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Einmal füllen, bitte

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Von: Petra A. Zielinski

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Ira Burg-Männche (rechts) und Luisa Rühl zeigen Ranzen, die im Trend liegen: Weltraummotive und die Farbe Türkis sind in diesem Jahr der Renner. Foto: Zielinski © Zielinski

Der Schulranzenkauf ist eine wichtige Entscheidung, die Materialliste sehr lang.

Kreis Gießen . (paz). Der Kauf eines Schulranzens ist eine wichtige Entscheidung. Zwar nicht fürs ganze Leben, allerdings in der Regel für die ersten vier Grundschuljahre. Umso wichtiger ist es also, dass das gute Stück nicht nur passt, sondern auch ein cooles Design hat.

»Die Kinder kommen mit konkreten Vorstellungen, was sie haben wollen, zu uns und lassen sich ganz selten von ihren Eltern reinreden«, weiß Ira Burg-Männche aus Erfahrung.

Konkrete Vorstellungen

Sie und ihre Kollegin, Fach-verkäuferin Luisa Rühl, beraten Familien bei Spielwaren Fuhr beim Kauf von Schulmaterialien. Während bei Mädchen Pferde, Einhörner und Katzen hoch im Kurs stehen, ist bei Jungs Weltraum ein großes Thema. »Die Farbe Türkis ist in diesem Jahr vor allem bei Mädchen ein großer Renner«, erklärt Luisa Rühl.

Großer Beliebtheit erfreuen sich nach Auskunft der Verkäuferinnen vor allem die Marken ergobag und McNeill. Beide ließen sich durch sogenannte Klettis oder Magnete individualisieren. »Die zum Teil blinkenden oder funkelnden Teile können jederzeit ausgetauscht werden«, betonen sie. So kann ein Dinosaurier problemlos durch ein Pferd oder ein Wolf durch einen Fußball ersetzt werden.

Etwa 250 Euro kostet ein neuer Ranzen der genannten Firmen, darin enthalten ist neben einem Schlamperetui und einem Federmäppchen auch immer ein Sportbeutel. Im gleichen Design könnten dann noch Regenschirme, Brustbeutel oder auch Brotdosen und Trinkflaschen hinzu-gekauft werden. Weniger nachgefragt seien aktuell Rucksäcke. »Ranzen sind einfacher im Handling. Man kann sie mit einer Hand schließen, ohne ein Band zusammenziehen zu müssen«, lautet die Erklärung.

»Die günstigeren Ranzenmodelle sind bereits alle vergriffen«, betont Rühl. Auch von den reduzierten Vorjahresmodellen seien nur noch wenige verfügbar. »Normalerweise verkaufen wir die Ranzen ab den Osterferien, in diesem Jahr gingen die ersten aber bereits im Januar über die Theke«, weiß die Verkäuferin. Auch während der Sommerferien sei die Nachfrage groß gewesen, ergänzt ihre Kollegin. In der nächsten Woche, wenn alle Schulen ihre Materiallisten ausgegeben haben, wird nochmals viel Arbeit auf die fünf Mitarbeiterinnen in der Schreibwarenabteilung bei Fuhr zukommen.

»Materiallisten gibt es schon sehr lange«, erklärt Ira Burg-Männche. Dass die Schulen allerdings nun auch die Hersteller der Materialien vorgeben würden, sei relativ neu. So stehe auf einer Liste explizit: »Collegeblock von Brunnen« oder »Farbkasten von Pelikan«. Auch Postmappen und Matschhosen haben Einzug in die Listen gehalten.

Bereits zusammengestellte Körbchen gäbe es nicht, dazu seien die Anforderungen der Schulen zu unterschiedlich, macht die Fachverkäuferin deutlich. Eltern könnten aber im Vorfeld die Listen faxen, mailen oder vorbeibringen. Die meisten Eltern kämen aber immer noch am liebsten selbst mit ihren Kindern zu Fuhr. »Oftmals kommt die ganze Familie inklusive älterer Geschwister, die gerne beim Kauf behilflich sind.«

Die Abarbeitung einer Materialliste nehme etwa 20 Minuten in Anspruch, für den Kauf eines Ranzens müssten schon bis zu 45 Minuten eingeplant werden. Denn der neue Ranzen muss ja schließlich nicht nur gefallen, sondern auch passen. »Wir haben verschiedene Gewichte und Größen und ich kann keinem zierlichen Mädchen einen Ranzen verkaufen, der über ein Kilo wiegt«, sagt Luisa Rühl.

Wert liegt auf Nachhaltigkeit

Darüber hinaus dürfe der Gurt nicht auf dem Kugelgelenk sitzen, müsse am Rücken anliegen, über dem Po enden und der Becken- und Brustgurt müssten sich gut schließen lassen. Einige Eltern würden sich auch gerne den Ranzen füllen lassen, um zu testen, wie er mit Inhalt sitzt. Viele von ihnen hätten sich bereits im Vorfeld im Internet informiert und würden zunehmend Wert auf Nachhaltigkeit legen. Recycelter Kunststoff sei mittlerweile sowieso Standard, erklären die Fachfrauen.

Da in der Abteilung immer Fachpersonal zugegen ist, sei ein Termin nicht zwingend erforderlich. Einige Kunden würden aber trotzdem einen vereinbaren. Kaum eine Familie, die im Hinblick auf die umfangreichen Listen keinen Beratungsbedarf hat. Vor allem ausländische Mitbürger würden gerne die Hilfe in Anspruch nehmen.

In diesem Jahr seien die Preise für Schulmaterialien und Ranzen bei Fuhr nicht gestiegen, betont Ira Burg-Männche. Im nächsten Jahr würde sich allerdings eine Preissteigerung kaum vermeiden lassen.

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Der erste Schultag kann kommen: So sieht die Erstausstattung für Abc-Schützen aus. Foto: Zielinski © Zielinski

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