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»Nummer 7« und »Trixi« wollten Maria und Josef nicht auf sich reiten lassen.

Filmprojekt erfolgreich umgesetzt

Linden (twi). Noch einen Heiligabend ohne Krippenspiel sollte es in der evangelischen Kirchengemeinde Großen-Linden nicht mehr geben: Für dieses Jahr wurde ein Krippenspielfilm gedreht. Das elf Seiten umfassende Drehbuch für die bekannteste Geschichte der Welt hatte Pfarrerin Edith Höll verfasst und Pfarrer Axel Zeiler-Held war mit den Darstellern in der Stadt unterwegs, führte die Kamera und war auch bei der Auswahl der Drehorte mit dabei.

15 Kinder aus den Reihen der Kirchengemeinde und der Evangelischen Stadtmission hatten sich im Oktober nach einem Aufruf gemeldet, um vor der Kamera für den ersten Krippenspielfilm in Linden zu agieren. »Krippenspiel 2.0« lautete der Projektname, nachdem die erste Auflage an den Coronaeinschränkungen im vergangenen Jahr scheiterte. Insgesamt 30 Szenen wurden unter der Regie von Gemeindepädagoge Ulrich Bergk und der als Regieassistentin fungierenden Kirchenvorsteherin Janine Stein gedreht. Ein Hauptaugenmerk wurde dabei auf die Drehorte gelegt.

Und hier kam im Nachgang auf Zeiler-Held, der auch den Filmschnitt übernommen hat, viel Arbeit zu. Just als vor der Eisdiele gedreht wurde, donnerte ein Lkw nach dem anderen durch diese Hauptdurchgangsstraße. Da mussten dann die Hintergrundgeräusche herausgefiltert werden, denn auch wenn sich alles vor über 2000 Jahren ereignet hat, so soll doch alles möglichst »nah dran am Original« sein. Für die Verkündigungsszene, die vor dem Musikcorps-Vereinsheim in Szene gesetzt wurde, konnten der Kinderchor Germania-Spatzen und das Jugendmusikcorps der Freiwilligen Feuerwehr Großen-Linden gewonnen werden.

Kirchenvorsteher als »Grenzer«

Als Maria sucht Klara Specht gemeinsam mit Josef-Darsteller Jonas Philippi nach einem Platz in der Stadt. Zur Grenzüberschreitung kommt es dabei am Ortseingangsschild vor dem Bergmann-Kreisel beim Erlebnispark, wo Kirchenvorsteher Dr. Günter Seibert als »Zöllner« Maria und Josef »zur Kasse« bittet. »Wir haben auch einen echten König mit dabei«, warb Pfarrer Zeiler-Held bereits im Adventsgottesdienst für den Krippenspielfilm, für die Rolle des König Herodes wurde Bürgermeister Jörg König gewonnen.

Nicht gerade einfach erwiesen sich die Dreharbeiten, als Maria und Josef mit ihren Eseln unterwegs waren, denn die Esel »Nummer 7« und »Trixi« ließen kein Aufsitzen zu. Doch hat allen Beteiligten dieser Dreh bei der Jugendwohngruppe Müller besonders gut gefallen.

Und bei der Herbergssuche machten die Lokalitäten in Großen-Linden gerne mit. Verraten sei schon mal an dieser Stelle, dass einzig und allein »Ritterwirt« Jürgen Schaffer noch ein Plätzchen für Maria und Josef frei hatte. Und nachdem die Szene abgedreht war, gab es für Darsteller wie auch die Crew heiße Waffeln. Die bedeutsame Krippenszene wurde jedoch nicht beim »Ritter«, sondern im Keller unterm Gemeindehaus in Szene gesetzt.

Das Ergebnis der Dreharbeiten erwarten nicht nur die Darsteller voller Spannung, denn eine Vorab-Aufführung wird es nicht geben und der Krippenspielfilm wird erst an Heiligabend in den Nachmittagsgottesdiensten in der Peterskirche und der Stadtmission gezeigt.

Alle drei heutigen Gottesdienste in Großen-Linden sind ausgebucht. Pfarrer Axel Zeiler-Held bedauert, dass aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen nur eine beschränkte Anzahl an Gottesdienstbesuchern möglich ist. Der rund 30 Minuten lange Krippenspiel-Film ist als Trailer unter youtu.be/mqgdiuG3RTY und ab 14.30 Uhr komplett unter youtu.be/Gpfga62YPNc zu sehen.

»Zöllner« Dr. Günter Seibert lässt Maria und Josef erst nach dem Bezahlen passieren.

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