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Feierstunde für das Ehrenamt in Kloster Arnsburg

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Neben der E-Card erhielten die Ehrenamtler zum Dank auch Sonnenblumen. Foto: Wißner © Wißner

Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause fand wieder eine Feierstunde für das Ehrenamt statt - diesmal Open air in Kloster Arnsburg.

Kreis Gießen (twi). Nach zweijähriger Corona-Zwangspause hatte der Kreisausschuss zur Feierstunde für das Ehrenamt auf das Gelände des Klosters Arnsburg eingeladen. »Ein gut gewählter Ort, weil gerade hier das Ehrenamt zur Erhaltung und Sanierung des mittelalterlichen Klosters Enormes geleistet hat. Ein wunderbarer Ort, den das Ehrenamt geschaffen hat«, erklärte Landrätin Anita Schneider (SPD), die sich freute, die Ehrenamtscard an engagierte Menschen übergeben zu können.

In der Vergangenheit - letztmals 2019 - fand der Termin stets am Internationalen Tag des Ehrenamtes, dem 5. Dezember, im benachbarten Mönchssaal statt. Der Leiter der Kreisvolkshochschule, Torsten Denker, begrüßte gut zwei Dutzend Teilnehmer zur Open-Air-Veranstaltung.

Die Feierstunde wurde von drei in Wettenberg lebenden Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine musikalisch umrahmt. Diana Skoropad (Pianistin/Komponistin), ihr Sohn Daniil Pereplesnin (Saxofon) und ihre Schwester Yana Tarasenko (Gesang) gehören zum Projekt »Friedensmusik«. Wie Sven Görtz (Staufenberg) in einem Interview mit Denker verriet, geben die aus der Ukraine geflüchteten Musiker Konzerte in ganz Mittelhessen.

»Dank und Anerkennung«

Zur Verleihung der Ehrenamtscard betonte die Landrätin, dass es darum gehe, »Dank, Anerkennung und Respekt zu zollen. Dass wir hier stehen, hat auch viel mit Ehrenamt zu tun. Als sich 1960 der Freundeskreis Kloster Arnsburg gründete, wurde dieser mittelalterliche Teil nur durch ehrenamtliche Arbeit aufgebaut. Die Corona-Pandemie hat auch das Ehrenamt stark verändert. Viele Vereine standen vor existenziellen Fragen. Hier sind Sie alle neue Wege gegangen. Vieles musste neu gedacht und organisiert werden«, würdigte Schneider. Sie bedankte sich für den Einsatz in der schwierigen Zeit und verwies auf die finanziellen Hilfen des Kreises aus dem Budget der Bußgelder für Verstöße gegen Corona-Verordnungen.

»Das war ein Tropfen auf den heißen Stein, aber es sollte eine Anerkennung für die großartigen Leistungen sein, die Sie während der Pandemie erbracht haben und Mut machen. Denn gerade in diesen Zeiten brauchen wir das Ehrenamt, um den Zusammenhalt zu stärken, aber auch die Kraft zu haben, neue Antworten auf veränderte Anforderungen zu finden«, betonte Schneider.

Das Engagement im Ehrenamt sei eine der wesentlichsten Säulen unserer Demokratie. Gerade auf kommunaler Ebene seien es ehrenamtlich tätige Frauen und Männer, die sich für eine gute Entwicklung ihres Dorfes, ihrer Stadt und des Kreises einsetzen, die den Menschen eine Fürsorge und Herzlichkeit entgegenbringen, wie sie der Staat nie leisten könne. Dabei spiele das Alter keine Rolle, sondern das Herzblut für eine Sache, die Verantwortung, aber auch der Spaß, den man im Ehrenamt hat.

Gerade deshalb engagierten sich auch viele junge Menschen und der Landkreis habe einen Jugend-Engagement-Preis ins Leben gerufen, der jährlich ausgeschrieben werden soll. »So lange es junge Menschen gibt, die sich engagieren, muss es uns nicht Bange sein um unsere Zukunft, denn dies ist das Fundament für unsere Gesellschaft«, so die Landrätin weiter.

»Nah bei den Menschen«

Sie hob das besondere Ehrenamt der Freiwilligen Feuerwehren hervor, wo gut ausgebildete Frauen und Männer Tag und Nacht bereitstehen. Viele Ehrenamtler lebten eine Willkommenskultur und auch dafür gebühre ihnen ein besonderer Dank. »Ehrenamt ist nicht ›nice to have‹ - es ist viel mehr, es gestaltet unser Zusammenleben, schafft Infrastruktur vor Ort und ist nah bei den Menschen, wie staatliche Hilfe nie sein kann. Sie machen es nicht, weil Sie es müssen, sondern weil Sie es wollen. Respekt, Hochachtung und ein herzliches Dankeschön mit der E-Card.«

Reiskirchens Bürgermeister Dietmar Kromm (parteilos) sprach im Namen der »kommunalen Familie im Landkreis« und machte klar: »Unsere Gesellschaft ist ohne Ehrenamtler eine arme Gesellschaft.« Ehrenamtliche Arbeit sei unbezahlbar, schütze und stütze unsere Gesellschaft. »Es ist der Motor, der unsere Gesellschaft nach vorn bringt, eine tragende Säule unseres Staates«, erklärte Kromm.

Schneider, Kromm und Lichs Bürgermeister Dr. Julien Neubert (SPD) übergaben schließlich jedem Ehrenamtler eine Sonnenblume.

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