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Diskussion um multilinguale Kindertagesstätten

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Kreis Gießen (twi). Um Mehrsprachigkeit in Kindergärten und die Einrichtung eines Sozialbeirats ging es in der Sitzung des Kreis-Sozialausschusses im Bürgerhaus Wieseck. Die Einrichtung eines Sozialbeirats des Kreistags wünscht sich die Fraktion Gießener Linke, für die Erika Wolf den Antrag einbrachte, welcher letztendlich einstimmig mit Änderung dem Kreistag empfohlen wurde.

Die Linke wünschte sich einen Sozialbeirat, in dem neben den Fraktionen die Verbände, Organisationen und Initiativen vertreten sind, die auf den Feldern der sozialen Daseinsvorsorge aktiv sind, so regte Kurt Hillgärtner (FW) einen Prüfauftrag an den Sozialdezernenten, auch mit dem Hinweis, hier den Sozialausschuss einzubinden, an. Auch Dirk Haas (SPD) bezweifelte, ob ein weiterer Beirat der richtige Weg sei.

Aufgrund der Ergebnisse des Armutsberichts wurde bereits ein Forum in Auftrag gegeben, aus dem dann eine Struktur entwickelt werden könnte, um diesen Ansprüchen gerecht zu werden.

Mehrsprachigkeit in Kindertagesstätten soll angefragt werden. Für die SPD stellte Istayfo Turgay (SPD) dieses »brennende Thema« vor und brachte den Prüfantrag ein. Aktuell gebe es seines Wissens keine solche Einrichtung im Landkreis, die im Bereich der Mehrsprachigkeit unterwegs ist.

Deshalb solle geprüft werden, welcher Träger im Landkreis Gießen bereits Erfahrung im Bereich der Mehrsprachigkeit in seinen Einrichtungen hat und welche Aspekte das beinhaltet. Gleichzeitig soll abgefragt werden, welcher Träger sich vorstellen kann, ein bi- oder multilinguales Angebot in seiner Kindertagesstätte umzusetzen. Der Kreisausschuss soll prüfen, welche Fördermöglichkeiten es auf kommunaler Ebene gibt, ob es Landes- oder Bundesmittel für ein Pilotprojekt einer multilingualen Kindertageseinrichtung gibt.

Lara Becker (CDU) merkte als Mutter und Elternbeirat einer Kita an, dass aktuell die Situation in den Kitas sehr angespannt und man froh sei, wenn die Kita geöffnet ist. »Meine Sorge ist, dass man dadurch eine Erwartungshaltung weckt, der aktuell nicht Genüge getan werden kann«, so Becker mit dem Hinweis auf den bekannten Fachkräftemangel. »Mehrsprachigkeit findet sowieso statt, das geschieht so. Wir haben uns in Gießen für die Einrichtung eines deutsch-russischen Kindergarten eingesetzt, der letztendlich nicht zustande kam. Im Landkreis haben wir viele Kinder mit Migrationshintergrund, die Deutsch nicht als Muttersprache haben. Diese Kinder bringen ihre Muttersprachen mit. Ich wünsche mir, dass es Kindergärten gibt, wo man alle Sprachen schätzt, die schon da sind«, so Kreisausländerbeiratsvorsitzender Tim van Slobbe. Kreissozialdezernent Hans Peter Stock (FW) beipflichtend stellte auch Dr. Gerhard Noeske (CDU) klar, dass der Kreis hier die Fachaufsicht habe und selbst keinen Kindergarten betreibe. »Wir sind darauf angewiesen, dass andere die Kindergärten betreiben und führen«, so Noeske.

»Unser Antrag ist ganz allgemein auf die Multilingualität ausgerichtet«, versicherte Turgay und Fraktionsvorsitzende Sabine Scheele-Brenne unterstrich nochmals, dass es sich hier um einen Prüfantrag handelte, der letztendlich einstimmig angenommen wurde.

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