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Erfreuliche Entwicklung

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Aktuell gehören 43 Mitgliedsbetriebe in Stadt und Kreis Gießen der Innung des Bauhandwerks Gießen an: Sieben mehr als vor Jahresfrist.

Kreis Gießen (wf). Wenn der Innung des Bauhandwerks Gießen aktuell 43 Mitgliedsbetriebe in Stadt und Kreis Gießen - und damit sieben mehr als vor Jahresfrist - angehören, dann ist dies ein Erfolg der seit einem guten Jahr zielgerichteten und mit externer Unterstützung ins Werk gesetzten Bemühungen der Kreishandwerkerschaft (KH) Gießen, mit klarem Konzept und überzeugenden Argumenten die Zahl der Innungsmitglieder zu erhöhen.

Mehr Mitglieder

Die positive Mitgliederentwicklung ist dabei kein Alleinstellungsmerkmal der Bauinnung, auch in zahlreichen weiteren der 21 in der KH Gießen zusammengeschlossenen Handwerksinnungen ist diese erfreuliche Entwicklung aktenkundig.

»Innungsmäßig«, so Obermeister Steffen Freitag in seinem Bericht vor der Innungsversammlung in Heuchelheim, sei in den Jahren 2020 und 2021 wegen »Corona« nicht viel passiert. Das Baugewerbe befinde sich aufgrund der Pandemie ständig im Krisenmodus. Und als ob dies nicht schon genug der Schwierigkeiten sei, habe der 24. Februar 2022 mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine den Start in eine zusätzliche neue Krise gebracht, die das Bauhandwerk noch stärker betreffe als Covid-19 und seine Folgen.

Nicht nur der Bau von Einfamilienhäusern lasse stark nach und bringe zwangsläufig zurückgehende Umsätze der Betriebe mit sich, des Weiteren wirke sich die Halbierung der staatlichen Förderung bei Modernisierungsmaßnahmen im Altbausektor sowie die zeitweise gänzliche Streichung der Förderungen im Neubaubereich nicht gerade förderlich aus. Hinzu kommen, wie in anderen Gewerken auch, die Probleme mit der Beschaffung der benötigten Materialien. Verzögerungen und Engpässe seien neben oder zusätzlich zum Anstieg der Preise die Folge. Trotz aller Lieferengpässe und grundsätzlich dunkler Wolken am Konjunkturhimmel spricht sich Freitag dafür aus, »dennoch positiv in die Zukunft zu schauen«. Damit diese positive Sicht Realität werden kann, sei neben einer Entspannung der internationalen Lage auch die Sicherung von Fachkräften in und für die Branche, beginnend mit der Ausbildung junger Menschen im (Bau-)Handwerk, Voraussetzung.

»Azubi-Guides«

Björn Hendrischke, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Gießen - und in dieser Eigenschaft auch Geschäftsführer der Innung des Bauhandwerks Gießen - berichtete von den erfolgreichen Bemühungen, gemeinsam mit der benachbarten Kreishandwerkerschaft Lahn-Dill das Projekt »Azubi-Guides« erfolgreich auszubauen. Herzstück des Projekts sind junge Handwerker unterschiedlichster Gewerke kurz vor oder nach ihrer Gesellenprüfung, die eigens geschult werden, um dann die Schülerinnen und Schüler allgemeinbildender Schulen von der Haupt- über die Realschule bis zum Gymnasium zu besuchen und »auf der emotionalen Schiene« und vom Alter her auf etwa gleicher Wellenlänge die Attraktivität des Handwerks näherzubringen.

Zur Unterstützung des Projekts »Azubi-Guides« wurde zudem KH-übergreifend der Verein Handwerk Mittelhessen gegründet, dessen Vorsitzender der Gießener Kreishandwerksmeister Kay-Achim Becker (Beuern) ist. Als Berufsorientierungscoach und einzig hauptamtlicher Mitarbeiter ist Rüdiger Stamm (Groß-Eichen) Triebfeder und Ideengeber des Projekts und maßgeblich verantwortlich für Vorbereitung und Einsatz der mittlerweile über 30 jungen Azubi-Guides. Hendrischke dankte den zahlreichen Handwerksbetrieben aus den Kreisen Lahn-Dill und Gießen, die geeignete, motivierte »und für ihr Handwerk brennende« junge Menschen für die Aufgabe als »Azubi-Guide« zur Verfügung stellen.

Freitag und Hendrischke erinnerten an die hohe Zahl von Studienabbrechern an Universitäten und Hochschulen, von denen zahlreiche dann auch im Handwerk »landen«.

Umwege ersparen

Das Handwerk suche solche fähigen jungen Menschen, wolle aber zugleich mit dem »Azubi-Guides«-Projekt versuchen, Schulabgängern, gerade auch solchen mit Abitur, Umwege zu ersparen und sie gleich im Anschluss an die Schule zu einer Ausbildung im Handwerk zu motivieren und zu animieren. Berufliche und akademische Bildung sind für Hendrischke und Freitag ohnehin zwei Seiten einer Medaille - und sollten, weil gleichwertig, nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Der Innungsobermeister und der KH-Hauptgeschäftsführer appellierten zudem an die »öffentliche Hand«, sprich vor allem an Kommunen und Landkreise, bei der Vergabe von Aufträgen schwerpunktmäßig und im Rahmen ihrer Möglichkeiten lokale und regionale (Handwerks-)Betriebe zu berücksichtigen.

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