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Fünf Zählstellen für Radler im Landkreis Gießen geplant

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An ausgewählten hessischen Radwegen sollen Zählstellen installiert werden, um Daten für die Optimierung des Radwegenetzes zu erhalten. Symbolfoto: dpa © Red

Um die Radwegeplanung mit Nutzerdaten zu untermauern, will das Land an 270 Stellen in Hessen den Radverkehr zählen. Fünf dieser automatischen Zählstellen soll es im Landkreis Gießen geben.

Kreis Gießen . (dge). Das Land will das Radwegenetz optimieren und erweitern. Doch wo soll man anfangen, wo die Wege ausbauen, wo neue bauen? Aufschluss für die künftige Planung sollen nun Zählstellen geben. Kleine Linien, die unauffällig in den Boden eingelassen sind, markieren diese Zählstellen. Fünf davon soll es im Landkreis Gießen geben.

»Hessen beginnt mit der flächendeckenden Erfassung des Radverkehrs, um Daten für den weiteren Ausbau des Radwegenetzes zu gewinnen: Die erste von künftig 270 automatischen Zählstellen an Straßen und Radwegen wurde an der Radschnellverbindung zwischen Erzhausen (Landkreis Darmstadt-Dieburg) und Egelsbach (Landkreis Offenbach) installiert«, heißt es in einer Mitteilung des Verkehrsministeriums.

Fünf Punkte

Wann aber nun die frohe Botschaft über die erste Zählstelle im Landkreis Gießen zu verkünden ist, konnte Pressesprecher Wolfgang Harms auf Nachfrage des Anzeigers indes noch nicht sagen. Doch immerhin gibt es schon eine Karte im Internet. Fünf rote Punkte kennzeichnen hier offensichtlich ausgewählte Stellen bei Ruttershausen, Lindenstruth, zwischen Großen-Linden und Langgöns, in der Nähe von Steinheim sowie an der B457 nahe der Hohen Warte zwischen Gießen und Steinbach. Der Blick auf die Karte zeigt auch, dass sich ein großer Teil der Zählstellen im Ballungsraum Rhein-Main befindet, während ihre Anzahl im ländlichen Raum nicht ganz so hoch ist.

Die Installation der Zählstellen soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein, heißt es aus Wiesbaden. Die im Boden verlegten Induktionsschleifen registrierten, wann wie viel Radler sie in welcher Fahrtrichtung passierten. Die Verteilung der Induktionsschleifen sollen dann repräsentative Rückschlüsse auf das Geschehen im Gesamtnetz geben. Die Daten würden per Mobilfunk an einen zentralen Server übermittelt. 3,6 Millionen investiert das Land dafür aus dem Klimaschutzplan Hessen 2025.

Die Zählstellen, so der Tenor aus dem Verkehrsministerium, würden wichtige Informationen für die systematische Weiterentwicklung der Rad-Infrastruktur liefern. »Schließlich stellen Bund und Land allein in diesem Jahr in Hessen - die Zuschüsse an kommunale Vorhaben eingerechnet - 85 Millionen Euro für Investitionen in die Radwegeinfrastruktur bereit. Die Daten der Zählstellen machen es möglich, diese Mittel so effizient wie möglich einzusetzen - so, wie es beim Bau von Kraftfahrzeugstraßen schon seit Jahrzehnten geschieht.«

Wie Harms erklärte, seien die Standorte der Dauerzählstellen so ausgewählt worden, dass sie eine repräsentative Gesamterfassung des Radverkehrs erlaubten. »Neben der räumlichen Streuung anhand der Netzlänge wurden hierbei auch Faktoren wie die Abdeckung typologischer Aspekte - insbesondere Schwerpunkte im Alltags-/Freizeitverkehr und Führungsformen - beachtet.« Die Kommunen seien dabei um Vorschläge gebeten worden, die wiederum von Hessen Mobil überprüft worden seien. Da ausschließlich öffentliche Radwege betroffen seien, habe man auch keine privaten Grundstücke erwerben müssen.

»Wir bitten um Verständnis, dass wir dies nicht nach Regionen aufschlüsseln können«, so Harms zur Frage, wie viel Geld anteilig für die Zählstellen im Gießener Land vorgesehen ist.

Bei 3,6 Millionen, die das Land für 270 Zählstellen investieren will, lägen - so verrät der Blick auf den Taschenrechner - die Kosten für eine Zählstelle bei 13 333 Euro. Rechnet man das auf die fünf »roten Punkte« um, flössen rund 66 666 Euro in die Zählstellen im Kreis Gießen. Das wurde jedoch, wie erwähnt, von offizieller Stelle nicht bestätigt und fällt somit in den Bereich der Spekulationen.

Eine künftige Erweiterung des Zählstellennetzes sei technisch möglich und mittelfristig auf Basis der ersten Erfahrungen angedacht, teilte das Ministerium zudem mit.

Karte im Internet

Wer sich anschauen möchte, wo das Land Zählstellen installiert, kann dies im Internet unter https://raddaten-hessen. de/map_public.html tun. Zudem gibt es die Möglichkeit, auf einer interaktiven Karte erste Daten zu den bereits installierten Zählstellen abzurufen (https://data.eco-counter.com/ParcPublic/?id=8080).

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