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Fertigstellung Ende 2022 anvisiert

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Hessen Mobil will die Bauarbeiten an der B 3 noch in diesem Jahr fertigstellen. Symbolfoto: dpa © Red

Die B3 bei Staufenberg wird zur Zeit saniert, die Arbeiten sollen Ende des Jahres fertiggestellt sein.

Staufenberg . Im Frühjahr haben die Bauarbeiten zur grundhaften Erneuerung der Bundesstraße 3 im Bereich Staufenberg begonnen. Die Baustelle ist eingerichtet, die Verkehrsteilnehmer müssen mit zeitweisen Einschränkungen leben. Manchem kommt es gar vor, als bewege sich seit Einrichtung der Baustelle nur wenig.

Zeit, einmal bei Hessen Mobil nachzufragen, was denn nun der aktuelle Sachstand ist. Wie Pressesprecherin Sonja Lecher erklärte, wird auf dem rund 1,6 Kilometer langen Streckenabschnitt der B 3 zwischen den Anschlussstellen Staufenberg-Süd und Staufenberg-Nord in beiden Fahrtrichtungen die Fahrbahn grundhaft erneuert. In diesem Zuge werden auch die Rampen der Anschlussstelle Staufenberg-Nord mit saniert. Ein weiterer Bestandteil dieses Sanierungsprojektes seien Betoninstandsetzungen an zwei B 3-Brücken, nämlich an der Brücke über die L 3356 an der Anschlussstelle Staufenberg-Nord und der Brücke über die L 3059. Letztere ist die Brücke am Ortsausgang Staufenberg in Richtung Lollar.

Aktuelle Phase

Seit Mai laufe die aktuelle Bauphase, bei der ein Fahrstreifen in Fahrtrichtung Marburg auf der Gegenfahrbahn geführt wird. Der zweite Fahrstreifen verbleibe auf der Richtungsfahrbahn Marburg und werde je nach Baufortschritt nach rechts beziehungsweise links verschwenkt. In Fahrtrichtung Gießen verliefen die beiden Fahrstreifen auf der gewohnten Fahrbahn, jedoch nach rechts verschoben. Seitdem werde der rechte Fahrstreifen in Fahrtrichtung Marburg sowie die Rampe der Anschlussstelle Staufenberg-Nord/Lollar saniert und »in diesen Tagen fertiggestellt«.

Anschließend werde der linke Fahrstreifen in Fahrtrichtung Marburg erneuert. Dann könnten auch die Auf- und Abfahrten der Anschlussstelle Staufenberg-Nord/Lollar in Fahrtrichtung Marburg wieder genutzt werden.

Lecher betont, dass seit Beginn der Arbeiten durchgehend auf der Baustelle gearbeitet worden sei. »Da sowohl die Fahrbahn als auch die Brückenbauwerke teilweise auch von unten saniert werden müssen und diese Arbeiten größtenteils nacheinander stattfinden müssen, kann beim Vorbeifahren der Anschein entstehen, dass in erster Linie auf der Fahrbahn keine Arbeiten stattfinden«, so die Pressesprecherin. Zu dem Eindruck, dass im Bereich zwischen der Anschlussstelle Staufenberg bis kurz vor die Anschlussstelle Fronhausen kein Baufortschritt zu erkennen sei, erläuterte Lecher, dass in vielen Bauphasen dieses Sanierungsprojektes der Verkehr in einer sogenannten 3+1-Verkehrsführung auf der B 3 um das Baufeld herumgeleitet werde. Aktuell werde einer der beiden Fahrstreifen in Fahrtrichtung Marburg auf der Gegenfahrbahn geführt.

Aufgrund der Entwässerung im Mittelstreifen und dem dortigen Höhenversatz zwischen den beiden Fahrbahnen/Fahrtrichtungen nördlich von Staufenberg/Lollar habe am Ende der eigentlichen Baustelle keine Mittelstreifenüberfahrt einrichten können. Bei einem zu hohen Höhenversatz könne eine Mittelstreifenüberfahrt aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht eingerichtet werden. Sie nannte als Beispiel die Gefahr des Umkippens.

