus Leihgestern gab es Bockwurst mit Brötchen und erfrischenden Getränke, während auf dem Hof des Feuerwehrhauses in Großen-Linden Würstchen gegrillt wurden. Eine Stärkung die sich alle Beteiligten an diesem Tag auch redlich verdient hatten.

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Mit genügend Abstand wurden die Spenden mit Hilfe eines Keschers entgegengenommen. © Wißner

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