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»Egoistisches, rückwärts gerichtetes Vorgehen«

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Nabu im Kreis Gießen stellt im Regionalplan-Entwurf multiple Rechtsverstöße fest

Kreis Gießen (red). Der Naturschutzbund-Kreisverband (Nabu) Gießen hat seine Stellungnahme zum Regionalplan Mittelhessen jetzt im Internet unter www. http://www.nabu -giessen.de veröffentlicht. Auf 45 Seiten befasst sich der Nabu sowohl mit den grundsätzlichen Inhalten des Regionplans, nimmt aber auch zu den Planungen der einzelnen Kommunen Stellung, heißt es in einer Pressemitteilung. Zentraler Kritikpunkt ist der ungebremste Flächenverbrauch im Kreis, als gäbe es keine Klimakrise, keinen Artenschwund und keine Hochwasser-Katastrophen durch Versiegelungen. »Alle diese Probleme sollen wieder einmal vertagt werden«, betont Pressesprecherin Peggy Schneeweis. Somit solle weiter Wachstum und ökonomischer Gewinn zu Lasten künftiger Generationen erfolgen.« Das halte der Nabu für eine »egoistisches, rückwärts gerichtetes Vorgehen.«

Da jedoch dieser Regional-plane Beachtung finde, die die Vorgänger so nicht erfuhren, hege die heimische Naturschutzorganisation die Hoffnung, dass sich etwas bewege. Aus dem Widerstand gegen die Planungen habe sich beispielsweise eine überparteiliche Bürgerinitiative mit Namen »Kein m2 mehr« (https://wechange.de/project/keinm2mehr/) gebildet. Allerdings träumten noch viele Kommunen davon, weiterhin ungezügelt Bauland ausweisen zu können, wie in der Presse zu lesen sei. Ein Spiegelbild hierfür sei die rechtlich unhaltbare Überlegung in allen Kommunen im Umkreis von 100 Metern um die Ortschaften alle Gebiete für Natur und Landschaft und für die Landwirtschaft nur als Vorbehaltsgebiete auszuweisen, was eine kurzfristigere Umwidmung zu Bauland ermöglichen würde. Der Nabu sehe im Entwurf multiple Rechtsverstöße, die so nicht hinnehmbar seien.

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