»Daher musste diese bereits auf Höhe von Fronhausen-Sichertshausen, also kurz hinter der Anschlussstelle Fronhausen, hergestellt werden und bereits dort die Verkehrsführung beginnen. In diesem Abschnitt finden daher keine Bauarbeiten statt, die Verkehrsführung bedingt eben den verlängerten Baustellenbereich.«

Eine Fertigstellung der Bauarbeiten war zum Jahresende 2022 anvisiert. Bei Hessen Mobil geht man nach wie vor von diesem Ziel aus. Allerdings sei es zwischenzeitlich zu Lieferverzögerungen unter anderem bei benötigtem Baustahl und Gussasphalt gekommen, räumt Lecher ein. In anderen Bereichen der Baustelle habe man weiterarbeiten können, aber der Bauzeitenplan sei hierdurch in Verzug gekommen.

Aufholen

Um diese Verzögerung wieder aufzuholen und die Arbeiten wie geplant im Dezember fertigstellen zu können, sei Folgendes geplant: Die Erneuerung der Fahrbahn in Fahrtrichtung Gießen, die nach aktuellem Zeitplan ab Mitte Oktober vorgesehen ist, solle nun voraussichtlich in einem anstelle von zwei Abschnitten erneuert werden. Dies sei allerdings nur möglich, wenn auf der Fahrbahn kein Verkehr fährt. Das bedeute, dass dann in Fahrtrichtung Gießen nur der auf die Fahrbahn der Gegenrichtung übergeleitete Fahrstreifen zur Verfügung stehe. »Verkehrliche Beeinträchtigungen in den Spitzenstunden würden sich aufgrund dieser Fahrstreifenreduzierung nicht vermeiden lassen. In Fahrtrichtung Marburg bleiben weiterhin zwei Fahrstreifen bestehen.«

Aktuell stimme man dieses Konzept noch mit den zu beteiligten Institutionen, wie etwa den betroffene Kommunen oder der Polizei, ab. »Ohne dieses Zusammenlegen der beiden Bauphasen wäre das anvisierte Bauende und ein Rückbau der Baustelle noch in diesem Jahr nicht mehr zu halten - mit den entsprechenden zusätzlichen verkehrlichen Einschränkungen einer Winterbaustelle«, erklärt Sonja Lecher.

Im Nachgang sollen im nächsten Frühjahr noch weitere Arbeiten an der B 3-Brücke über die L 3356 an der Anschlussstelle Staufenberg-Nord folgen. Rund drei Monate sollen diese Maßnahmen dauern. Da nicht nur auf der Unterseite der Brücke Sanierungen anstehen, sondern an der Brückenhälfte in Fahrtrichtung Gießen auch auf der Oberseite der Brücke, werde währenddessen nochmals eine Baustelle auf der B 3 eingerichtet werden müssen. Es sollen dabei soweit wie möglich zwei Fahrstreifen in Fahrtrichtung Gießen erhalten bleiben. Der Verkehr in Fahrtrichtung Marburg werde hierdurch nicht mehr beeinträchtigt.

Preisentwicklung

5,6 Millionen Euro sollte das Vorhaben ursprünglich kosten, doch laut Lecher rechnet man nun mit rund sechs Millionen Euro. Vor dem Hintergrund der derzeitigen Preisentwicklungen durch den Ukraine-Krieg verwende Hessen Mobil im Rahmen der Ausschreibungen sogenannte Preisgleitklauseln für die Stoffe, die von den Preiserhöhungen besonders betroffen sind. Das sei vor allem bei Asphaltmischgut, Betonprodukten und Stahl der Fall.

Auf der Grundlage dieser Klauseln werde der Mehrkostenanspruch des Auftragnehmers in Ansatz gebracht, sodass den Baufirmen ein großer Teil des Risikos von derzeit schwer kalkulierbaren Preisen genommen werde. »Daher muss mit Mehrkosten gerechnet werden. Momentan geht Hessen Mobil von rund sechs Millionen Euro Gesamtkosten für dieses Sanierungsprojekt aus«, erläutert Lecher die Mehrkosten.

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