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Fördermittel für Kita mit "Sahnehäubchen" in Daubringen

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Von: Debra Wisker

KREIS GIESSEN - (dge). Dass die geplante DRK-Kindertagesstätte in Daubringen ein "Leuchtturmprojekt" werden wird, darüber waren sich alle Beteiligten einig. Nicht nur, dass das DRK in Mittelhessen erstmals die Trägerschaft für eine Kinderbetreuungseinrichtung übernimmt, ist ein Novum. Geplant ist darüber hinaus ein integriertes Familienzentrum sowie eine Begegnungsstätte, die der Verein Im-Puls mit Leben füllen wird.

Im Gebäude der Kreisverwaltung wurden nun Fördermittel für das ambitionierte Projekt überreicht. Die gab es nicht nur vom Landkreis Gießen, sondern auch vom Amt für den ländlichen Raum des Lahn-Dill-Kreises. Ist doch die Begegnungsstätte Teil des Dorferneuerungsprogramms Daubringen. Mit 640 000 Euro aus Bundesmitteln unterstützt der Landkreis Gießen die neue Kita, 184 000 Euro fließen vom Lahn-Dill-Kreis in das Bauvorhaben. Christian Betz, Hauptamtlicher Vorstand des DRK Kreisverbandes Marburg-Gießen, bezifferte das Gesamtvolumen mit rund 4,2 Millionen Euro.

Gabriele Arnold, Teamleiterin im Fachdienst Kinder- und Jugendhilfe des Landkreises Gießen, blickte kurz zurück. Entstanden sei die Idee eigentlich so nebenbei in einem Gespräch mit Christian Betz. Der habe ein Konzept erstellt und verschiedene Bürgermeister im Kreis Gießen angesprochen. Bei Staufenbergs Bürgermeister Peter Gefeller rannte er damit offene Türen ein. Wie in vielen Kommunen war auch in Staufenberg die Nachfrage nach Kinderbetreuungsplätzen groß, das Angebot indes begrenzt. Ein "Top- und Dauerthema" sei dies in jeder Kommune, erklärte Hans-Peter Stock, Jugend- und Sozialdezernent des Landkreises. Der Bedarf gerade im Kleinkindalter sei groß, weil viele Eltern zurück in den Beruf wollten. Das Modell, das die Großeltern die Betreuung übernähmen, sei überholt und nicht mehr gegeben. Daher sei es gut, wenn es innovative Träger wie das DRK gebe. Stock lobte die Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Landkreisen. "Es ist am Ende etwas Tolles herausgekommen. Und das relativ bürokratiearm." Gudrun Müller-Mollenhauer (Amt für den ländlichen Raum, Lahn-Dill-Kreis) hob die Bedeutung der Begegnungsstätte für die Dorfgemeinschaft in Daubringen hervor. Eine solche Stätte sei von Anfang an ein Wunsch bei der Dorferneuerung gewesen. Sie sprach von einer Art "neuen Mitte" für Daubringen. Christian Betz stellte fest, man habe hier ein gewinnbringendes Projekt für alle. Die Kindertagesstätte werde drei Gruppen für über Dreijährige und eine Gruppe für unter Dreijährige bekommen. Bis zu 100 Kinder sollen einen Betreuungsplatz finden.

Dazu komme, so Betz, neben der bereits erwähnten Begegnungsstätte das "Sahnehäubchen" Familienzentrum mit Beratung und eine kindertherapeutische Praxis. Das bedeute eine Entwicklungsbegleitung von klein auf. Der DRK Kreisverband Marburg hat für die Förderung der Kindertagesstätte beim Landkreis Gießen einen Antrag gestellt auf Mittel aus dem Investitionsprogramm "Kinderbetreuungsfinanzierung 2017 bis 2020" und für die Begegnungsstätte Fördermittel aus dem Dorfentwicklungsprogramm beantragt. Beides wurde positiv beschieden. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme stellte Betz für Frühjahr 2020 in Aussicht.

Die beiden Planer Nicolai Zinkler und Julius Wahle freuten sich, dass "wir so eine 'Wundertüte' begleiten dürfen".

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