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Erde der A 49 für Steinbruch in Gonterskirchen

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Der Weg: Ein 40-Tonner rollt durch Freienseen. Begegnen sich zwei, wird es an einigen Stellen verdammt eng. Foto: Kächler © Kächler

Lkw transportieren A 49-Erde bis September durch Freienseen

Laubach . (klk). Man hört sie schon von Weitem kommen, die schwer beladenen Muldenkipper mit dem Abraum von der Baustelle der neuen A 49 bei Homberg/Ohm. Täglich von 6 bis 18 Uhr donnern sie durch das Dorf. Voraussichtlich noch bis September müssen die Freienseener die Muldenkipper ertragen. Eigentlich sollte der Spuk schon Mitte Mai vorbei sein.

Die 40-Tonner bringen ihre schwere Fracht zum Steinbruch bei Gonterskirchen, um dann wieder zurückzufahren und neues Material aufzunehmen. Bis zu 170 Lkw-Bewegungen pro Tag werden so seit Frühjahr in Freienseen gezählt. Über den Tag verteilt sind das - rein rechnerisch - alle fünf Minuten ein Kipper.

Ihr Ziel ist der Steinbruch der Mitteldeutschen Hartstein-Industrie (MHI) in Gonterskirchen. Allerdings fahren die Lkw nicht immer mit der vollen Kapazität oder in der gleichen Frequenz, da dies von Bauaktivitäten und Wetterbedingungen abhängt. Einige Tage stand die Baustelle auch schon still, was ebenfalls ein nicht unwesentlicher Grund für die Ausweitung der Zeitspanne sein könnte.

Die Bundesstraße 276 führt direkt durch den Laubacher Stadtteil. Eine erhebliche Belastung für die Einwohner von Freienseen. Dennoch hielten sich die Beschwerden in Grenzen, wie Ortsvorsteher Hermann Hans Hermannski (SPD) auf Anfrage berichtet. Allerdings sei die Beanspruchung der Ortsdurchfahrt erheblich: Zwei Kanaldeckel seien bereits zersprungen und einige Bordsteine in Mitleidenschaft gezogen worden. Auch den Reifenabrieb der schweren Laster, der sich Woche für Woche in der Gosse sammle, sollte man nicht unterschätzen, meint Hermannski.

Um die Gefahrensituation durch die heranbrausenden 40-Tonner in der teilweise sehr engen Ortsdurchfahrt wenigstens etwas zu entschärfen, hatte sich Laubachs Bürgermeister Matthias Meyer (parteilos) frühzeitig für die Einführung einer temporären Tempo-30-Zone für Lkw starkgemacht, die auch prompt von der zuständigen Behörde Hessen Mobil genehmigt worden ist.

Den Zustand der Straße habe man ebenfalls bereits vor dem Beginn der Maßnahme dokumentiert, um entstehende Schäden reklamieren zu können, schildert Meyer.

»Als Stadt können wir die Durchführung der Maßnahme nicht beeinflussen«, betont der Rathauschef. »Aber wir werden weiterhin Geschwindigkeitsüberwachungen durchführen und Kontrollen veranlassen.«

Aufgrund der anhaltenden Belastung der Einwohner fragte Bürgermeister Meyer bei seinen Gesprächen nach einer Spende für Freienseener Vereine. Die BAU-Arge und MHI hätten ihm zugesagt, den Ortsvereinen insgesamt 1000 Euro zukommen zu lassen. Das Geld soll in Absprache mit dem Ortsbeirat aufgeteilt werden.

Der Steinbruch der MHI in Gonterskirchen wird mit dem Abraum nur zu einem Teil verfüllt. Bislang sind hier rund 200 000 Tonnen abgeladen worden. Nach Abschluss der Arbeiten soll hier später einmal ein 16 Hektar umfassendes Naturschutzgebiet entstehen.

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Das Ziel: Ein Muldenkipper versenkt gerade seine Fracht im Gonterskirchener Steinbruch. Foto: Kächler © Kächler

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