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Fast 12 000 Bebauungspläne erfasst

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Kreis Gießen (red). Gießen. Wo stehen Wohnhäuser? Wo gibt es eine Parkanlage, eine Kindertagesstätte und Gewerbeflächen? Oder ganz allgemein: Wie werden die Flächen in einer Stadt, einer Gemeinde genutzt? Bauleitpläne geben darüber genau Auskunft. Erstellt werden sie in der jeweiligen Kommune. Federführend geprüft und oft auch genehmigt werden sie vom Team Bauleitplanung des Regierungspräsidiums Gießen (RP).

»Dass es in Mittelhessen viele Flächennutzungs- und Bebauungspläne gibt, war bekannt. Aber dass es doch fast 12 000 sind, hat dann doch für Staunen gesorgt«, berichtet der Gießener Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich. Genau genommen sind es 11 652 - unsere »Zahl des Monats«.

Die exakte Zahl ist bekannt, weil in den vergangenen zweieinhalb Jahren alle Bauleitpläne, die jemals in Mittelhessen aufgestellt worden sind und dem Regierungspräsidium vorliegen, digitalisiert wurden. Dafür wurde eigens ein großformatiger Scanner angeschafft. Die ältesten Pläne stammen von 1949. Teilweise sind sie von Hand gezeichnet. Manche sind ganz klein, andere riesig. Eine spannende Aufgabe für den Kartographen Michael Muszy, der an vielen Stellen auch handwerkliches Geschick beweisen musste, um zu verhindern, dass bereits brüchige Exemplare ganz kaputtgehen.

Die Karten in Papierform füllten bislang etliche Schränke. Was nicht mehr aufbewahrt werden musste, wurde den Kommunen für deren Archive angeboten. Während sich die Schränke leerten, füllte sich der Server. Denn die Karten brauchen viel Speicherplatz, je nach Größe des Originals zwischen zehn und 20 Megabyte, manchmal sogar bis 30. Bei Bedarf können die gescannten Pläne auch georeferenziert werden, was ihre Verwendung in einem Geographischen Informationssystem (GIS) ermöglicht. Auch wenn die Pläne heutzutage am Computer erstellt werden - in Papierform wird es sie aus formal-rechtlichen Gründen auch weiterhin geben. Auf ihnen finden sich nämlich Siegel, Unterschriften und schließlich auch die Genehmigung samt Stempel des Regierungspräsidiums. »Da solche Pläne regelmäßig aufgestellt und auch weiterhin von uns gescannt werden, werden wir bald die 12 000er-Marke geknackt haben«, ist sich RP-Mitarbeiter Stefan Uhlenkotte sicher.

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