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Egon Pfeiffer, Karl-Heinz Dudenhöfer, Matthias Dietz und Volker Mattern (v.l. mit Burgbildern) waren als Dank für jahrzehntelanges Engagement zu einem kleinen Empfang vom Vorstand mit Gerhard Schmidt, Andreas Kraft und Jürgen Leib eingeladen.

Gleiberg-Verein

»Fahnenmänner« treten ab

Der Gleiberg-Verein sagt vier engagierten Mitstreitern bei einem Empfang Danke

Wettenberg (red). Die einen hielten die Fahnen hoch, der andere wirkte im Vorstand und dort über viele Jahre als Hüter der Finanzen. Ein weiterer engagierte sich in besonderer Weise im Rahmen der Öffentlichkeits- und Pressearbeit um den Bekanntheitsgrad der Burg Gleiberg, ihre Bedeutung als historisches Baudenkmal, Ort kultureller Veranstaltungen und dem nimmermüden Anstrengungen ihres Eigentümers um Erhalt der 1000-jährigen Bausubstanz, nebst Wirtschaftsgebäuden und Gastronomie, zu erhöhen.

Der Vorstand des Gleiberg-Vereins hatte die Vier eingeladen, um anlässlich eines kleinen Empfangs Danke zu sagen für Jahre der Verlässlichkeit und großen Engagements.

Die »Fahnenmänner«, wie man sie liebevoll nennt, sind sich ihres Alters bewusst, und wollen diese doch nicht ganz leichte und durchaus nicht ungefährliche Tätigkeit nun an den Nagel hängen. Verständlich, wie Vorsitzender Andreas Kraft, 2. Vorsitzender Gerhard Schmidt und Schriftführer Dr. Jürgen Leib einsichtig betonten.

Vor über zwei Jahrzehnten übernahmen Karl-Heinz Dudenhöfer und Egon Pfeiffer die ehrenvolle Aufgabe. Oft mehrmals im Jahr kommt es vor allem aufgrund des kräftigen Windes auf dem Bergfried vor, dass durch Verschleiß eine Fahne sich auf Stofffetzen reduziert und durch ein neues Tuch zu ersetzen ist. Hierfür mussten die beiden eine Leiter durch das Innere des 30 Meter hohen Bergfrieds schleppen, um auf der Plattform nochmals auf neun Meter Höhe eine neue Fahne zu hissen. Diese Zeiten der Plackerei sind seit einem Jahr durch die neue Masttechnik vorbei. Der aktuell umlegbare Mast erleichtert die Aufgabe. Karl-Heinz Dudenhöfer hatte übrigens die Idee vor über 20 Jahren, als er während eines »Golden-Oldie-Festivals« das bunte Bild in der Hauptstraße sah, mit den vielen Menschen und im Hintergrund die mächtige Burg, der aber etwas fehlte - eine Fahne.

Üblicherweise - wie auch jetzt - weht auf dem Turm die Flagge der Gemeinde Wettenberg. Am 3. Oktober wird zum Tag der Deutschen Einheit die Deutschlandflagge gehisst, die ein Wettenberger Bürger für diesen Zweck gestiftet hat. Anlässlich der jüngsten Europawahl wurde auf Wunsch der Deutsch-Französischen-Gesellschaft Wettenberg (DFG) die Europafahne aufgezogen. Die Farbgebung blau-gelb-rot (Wettenbergfahne) führt manchmal zu der Frage, was denn die rumänische Fahne auf der Burg zu suchen habe. Natürlich nichts. In der Tat haben die Rumänen dieselben Farben, aber sie sind in senkrechten Streifen angeordnet. Blau und Gelb waren die Farben der Grafschaft Nassau-Weilburg, zu dem die Burg und das Gleiberger Land fast 500 Jahre - von 1328 bis 1816 - gehörten. Rot wurde ergänzt, da die Farben des Landes Hessen rot-weiß sind. Die Wettenberger Gemeindeflagge wurde in dieser Form am 18.3. 1982 vom Hessischen Innenministerium genehmigt.

Matthias Dietz sollte schon auf der kürzlich stattgefundenen Jahreshauptversammlung gedankt werden - da war er aber verhindert. 18 Jahre im Vorstand, davon lange Zeit Schatzmeister, muss er aus beruflichen Gründen das Ehrenamt erst mal zurückstellen, signalisierte aber seine Bereitschaft, weiter zu unterstützen und auch zur Verfügung zu stehen, wenn es irgendwann um einen Nachfolger für den amtierenden Schatzmeister Karlfried Philipp geht.

Fünf sechsstellige Summen weisen die Kassenbücher aus und viel Geld muss bewegt, betreut und sach- und fachgerecht verwaltet werden, denn immer gibt es bau- und sanierungstechnisch viel zu tun auf Burg Gleiberg, was meist hohe Investitionen erforderlich macht.

Dem Gleiberg-Verein und seinen verantwortlich Handelnden immer eng verbunden ist Volker Mattern. Er steht sonst eigentlich immer hinter der Kamera und hat immer Stift und Block dabei. Seit 40 Jahren (nicht nur für den Gleiberg-Verein) übernimmt er gerne die Berichterstattung in Schrift und Bild und dies, nach den Worten des Vorstandes, stets einfühlsam, mit viel Engagement und immer in Kenntnis der Bedeutung von Ereignissen und der Situation angemessen.

Es war dem Vorstand ein besonderes Anliegen, dieses langjährige Engagement doch in besonderer Weise zu würdigen.

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