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Erste Vogelstimmenwanderung nach langer Pause

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Heuchelheim (red). Nach langer Corona-Pause konnte der neue erste Vorsitzende der Nabu-Gruppe Heuchelheim/Kinzenbach, Dr. Peter Ströde, am Kinzenbacher Waldparkplatz einige Vogel- und Naturschutzfreunde zu einer Vogelstimmenwanderung begrüßen. Die Vogelstimmenwanderung wurde geleitet vom Ortsvogelschutzbeauftragten Gerhard Wiese, zugleich zweiter Vorsitzender der Nabu-Gruppe.

Wiese wies zu Beginn der Wanderung darauf hin, dass durch die Trockenheit der letzten Jahre und den Borkenkäferbefall inzwischen fast alle Fichten im Gemeindewald verschwunden oder am Eingehen sind. Dadurch sind die Tannenmeise und andere Vogelarten stark vom Rückgang bedroht. Da die meisten Vögel im Wald jetzt mit der Brut und der Aufzucht der Jungen beschäftigt sind, hörte man nur wenige Vogelarten singen, wie Buchfink, Mönchgrasmücke, Zilp Zalp, Zaunkönig, Amsel und Rotkehlchen. Im Kinzenbacher Wald stehen noch einige Douglasien, Kiefern, Lärchen. Auf den geschädigten Flächen kommen Birken, Bergahorn und andere Laubhölzer natürlich nach. Der besonders geschädigte Bereich am Beginn des Schmittergrundes gegenüber der früheren Namensbuche wurde mit Vogelkirschen, Bergahorn, Küstentanne, Erle und Weißtanne neugepflanzt und mit einem Schutzzaun versehen.

An der 1964 erbauten Schutzhütte Saustallsgrund, wo sich fünf Waldwege und drei Gemeindewälder treffen, sind neben dem neubepflanzten ehemaligen Fichtenwald drei Waldstücke mit vielen Laubhölzern, meist Eichen und Buchen, vorhanden. Besonders der Heuchelheimer Wald weist noch viele ältere Eichen und Buchen auf, die auch die Temperatur im Sommer abkühlen. In diesem Wald hat die Naju Nistkästen aufgehängt, die sie seit Jahren betreut. Es wurde hier festgestellt, dass die Zahl der Trauerschnäpperbruten stark zurückgegangen ist.

Gartenrotschwanz beobachtet

Am südlichen Rande des Saustallsgrundes konnte am Rande einer früheren Fichtenkultur eine große Weißtanne in Augenschein genommen werden. Im feuchteren Teil des Schmittergrundes wurden jetzt neben Erlen auch Weißtannen in Nachfolge der eingegangenen Fichten, Lärchen und Eschen gepflanzt. Es muss abgewartet werden, wie sich die neu bepflanzte Waldfläche in den nächsten Jahren entwickelt. Auf der weitgehend freien Fläche wurde schon ein Gartenrotschwanz beobachtet, der normal nur in Streuobstbeständen, auftritt.

Zum Abschluss der Vogelstimmenwanderung bestand Gelegenheit, sich über die Veränderungen durch die Folgen des Klimawandels im Gemeindewald und die Entwicklung der Natur zu unterhalten.

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