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So idyllisch der »Dom der Rabenau«, die evangelische Kirche in Londorf, auch anmutet, die Finanzen der Gemeinde sind alles andere als das. Archivfoto: Wisker

Es fehlen 223 000 Euro

Rabenau (zye). Ein Ergebnishaushalt mit einem Fehlbedarf von 223 581 Euro und ein Finanzhaushalt mit einem Zahlungsmittelbedarf von 297 397 Euro - das sind die Zahlen unter dem Strich, die die Mitglieder des Finanzausschusses in ihrer gemeinsamen Sitzung mit den Ortsbeiräten vorgelegt bekommen haben. Zusammen gingen sie in der Haushaltslesung das Zahlenwerk für 2022 durch.

Unterstützung vom Land Hessen

»Was ich Ihnen hier zeige, ist die Haushaltssatzung, nachdem wir den Landesausgleichsstock eingearbeitet haben«, erläuterte Jörg Schneider, Leiter von Rabenaus Finanzabteilung. Die finanzschwache Gemeinde erhielt jüngst rund 261 000 Euro vom Land Hessen als Unterstützung zum Ausgleich des Haushaltes. Aus dem Ergebnishaushalt nannte Schneider Einnahmen von rund 11,3 Millionen Euro, bei Ausgaben von rund 11,5 Millionen Euro. Im Haushalt 2022 fehlen also 223 581 Euro. Der Finanzhaushalt weise derzeit einen Zahlungsmittelbedarf von 287.3 97 Euro auf. »Wenn wir nicht weiter einsparen, reden wir hier über 229 Hebesatzpunkte, die wir unserer Bevölkerung zumuten müssten«, verdeutlichte Schneider die Konsequenz, sofern die Kommune es darauf anlegt, ihren Haushalt auszugleichen. Eine andere Option wäre, den Haushalt »defizitär einzureichen«. Als Kreditaufnahme sieht die Finanzabteilung eine Summe von gut 3,2 Millionen Euro vor. Ein großer Teil davon werde für Wasserversorgung (405 000 Euro) und Abwasserbeseitigung (519 000 Euro) verwendet. Es werde derzeit mit 1,95 Millionen Euro Verpflichtungsermächtigungen für Investitionen und Investitionsfördermaßnahmen gerechnet.

Maßnahmen seien da eine grundhafte Kanalerneuerung in Londorf (500 000 Euro) und ein Darlehen für die Beteiligung an der Windkraftanlage Staufenberg (250 000 Euro). Allerdings könnte bei letzterer Maßnahme noch auf 350 000 Euro aufgestockt werden. »Das ist eine politische Entscheidung, über die noch ein Beschluss gefasst werden könnte«, informierte Langecker. »Es ist eine Geldanlage und einmalige Gelegenheit.«

Außerdem ist da noch der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Geilshausen (1,2 Millionen Euro). »Den Höchstbetrag der Liquiditätskredite, die im Haushaltsjahr 2022 zur rechtzeitigen Leistung von Auszahlungen in Anspruch genommen werden dürfen, wird auf drei Millionen Euro festgesetzt«, referierte Schneider in der ersten Lesung der Haushaltssatzung 2022. Das sei die Maximalsumme, falls ein Engpass auf dem Girokonto der Gemeinde entstehe. Derzeit habe die Rabenau keine Liquiditätskredite aufgenommen.

Es ergeben sich aktuell folgende Steuersätze: Für die Grundsteuer A 550 Prozentpunkte., Grundsteuer B 690 und für die Gewerbesteuer 420. Die Hebesätze hätten sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Je nachdem, ob ein Haushaltsausgleich angestrebt wird oder nicht, könnten die sich aber noch ändern, so Schneider.

Finanzhilfe vom Landkreis

Bürgermeister Florian Langecker hatte in der letzten Sitzung des Fachausschusses in diesem Jahr auch noch eine gute und eine schlechten Nachricht. Die Gute zuerst: Seiner Gemeinde wurde eine allgemeine Finanzhilfe für Kreiskommunen des Landkreis Gießen in Höhe von knapp 95 000 Euro gewährt. Die schlechte Nachricht: Der Gemeinde entstehen Mehrkosten für die Reparaturen des Flachdaches der Lumdatalhalle. Hier müsse die Dämmung des 43 Jahre alten Gebäudes erneuert werden. Zudem seien neue Baumängel festgestellt worden. Zu den Ursprungskosten von 20 718 Euro kommen also noch mal rund 9000 Euro dazu.

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