1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Kreis Gießen

Ende der Eiszeit

Erstellt:

gikrei_020722_pier35_010_4c
Das Eiscafé Pier 35 schließt mit dem 10. Juli. Ab August wird der Laden von einer neuen Pächterin geführt. Was künftig angeboten wird, ist noch nicht bekannt. Foto: Böhm © Böhm

Das beliebte Eiscafé Pier 35 in Rodheim schließt . Inhaber Sören Wischnewski und seine Frau Mirijam zieht es in die norddeutsche Heimat.

Biebertal (lth). Erst im vergangenen April hatte Sören Wischnewski zusammen mit seiner Frau Mirijam in Rodheim-Bieber am Schindwasen das Eiscafé Pier 35 eröffnet. Doch nach etwas über einem Jahr muss das Ehepaar seinen Traum von der eigenen Eisdiele wieder aufgeben.

Grund ist nicht mangelnder Zulauf der Kundschaft. Stattdessen sind familiäre Gründe dafür verantwortlich, dass es die Wischnewskis zurück in die alte Heimat nach Husum in Schleswig-Holstein zieht. Der letzte Öffnungstag wird Sonntag, 10. Juli, sein. Eine neue Pächterin ist bereits gefunden.

»Dankbar blicken wir auf diese kurze, doch gefühlt schon so lange Zeit zurück, in der wir mit Pier 35 dazu beitragen durften, den Ortsteil Rodheim ein wenig zu bereichern«, heißt es auf der Facebook-Seite des Eiscafés. Inmitten der Corona-Pandemie wagte der Wahl-Biebertaler im April 2021 den Sprung in die Selbstständigkeit. Bereut habe er dies rückblickend auf gar keinen Fall, betont Sören Wischnewski im Gespräch mit dem Gießener Anzeiger. »Es war ein wunderbares Jahr. Unsere Erwartungen wurden übertroffen und wir hätten es uns nicht schöner vorstellen können.«

Pier 35 überzeugte die Kunden neben den klassischen Eissorten immer wieder mit kreativen Kreationen. Bereits zwei Tage nach der Eröffnung waren die Reserven erstmals ausverkauft. »Mit einem solchen Ansturm hatten wir nicht gerechnet«, blickt der Inhaber zurück.

Auch die Kunden sind traurig, dass die Rodheimer Eisdiele schon bald schließt. So schreibt eine Nutzerin: »Wie traurig. Wir werden euer leckeres Eis sehr vermissen.« Bürgermeisterin Patricia Ortmann wünscht dem Ehepaar Wischnewski via Social Media einen guten Start zurück in der alten Heimat und bedankt sich für die »leckere Eiszeit bei uns in Biebertal«.

Für die Inhaber er war es »eine spannende, bereichernde, abwechslungsreiche, aufregende, erfüllende, aber manchmal auch anstrengende Zeit, die für uns immer unvergesslich sein wird und mit ganz besonders schönen Erinnerungen verknüpft ist«, erläutern sie auf Facebook.

Wichtig war es Sören und Mirijam Wischnewski, dass für die Räumlichkeiten eine gute Nachfolge gefunden wird. »Es hat sich schnell eine neue Pächterin gefunden. Sie stammt aus der Gastronomie. Weitere Details darf ich auf vertragsrechtlichen Gründen noch nicht nennen«, erklärt der Inhaber.

Nachfolgerin

Die Nachfolgerin wird im August loslegen. Was sie genau anbieten wird und ob es weiterhin Eis am Schindwasen zu kaufen gibt, wollte und durfte Wischnewski auf Nachfrage nicht beantworten. »Es wird sicher ein wenig anders werden als bisher, aber sicher anders gut.« Falls gewünscht, will er seiner Nachfolgerin beim Start behilflich sein. Denn den Umzug nach Husum plant das Ehepaar erst für das Ende des Jahres.

Wie es beruflich dort weitergeht, kann Wischnewski noch nicht beantworten. Eis verkaufen will er an der Nordsee auf jeden Fall nicht. »Das würde nicht zu der Region passen und würde auch kaum Abnehmer finden«, meint der gebürtige Norddeutsche. Sein Eis will er dann wie früher nur noch für den Hausgebrauch oder auf Partys für Familie und Freunde herstellen.

Die letzten Tage bis zur Schließung will das Team vom Eiscafé Pier 35 auf jeden Fall genießen und würde sich freuen, wenn man noch viele Kunden mit leckerem Eis erfreuen könnte.

Auch interessant