FW Buseck wollen Wohnbebauung in Gewerbegebieten erschweren

  • schließen

BUSECK - (ebp). Geht es nach den Freien Wählern, soll es in der Gemeinde Buseck künftig schwieriger werden, in Gewerbegebieten Wohnraum zu schaffen. Die Fraktion hat einen Antrag vorgelegt, wonach die bereits vorhandenen rechtskräftigen Bebauungspläne ergänzt werden sollen: Wohnungen für Aufsichts- und Bereitschaftspersonen sowie für Betriebsinhaber und Betriebsleiter sollen nur innerhalb gewerblich genutzter Gebäude zulässig sein.

Die Wohnnutzung müsse gegenüber der gewerblichen Nutzung untergeordnet sein. Freistehende Gebäude, die nur der Wohnnutzung dienen, lehnt die Fraktion ab. Für bereits bestehende Wohnungen soll es Bestand-schutz geben, erläuterte Immo Zillinger (FW) in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses.

Roland Kauer (SPD) lehnte dagegen ein generelles Verbot ab. "Damit könnten wir uns auch Nachteile einhandeln." Gerade für kleinere Handwerksbetriebe sei es sinnvoll, Wohnen auf dem Gelände zu integrieren. Kauer regte an, das Anliegen in einen Prüfauftrag zu ändern und zunächst einen Expertenrat einzuholen.

"Wo Gewerbegebiet drauf steht, sollte auch Gewerbegebiet drin sein", argumentierte CDU-Fraktionsvorsitzender Frank Müller. Er verwies zudem auf die günstigeren Quadratmeterpreise für Gewerbeflächen. Es könne nicht im Interesse der Gemeinde sein, wenn Gewerbegebiete für Wohnen "zweckentfremdet" würden.

Bürgermeister Dirk Haas (SPD) verwies darauf, dass zwei Interessenten für das Gewerbegebiet Flößerweg ihr Angebot zurückgezogen hatten, nachdem ein Wohnhaus von der Gemeindevertretung ausgeschlossen worden war. In den konkreten Fällen seien es keine Busecker Betriebe gewesen, jedoch könne man mit einem solchen Vorhaben auch die heimischen Betriebe, die Erweiterungsbedarf haben, vergraulen. Bereits jetzt dürfe die Wohnnutzung nur maximal 30 Prozent ausmachen. Grundstücksteilungen seien zudem ausgeschlossen, um zu verhindern, dass der Betrieb verkauft, aber das Wohnhaus weiter genutzt wird.

Zillinger kündigte an, den Antrag auf die Sitzungsrunde im Februar 2021 zu verschieben. Bis dahin soll geprüft werden, ob er "rechtlich einwandfrei" umsetzbar sei. Der FW-Antrag sieht ebenfalls vor, dass Dachflächen von Neubauten in den Gewerbegebieten künftig "zu mindestens 60 Prozent mit Modulen der Solarthermie und/oder der Fotovoltaik zu bestücken" sind. Alternativ soll auch eine Dachbegrünung möglich sein.

Das könnte Sie auch interessieren