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Fahrerlager muss bis Februar weg

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Von: Thomas Wißner

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Das Fahrerlager des Kartvereins Oppenrod muss schon jetzt zurückgebaut werden. Es ist an den viele Wohnmobilen oben rechts zu erkennen. Das Foto wurde 2010 vor der Veränderung aufgenommen. Der Verein hofft, dass er auf dem Areal unten links, auf dem Fahrzeuge stehen, eventuell ein neues Fahrerlager errichten kann. Archivfoto: Wißner © Thomas Wißner

Das Regierungspräsidium hat den Rückbau des Fahrerlagers bis Februar 2023 angeordnet, sagt der Chef des Kartvereinns Oppenrod. Der Verein hofft jetzt auf eine Verlängerung.

Buseck (twi). Das Schiff des Kartvereins Oppenrod geriet im vorigen Jahr in unruhige Gewässer. Jetzt wurde eine Weihnachtsfeier veranstaltet. in der es nicht nur um Geselligkeit ging, sondern in der auch erste Bilanz gezogen wurde. Anwohner aus Burkhardsfelden hatten sich aufgrund des Motorenlärms außerhalb der genehmigten Zeiträume beschwert.

Bei einer Behördenbesichtigung fiel auf, dass es ungenehmigten Bauten gab. Und als härteste Nuss erwies sich, dass ein Fahrerlager, ein Parkplatz für Wohnmobile, schon 2015 illegal errichtet wurde. Wegen der Vorfälle musste der alte Vorstand gehen, ein neuer wurde gewählt, der die Aufarbeitung der Missstände jetzt in die Hand nahm. Eines steht jedoch bereits fest, dass Fahrerlager, so wie es heute vorzufinden ist, muss rückgebaut werden. Das wird eine Stange Geld kosten, da das belastete Material auch spezieller Entsorgung Bedarf.

Das Regierungspräsidium als Genehmigungsbehörde machte deutlich, dass eigentlich bereits Ende September mit dem Abbau hätte begonnen werden müssen, im Februar 2023 wäre dann die Deadline. Das lasse sich nicht in diesem Jahr erledigen, machte der neue Vorsitzende während der Weihnachtsfeier jedoch deutlich. Vorsitzender Rainer Dörr und sein Stellvertreter Heiko Ollarius gingen hier auf die aktuelle Situation ein.

Beide hatten noch bei der Mitgliederversammlung im Frühjahr eine dreimonatige Frist für die Aufarbeitung der Angelegenheit angekündigt. Doch werden daraus wohl drei Jahre bis alles wieder so ist, wie es sein sollte. Um die Mitglieder stets auf dem Laufenden zu halten, was aktuell passiert, finden monatliche Clubabend statt, in denen informiert wird. Dieses Angebot unter dem Motto »So offen und transparent wie möglich« werde auch gut angenommen.

Dass der Verein trotz Lasten überlebensfähig ist, beweisen die Mitgliederzahlen. Nach der Hauptversammlung im April traten zwar von den 260 Kartfreunden zehn aus, doch 58 konnten hinzugewonnen werden. Fakt ist auch, dass mittlerweile alle Behördengänge abgeschlossen sind und, das Fahrerlager an der bisherigen Stelle Geschichte sein wird. »Dafür müssen wir dann noch einmal viel Geld in die Hand nehmen. Geld, was wir nicht haben. So stellt sich die Frage, wie wir dies finanzieren wollen? Es wird ein schwerer Weg, das kann ich jetzt schon sagen. Aber wir bekommen es ganz gut hin.« Der jetzige Vorstand habe mit vielen Verbänden gesprochen wie etwa auch dem ADAC, »aber wegen Dummheit bekommen wir keine Gelder mehr.« Für ein neues Fahrerlager an anderer Stelle erwarte der Verein dann auch wieder Zuschüsse, so Dörr. Das jetzige liegt in einer geschützten Grünlandfläche. Geprüft werde auch, wie der alte Vorstand für Schadenersatz in Regress genommen werden könnte. »Wir sind auf Spenden angewiesen. Wir müssen das Fahrerlager zwischen September 2022 und Februar 2023 zurückbauen und wollen diese Frist noch verlängern. Dieses Jahr ist es nicht möglich.« Der Verein wolle kein Bankdarlehen aufnehmen, was auch schwierig würde. »Wir müssen nun positiv in die Zukunft schauen. Wir brauchen mehr Helfer, hatten zu wenige, denn wir würden dann mehr bewegen, um noch mehr umzusetzen. Unser Ziel ist es, fünf bis sieben Tage zu öffnen, was aber wohl nur mit einer Vollzeitkraft möglich ist, um den Leihkartbetrieb und Firmenevents durchführen zu können.«

Allein 50 dieser Veranstaltungen hätten in den zurückliegenden Monaten stattgefunden, die zu Einnahmen geführt hätten. Darüber hinaus sei der Verein in intensiven Gesprächen mit den Ortsvereinen wie auch kritisch eingestellten Anwohnern, welche auch zur Feier eingeladen worden waren. Neben den sechs Clubabenden, die bisher stattfanden, wurde auch die Jugendgruppe wieder neu belebt sowie versucht, das Vereinsleben wieder herzustellen, was in den letzten Jahren gelitten habe, betonte Dörr.

Die Konzentration auf den Firmen- und Leihkartbetrieb sei auch dem Umstand geschuldet, dass Rennen nicht großartig durchgeführt werden könnten, weil eben auch kein Fahrerlager zur Verfügung stehe. »Wir brauchen aber Einnahmen, um die Kosten zu decken. Ich bin mir sicher, dass wir das gewuppt bekommen. Nur gemeinsam können wir es schaffen. Das liegt mir am Herzen«, versicherte Dörr, der ebenso wie Ollarias auf der Strecke einst das Kartfahren gelernt hat. Und diesen Rennsport sollen weiterhin viele Jugendliche lernen. »Wir werden alles daran setzen, dass wir auch in Zukunft hier Kart fahren«, meinte Dörr.

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Rainer Dörr Foto: Wißner © Wißner

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