Eigene Schwerpunkte gesetzt und Kompetenzen entwickelt

Laubach (red). Zum dritten Mal in diesem Schuljahr fand dieser Tage ein Studiennachmittag am Laubach-Kolleg für die Schüler der Einführungsphase statt. Die Projektarbeit in Theorie-Praxisverschränkung wird in Kooperation mit außerschulischen Institutionen und Experten seit 2014 durchgeführt und ermöglicht es, in den Profilfeldern »Kultur«, »Alte und moderne Sprachen«, »Gesellschaftliche Verantwortung« und »Ökologie« eigene Schwerpunkte zu setzen, Talente und Interessen zu fördern und Kompetenzen weiterzuentwickeln, welche in einem persönlichen Portfolio von den verantwortlichen Lehrkräften in intensiver Feedbackkultur zertifiziert und für die weitere Laufbahn genutzt werden können.

Im Bereich Ökologie widmeten sich die Lehrkräfte Lorenz Müller und Stefan Rühl gemeinsam mit Diplom-Geographin Kirsten Kunschke vom »BioniKurs« aus Darmstadt dem Themenfeld der Bionik, die als Zweig der Ingenieurwissenschaften versucht, biologische Strukturen als Vorbild für technische Konstruktionen zu nutzen. Um die Grundlagen des Fliegens von Vögeln und Flugzeugen besser zu verstehen, studierte die Gruppe etwa Eigenschaften und Aufbau von Federn unter dem Mikroskop und Strömungsverhältnisse bei verschiedenen Flügelprofilen im Windkanal. Eckhard Knaus sprach über physikalische Auftriebskräfte, Abtrieb, Vortrieb, Überdruck- und Unterdruckzonen und Strömungswiderstand an Flügeln bis hin zur Theorie von Bernoulli.

Das Profilfeld »Gesellschaftliche Verantwortung« versetzt die Schüler unter Leitung von Natascha Melcher und Laura Scheuermann in die Rolle von Mitgliedern des Ministerrates der Europäischen Union. Als Vertreter unterschiedlicher Länder und beeinflusst von Lobbyisten verhandelten sie über die Frage, ob die Europäische Union im Bereich Energiepolitik den Bau einer Offshore-Windanlage vor Großbritannien oder den Weiterbau der umstrittenen Gas-Pipeline NordStream2 unterstützen soll.

Auf diese Weise konnte den Schülern sowohl handlungsorientiert das Gesetzgebungsverfahren in der Europäischen Union nähergebracht, als auch ökologische, ökonomische und geopolitische Abwägungen bei europaweiten Projekten deutlich gemacht werden.

»Ansprüche auf Freiheit und Glück« wurden im Profil »Kultur« thematisiert. Unter Leitung von Sabine Schüller und Lisa Psarros verglichen die Schüler gemeinsam mit Sängerin, Regisseurin und Tänzerin Carola Moritz aus der »Katakombe« in Frankfurt Szenen aus der Film- und Bühnenfassung des Musicals »Les Miserables« von Claude-Michel Schönberg und Alain Boubill, in denen die Revolutionswirren in Paris des frühen 19. Jahrhunderts behandelt werden. Hierzu leisteten die Schüler Partiturarbeit und erarbeiteten selbst eine kleine Chorszene, kurze Soli und eine Choreographie, die dann präsentiert wurden.

Im Bereich »Sprachen« lockte der praxisorientierte Workshop »Wirtschaftsenglisch«. Organisiert wurde die Sprach- und Kommunikationsförderung von Denise Schmidt und Ulrike Castro-Leduc.

Das könnte Sie auch interessieren