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Gefährliche Heizexperimente

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Feuerwehrleute sind mit Kohlenmonoxid-Messgeräten ausgestattet. Einen wirksamen Schutz vor Vergiftungen zu Hause bieten nur Warnmelder, betont der Kreisfeuerwehrverband. Symbolfoto: dpa © DPA Deutsche Presseagentur

Kreis Gießen (red). Der Kreisfeuerwehrverband Gießen warnt in einer Pressemitteilung vor Heizexperimenten, denn die Gefahr für Brände und Kohlenmonoxid-Vergiftungen sei hoch.

Angesichts der steigenden Energiepreise überlegten viele Bürger, ob sie die Heizung und das Licht überhaupt einschalten sollen. »Im Internet kursieren die verrücktesten Ideen, wie man angeblich heizen kann: Teelichtöfen und Holzkohlegrills sind nur zwei der brandgefährlichen Tipps«, warnt Lothar Theis, der stellvertretende Vorsitzende.

Aber nicht nur die gefährlichen Heizanleitungen aus dem Internet könnten zu Kohlenmonoxid-Vergiftungen und Wohnungsbränden führen, betont Niklas Krieger, Vertreter der Werkfeuerwehren im Kreisfeuerwehrverband. »Viele Menschen wollen Heizkosten sparen, deshalb werden sie in diesem Winter vermehrt mit Kaminen und Öfen heizen. Besonders gefährlich wird es, wenn Feuerstätten selbst aktiviert werden. Aber auch durch Stromaggregate in Innenräumen besteht Lebensgefahr durch das frei werdende Kohlenmonoxid.«

Nur mit Sensoren zu detektieren

Das Tückische am Kohlenmonoxid (CO): Der Mensch kann es nicht riechen, sehen oder schmecken. Nur technische Sensoren können es in der Raumluft zuverlässig detektieren. Deshalb empfiehlt der Kreisfeuerwehrverband den Einsatz von Kohlenmonoxid-Warnmeldern in jedem Haushalt. Sie überwachen permanent die Umgebungsluft in Wohnräumen und schlagen bei gesundheitsgefährdenden CO-Konzentrationen sofort Alarm.

Besonders gefährlich: Giftiges Kohlenmonoxid kann nachweislich durch Wände, Fußböden sowie Decken dringen und dadurch in Mehrfamilienhäusern Bewohner sämtlicher Etagen und angrenzender Häuser in Lebensgefahr bringen. Selbst Lüften hilft nicht, um die Gefahr zu bannen. Wände und Möbel nehmen das Atemgift auf und geben es nach dem Lüften wieder an die Umgebung ab.

Die Vergiftungssymptome können schleichend eintreten und ähneln anfangs denen einer normalen Erkältung: Starke Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit, Schüttelfrost, Verwirrtheit und Sehstörungen können auf eine CO-Vergiftung hinweisen. Wenn der Verdacht auf eine erhöhte CO-Konzentration in der Wohnung besteht, sollte sie umgehend verlassen werden und die Feuerwehr per Notrufnummer 112 verständigt werden.

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