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Erste Befragungen durchgeführt

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Die Erhebungsbeauftragten für den Zensus 2022 sind derzeit unterwegs. Seit der vergangenen Woche wird in ganz Deutschland ein ausgewählter Teil der Bevölkerung befragt. Symbolfoto: dpa © Red

Der bundesweite Zensus 2022 ist in dieser woche gestartet. 5634 Haushalte sind im Landkreis Gießen auskunftpflichtig.

Kreis Gießen . Vielleicht wird sich der ein oder andere in der vergangenen Woche über Post mit dem Aufdruck »Zensus 2022« gewundert haben. Denn seit genauer einer Woche läuft deutschlandweit die große Volkszählung an. Auch im Landkreis Gießen werden hierbei knapp 5634 Anschriften beziehungsweise über 26 000 Personen zum Zensus gefragt.

Die Befragungen sollen in einen Zeitraum von rund drei Monaten abgeschlossen sein. Im Landkreis Gießen peilt man das Ende der Erhebungen in etwa für den 8. August an. »Die Erhebungsstellen werden spätestens zum 31. Dezember geschlossen. Ergebnisse des Zensus 2022 werden für Ende 2023 erwartet«, berichtet Lena-Johanna Schmidt, Leiterin der Zensus-Erhebungsstelle beim Landkreis Gießen.

Neben der Haushaltsbefragung läuft derzeit parallel auch die Gebäude- und Wohnungszählung (GWZ) durch das Hessische Statistische Landesamt. »Für diese Befragung sind in der vergangenen Woche Anschreiben an alle Immobilieneigentümer versendet worden«, erklärt Schmidt. Sämtliche Anfragen dazu, kann der Landkreis nicht beantworten. Hier müssen sich Haus- und Wohnungseigentürmer direkt an das Statistische Landesamt wenden. Die Telefonnummer für die Anforderung von Papierfragebögen ist die 0611/95249071. Die Hotline für allgemeine Fragen erreicht man unter 0611/95249072.

Wohnungen werden gezählt

Die Gebäude- und Wohnungszählung findet auf anderem Weg, als die Haushaltsbefragung statt. Haus- und Wohnungseigentümer haben eine Einladung zur Teilnahme per Post erhalten, doch statt dem Führen eines Interviews, füllen die entsprechenden Personen in diesem Fall selbst einen Fragebogen aus. Dies kann sowohl online als auch mit einem klassischen Papierfragebogen geschehen.

Sowohl bei der Zensusbefragung als auch bei der Gebäude- und Wohnungszählung sind die ausgewählten Personen beziehungsweise Haus- und Wohnungseigentümer verpflichtet Auskunft zu geben. Bei den auskunftspflichtigen Personen, die für die Zensus Haushaltsbefragung ausgewählt wurden, findet zunächst bei der sogenannten Ziel-1-Befragung zum angekündigten Termin eine kurzes Interview mit dem Erhebungsbeauftragten statt.

»Ein Großteil der ausgewählten Haushalte ist zusätzlich für die etwas längere Ziel-2-Befragung ausgewählt, in der es hauptsächlich um Fragen zu Ausbildung, Beruf und Staatsangehörigkeit geht. Diese Ziel-2-Befragung soll möglichst online erfolgen. Für Personen ohne Zugang zum Internet besteht die Möglichkeit, den Fragebogen auf Papier auszufüllen«, erläutert die Leiterin der Zensus-Erhebungsstelle beim Landkreis.

In der gesamten Bundesrepublik werden über 30 Millionen Menschen befragt.

Doch warum ist der Zensus 2022 für Deutschland so wichtig? Wieso sollen die Menschen an den Befragungen des Zensus teilnehmen? Die Antwort ist ganz einfach: Der Zensus liefert mit einer Bevölkerungszählung sowie einer Gebäude- und Wohnungszählung aktuelle Bevölkerungs- und Wohnungszahlen. Auf diesen Zahlen beruhen viele Entscheidungen in Bund, Ländern und Gemeinden - zum Beispiel die Einteilung der Wahlkreise bis hin zur Planung von Schulen, Kitas und Pflegeeinrichtungen oder Wohnraum.

Bereits Anfang des Jahres startete deshalb der Landkreis Gießen den Aufruf, dass ehrenamtliche Erhebungsbeauftragte gesucht werden, die mindestens volljährig sind. Daraufhin meldeten sich zahlreiche Interessenten. »Wir haben eine ausreichende Anzahl an motivierten Erhebungsbeauftragten rekrutieren können. Zudem führen wir eine Warteliste mit Personen, die gegebenenfalls ausfallende Erhebungsbeauftragte ersetzen können«, berichtet Schmidt.

Der Fall, dass unangekündigt ein Erhebungsbeauftrager vor der Tür steht und klingelt, ist ausgeschlossen. Denn im ersten Schritt, überprüfen die Erhebungsbeauftragten die ihnen zugewiesenen Anschriften und kontrollieren vor Ort zum Beispiel, ob sich dort Wohnanschriften befinden. Zudem werden in diesem Schritt die Terminankündigungen in die Briefkästen eingeworfen. Wer an dem Termin, der vorgeschlagen wird, keine Zeit hat, kann mit dem Interviewer Kontakt aufnehmen und das Treffen verschieben. Die Kontaktdaten sind immer mit angegeben.

«Im zweiten Schritt besuchen die Erhebungsbeauftragten jeden Haushalt zum angekündigten Termin, führen die kurze Ziel-1-Befragung durch und übergeben Zugangsdaten oder einen Papierfragebogen für die längere Ziel-2-Befragung«, weiß Schmidt.

Vorsicht vor Betrügern

Doch auch bei der Haushaltsbefragung des Zensus ist Vorsicht die Mutter der Porzellankiste. Denn im Zuge der Befragung versuchen auch Betrüger ihr Unwesen zu treiben. So gilt es zu beachten, dass niemand Angaben zum Einkommen, Passwörtern, Impfstatus oder Bankverbindungen machen muss, und es wird auch kein Geld verlangt. Falls doch, handelt es sich bei den angeblichen Interviewern um Betrüger.

In diesem Fall sollte die Polizei angerufen und der Vorfall der zuständigen Behörde gemeldet werden. Der echte Interviewer lässt sich daran erkennen, dass er an der Tür unaufgefordert den Erhebungsbeauftragten- sowie den Personalausweis vorzeigt.

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