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Fünf weitere Flüchtlingsunterkünfte

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Der Kreis Gießen soll auf Empfehlung des Kreistagsausschusses für Schule, Bauen, Planen und Sport 13.5 Millionen Euro brutto in Flüchtlingsunterkünfte investieren.

Kreis Gießen (twi). 13,5 Millionen Euro brutto soll der Kreis in fünf Flüchtlingsunterkünfte investieren, die in Hungen (zwei Stück), Allendorf/Lda, Lich und Pohlheim errichtet werden. Diese einstimmige Empfehlung gab der Kreistagsausschuss für Schule, Bauen, Planen und Sport.

Die abschließende Entscheidung trifft der Kreistag am Montag. Es handelt sich um Gebäude in Holzbauweise, für die es eine verbindliche Folgenutzung geben soll, wenn diese nicht mehr als Unterkünfte für Flüchtlinge benötigt werden.

Der Erste Kreisbeigeordnete Christopher Lipp (CDU) betonte, dass die klare und verbindliche Folgenutzung Voraussetzung gewesen sei, »weil wir die Gebäude diesmal in qualitativ hochwertiger Bauweise auch unter dem Energieaspekt errichten. Durch die gewählte Holzbauweise ist ein recht schneller Baufortschritt möglich«.

Dem widersprach Elke Högy (SPD). Aufgrund der aktuellen Lage am Baumarkt bezweifelte sie eine Fertigstellung bis Oktober, zumal die Maßnahme nach dem Kreistagsbeschluss ausgeschrieben werden müsse. »Und was machen wir, wenn wir im Oktober keine Unterkünfte zur Verfügung stellen können?«, fragte sie.

Zuversichtlich zeigte sich Kreissozialdezernent Hans Peter Stock (FW), der bereits einen Plan B hat, »sollte es nicht hinhauen«. Dann sollen verstärkt Gemeinschaftsunterkünfte akquiriert werden. »Allerdings müssen wir hier überprüfen, ob diese zu betreiben und wirtschaftlich abbildbar sind. Die Zahlen der Flüchtlinge aus der Ukraine sind stark zurückgegangen und es ist feststellbar, dass viele zurückkehren. Deshalb müssen wir abwarten, wie es sich entwickelt«, so Stock.

Regenwasser nutzen

Einstimmig beschlossen wurde auf Antrag der SPD, dass bei Neubauten des Kreises standardmäßig eine Regenwassernutzungsanlage vorgesehen wird. »Wasser ist ein kostbares Gut, Wasser ist lebenswichtig. Es ist zu erwarten, dass es auch in unserer Region durch den Klimawandel zu längeren Trockenperioden und damit zu einem Wassermangel kommen kann. Die Regenwasserrückhaltung, die Nutzung von Regenwasser und die Einsparung von Trinkwasser in den kreiseigenen Liegenschaften sind die notwendigen und richtigen Maßnahmen, die wir ergreifen können, um einem solchen Wassermangel gegenzusteuern«, erklärte Högy. Die beauftragten Planer sollen dann die Nutzung von Regenwasser berücksichtigen.

Lipp verwies darauf, dass Zisternen bereits jetzt bei allen neuen Gebäuden standardmäßig errichtet und auch bei der Sanierung von Gebäuden berücksichtigt würden. Es ergebe sich dadurch jedoch auch ein höherer Kostenaufwand durch Wartung und Unterhaltung. »Das sollte jedem klar sein.« Einstimmig beschloss der Ausschuss auch, dass für 1,4 Millionen Euro ein neues Gebäude für die Grundschule Ettingshausen gebaut werden soll. Die Schule nimmt ab kommendem Schuljahr am »Pakt für den Nachmittag« teil. Für diese Schülerbetreuung wird eine Mensa mit Küche benötigt.

Zunächst war geplant, das Modul einer früheren Flüchtlingsunterkunft zu nutzen, das zuletzt in Hungen als Klassenraum verwendet worden war. Davon hat man laut Lipp aber Abstand genommen und geht von gleichbleibenden Kosten bei einem Neubau aus.

Da dieser bis nach den Sommerferien nicht erbaut sein wird, sollen als Übergangslösung die Räume des bisherigen Betreuungsvereins weiter genutzt werden.

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