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Für rücksichtsvolleres Licht

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Naturschutzdezernent Zuckermann begrüßt Fachleute aus Umweltberatung, Klimaschutzmanagement und Bauämtern der Kommunen im Landkreis. © Kreis Gießen

Der Kreis hatte zu einer Fachtagung zum Insekten-, Pflanzen und Naturschutz nach vier Jahren Pause wieder eingeladen. Es ging unter anderem um Lichtverschmutzung.

Kreis Gießen (red). Was haben Blühstreifen und künstliches Licht gemeinsam? Beides zieht Insekten an - und thematisch auch Fachleute aus Umweltberatung, Klimaschutzmanagement und Bauämtern der Kommunen im Landkreis Gießen. Erstmals nach vier Jahren Pause hat die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises kürzlich wieder zu Information und persönlichem Austausch im Rahmen einer Fachveranstaltung vor Ort eingeladen.

»Natur- und Umweltschutz enden nicht an der Gemeindegrenze«, erklärte Naturschutzdezernent Christian Zuckermann während seiner Begrüßung. »Deswegen ist es wichtig, in gemeinsamen Veranstaltungen miteinander Handlungsstrategien zu entwickeln.«

Die erwähnten Handlungsstrategien griff auch die Leiterin des Sternenparks im Biosphärenreservat Rhön auf. Sabine Frank machte in ihrem Vortrag auf die Probleme der nächtlichen Lichtverschmutzung aufmerksam und zeigte die negativen Folgen für Tiere, Pflanzen und den Menschen auf. Dabei zeigte sie den Anwesenden konkrete Handlungsmöglichkeiten auf, um Natur- und Artenschutz auch in der Nacht zu berücksichtigen. Ziel sei ein »besseres« und rücksichtsvolles Licht, ohne Energie zu verschwenden, zu blenden und unnötig die Umwelt aufzuhellen. Auch Reiner Diemel ging in seinem Beitrag auf die negativen Folgen der Lichtverschmutzung ein. Der Dezernatsleiter für Forsten und Naturschutz im Regierungspräsidium Gießen erläuterte die Grundlagen im Bundesnaturschutzgesetzes und machte auf ein neues Gesetz zum Insektenschutz aufmerksam, das im Sommer 2021 verabschiedet wurde. Es soll Tiere und Pflanzen vor nachteiligen Auswirkungen des künstlichen Lichts schützen.

Dr. Gerd Hasselbach stellte die Wichtigkeit von Blühflächen in den Vordergrund. Der Leiter des Amts für Umwelt und Natur der Stadt Gießen präsentierte ein Feldflurprojekt zum Schutz von Rebhühnern in Lützellinden und betonte die herausragende Bedeutung von Blühstreifen für die Biodiversität.

Die Moderation übernahm Katharina Habenicht, Fachdienstleiterin Naturschutz des Landkreises.

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